18. SPIELTAG AM FREITAG: SCHWABENDERBY IN OCHSENHAUSEN



Ein möglicherweise entscheidendes Wochenende liegt vor der Tischtennis Bundesliga (TTBL). Den Auftakt in den Doppelspieltag macht am Freitagabend der 18. Spieltag, an dem es unter anderem zum Schwabenderby zwischen den TTF Liebherr Ochsenhausen und dem TTC Neu-Ulm kommt. Der ASV Grünwettersbach will beim SV Werder Bremen den vierten Platz verteidigen.

1. FC Saarbrücken TT – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell

Form: Die Play-off-Teilnahme ist dem 1. FC Saarbrücken TT seit Montagabend kaum noch zu nehmen. Dank des 3:1-Erfolgs in Mühlhausen und damit dem vierten Sieg in Serie hat der Titelverteidiger 26:12 Punkte auf dem Konto und bereits sechs Zähler Vorsprung auf Rang fünf. Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell wartet dagegen seit sechs Spielen auf einen Sieg, erst eine Partie entschieden die Osthessen in der Rückrunde für sich und haben mit 10:26 Punkten keine Chance mehr auf den Sprung ins Mittelfeld. Zuletzt gab  es ein 2:3 gegen Grenzau.

Besonderes: Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell setzt langfristig auf Quadri Aruna: Am Mittwoch gaben die Osthessen die Vertragsverlängerung um zwei Jahre mit dem Weltranglisten-20. bekannt, also bis zum 30. Juni 2023. In seiner Debüt-Saison in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) hat Aruna die Hoffnungen bislang nur teilweise erfüllt, aktuell liegt er bei einer 14:10-Einzelbilanz. „Nachdem ich mich in der Bundesliga gut etabliert habe, habe ich mir für das zweite Jahr eine Steigerung meiner Leistungen vorgenommen“, sagte der 32-Jährige im Rahmen seiner Vertragsverlängerung.

Statement: „Die Jungs haben da meist weniger Druck und können befreit aufspielen. Ich denke besonders an Fan Bo Meng, der gegen die Topspieler in dieser Saison seine besten Spiele gezeigt hat.“ (Claus-Dieter Schad, Vizepräsident TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, gegenüber osthessen-news.de zu den kommenden Aufgaben gegen Topteams. Nach dem Spiel gegen Saarbrücken trifft Fulda am Sonntag auf Ochsenhausen und am Dienstag auf Neu-Ulm.)

Prognose:*
Wahrscheinlichkeit Heimsieg: 92,7 %
Wahrscheinlichkeit Doppel: 19,3 %
Wahrscheinlichstes Ergebnis: 3:0 (44,4 %)

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Neu-Ulm

Form: Eine komfortable Ausgangssituation haben sich die TTF Liebherr Ochsenhausen vor dem Schwabenderby erarbeitet. Angesichts von sechs Punkten Vorsprung auf Platz fünf ist dem Champion von 2019 die erneute Play-off-Teilnahme kaum noch zu nehmen. Dringend einen Sieg braucht dagegen der TTC Neu-Ulm, dessen jüngster Erfolg (3:2 gegen Bad Homburg) inzwischen einen Monat zurückliegt. Seitdem gab es Niederlagen gegen Grünwettersbach (2:3), Saarbrücken (0:3) und Düsseldorf (1:3), durch welche das Team vorerst aus den Top vier gefallen ist. Mit 20:16 Punkten steht Neu-Ulm zwei Zähler hinter Grünwettersbach.

Besonderes: Die Erfolge des TTC Neu-Ulm in der aktuellen Saison sind eng mit Emmanuel Lebesson verbunden. 10 der 15 Begegnungen mit dem Franzosen gewannen die Schwaben, alle drei Partien ohne Lebesson wurden dagegen verloren – so auch die jüngsten Duelle mit Düsseldorf und Saarbrücken. Aktuell steht der 32-Jährige bei einer 14:9-Einzelbilanz. Entsprechend wichtig dürfte die Rückkehr Lebessons werden, der am Freitag voraussichtlich wieder zur Verfügung steht.

Statement: „Es wird ein hartes Match, Ochsenhausen steht schließlich kurz vor der Qualifikation für die Play-offs. Beim 1:3 im Hinspiel haben wir bereits eine gute Leistung gezeigt. Nun brauchen wir noch mal eine Steigerung und einen möglichst perfekten Abend, wenn wir einen Sieg holen wollen.“ (Emmanuel Lebesson, TTC Neu-Ulm)

Prognose:*
Wahrscheinlichkeit Heimsieg: 77,5 %
Wahrscheinlichkeit Doppel: 30,9 %
Wahrscheinlichstes Ergebnis: 3:1 (29,1 %)

SV Werder Bremen – ASV Grünwettersbach

Form: Der SV Werder Bremen gilt inzwischen als Geheimtipp auf die Play-off-Teilnahme: Zwar steht der Vorjahres-Halbfinalist aktuell nur auf dem neunten Platz, hat mit 18:20 Punkten aber auch nur vier Punkte Rückstand auf Rang neun – und mit den Partien gegen Grünwettersbach, Bad Homburg und Grenzau ein mutmaßlich leichtes Restprogramm. Dort, auf dem begehrten vierten Platz, steht aktuell der kommende Gegner der Bremer. Der ASV Grünwettersbach spielt bislang eine überragende Saison und liegt mit 22:14 Punkten zwei Zähler vor Rang fünf. Zuletzt unterlagen die Badener allerdings 1:3 gegen Ochsenhausen.

Besonderes: Drei Begegnungen binnen fünf Tagen stehen für den ASV Grünwettersbach im Kalender: Nach der Partie gegen Bremen geht es noch am Sonntag gegen Bad Königshofen und am Dienstag gegen Düsseldorf. Und mit allen drei Gegnern verbindet Grünwettersbach keine guten Erinnerungen. Gegen Bremen gab es in der Hinserie ein 2:3, in Bad Königshofen ein 1:3 und gegen Düsseldorf ein 0:3 – drei von insgesamt sechs Niederlagen in der ersten Saisonhälfte. Soll es mit der ersten Play-off-Teilnahme der Vereinsgeschichte klappen, muss der ASV die Rückspiele nun deutlich erfolgreicher gestalten.

Statement: „Ich erwarte ein enges und spannendes Spiel gegen Bremen. Aber wir haben viel Selbstvertrauen gesammelt und werden alles geben, um gegen einen starken Gegner den nächsten Sieg zu holen.“ (Tobias Rasmussen, ASV Grünwettersbach)

Prognose:*
Wahrscheinlichkeit Heimsieg: 51,1 %
Wahrscheinlichkeit Doppel: 40,6 %
Wahrscheinlichstes Ergebnis: 3:1 (27,8 %)

Post SV Mühlhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt

Form: Auf Platz acht ist der Post SV Mühlhausen infolge der jüngsten 1:3-Niederlagen gegen Saarbrücken und Bad Königshofen zurückgefallen, mischt aber noch immer mit im Rennen um Platz vier. Mit 20:18 Punkten haben die Thüringer zwei Zähler Rückstand auf Grünwettersbach. Selbiges gilt für den TTC Schwalbe Bergneustadt, der mit 20:16 Punkten auf Platz sechs steht. Nach fünf Niederlagen zu Rückrunden-Beginn kamen die Oberberger zuletzt in die Spur und besiegten erst Fulda (3:1) und anschließend Bad Homburg (3:0).

Besonderes: Der derzeitige Erfolgsfaktor des Post SV Mühlhausen heißt Ovidiu Ionescu. Nach Formtief in der Hinrunde spielt der 31-Jährige seit dem Jahreswechsel groß auf und gewann sieben seiner zehn Einzel – unter anderen gegen Simon Gauzy (3:2), Mattias Falck (3:2) und Patrick Franziska (3:0). Damit besserte Ionescu seine Saison-Einzelbilanz auf 8:8 auf. Ein „Riesenspiel“ und eine „tolle Leistung“ habe der Rumäne etwa gegen Saarbrücken gezeigt, sagte Mühlhausen-Trainer Erik Schreyer am vergangenen Montagabend.

Statement: „Gegen Mühlhausen wird es ein Schlüsselspiel, nur wenn wir gewinnen, bleiben wir dran. Deshalb werden wir alles reinlegen und versuchen, das Spiel zu gewinnen. Wir hatten zuletzt einen kleinen Aufschwung und wollen diesen natürlich mitnehmen und nutzen.“ (Benedikt Duda, TTC Schwalbe Bergneustadt)

Prognose:*
Wahrscheinlichkeit Heimsieg: 48,9 %
Wahrscheinlichkeit Doppel: 38,1 %
Wahrscheinlichstes Ergebnis: 1:3 (21,0 %)

TTC Zugbrücke Grenzau – Borussia Düsseldorf

Form: Das Ziel Klassenerhalt ist für den TTC Zugbrücke Grenzau seit der Annullierung der Saison in der 2. Bundesliga zwar bereits erreicht, dennoch wird der Tabellenelfte auch gegen den Rekordmeister alles unternehmen, um den vierten Saisonsieg zu schaffen. Die jüngsten Auftritte waren jedenfalls vielversprechend: Gegen Bad Königshofen und in Fulda gelangen jeweils 3:2-Erfolge. Erst zwei Niederlagen stehen dagegen in der Bilanz von Borussia Düsseldorf, der Tabellenführer ist der Konkurrenz mit 32:4 Punkten enteilt und will am Wochenende den ersten Platz endgültig absichern.

Besonderes: Die zwei erfolgreichsten Teams in der Geschichte der Tischtennis Bundesliga treffen am Freitag aufeinander: Rekordmeister ist bekanntlich Borussia Düsseldorf mit bereits 30 Titeln, zuletzt glückte Timo Boll und Co. in der Saison 2017/18 die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Auf sechs Titel darf der TTC Zugbrücke Grenzau zurückblicken: 1987, 1991, 1994, 1999, 2001 und 2002 stand das Team aus dem Westerwald jeweils ganz oben. „Spiele gegen Grenzau sind Klassiker“, stellt daher auch Borussia-Trainer Danny Heister fest.

Statement: „Die letzten Siege des TTC zeigen, dass wir dieses Spiel unbedingt ernst nehmen müssen. Die Jungs haben jetzt zwar viele Spiele in wenigen Tagen, aber sie nutzen das als Chance, um richtig Fahrt aufzunehmen für die ersten internationalen Aufgaben des Jahres.“ (Danny Heister, Trainer Borussia Düsseldorf)

Prognose:*
Wahrscheinlichkeit Heimsieg: 0,4 %
Wahrscheinlichkeit Doppel: 2,7 %
Wahrscheinlichstes Ergebnis: 0:3 (72,6 %)

TSV Bad Königshofen – TTC OE Bad Homburg

Form: Dank des jüngsten 3:1-Erfolgs gegen Mühlhausen darf der TSV Bad Königshofen weiterhin leise Hoffnungen auf die erste Play-off-Teilnahme der Vereinsgeschichte haben. Mit 20:18 Punkten stehen die Unterfranken nur zwei Zähler hinter Platz vier, haben allerdings schon eine Partie mehr absolviert als die meisten Konkurrenten. Der TTC OE Bad Homburg hat unterdessen kaum noch Chancen, sich in der Tabelle zu verbessern. Mit 2:16 Punkten stehen die Hessen vier Zähler hinter Grenzau und warten noch immer auf den ersten Sieg in der Rückrunde.

Besonderes: Schwerstarbeit hatte im Hinspiel vor allem Bastian Steger verrichten müssen. Der TSV-Routinier musste sowohl gegen Lev Katsman als auch gegen Gustavo Tsuboi in den Entscheidungssatz, behielt aber jeweils die Oberhand und rettete Bad Königshofen damit ins Doppel, das schließlich Bad Königshofens 3:2-Erfolg sicherstellte. „Vielleicht hat die Erfahrung am Ende den Ausschlag gegeben“, sagte Steger im Anschluss. „Aber es hätte auch andersherum ausgehen können.“

Statement: „Das Hinspiel war sehr eng. Wir erwarten einen harten Fight. Deshalb werden wir um jeden Punkt kämpfen und unser Bestes geben. Ich glaube an unsere Mannschaft und hoffe, dass wir die zwei Punkte im Grabfeld behalten!“ (Filip Zeljko, TSV Bad Königshofen)

Prognose:*
Wahrscheinlichkeit Heimsieg: 87,5 %
Wahrscheinlichkeit Doppel: 24,7 %
Wahrscheinlichstes Ergebnis: 3:0 (35,6 %)

Der 18. Spieltag in der Übersicht

Freitag, 19. Februar, 19 Uhr
1. FC Saarbrücken TT – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Neu-Ulm
SV Werder Bremen – ASV Grünwettersbach
Post SV Mühlhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt
TTC Zugbrücke Grenzau – Borussia Düsseldorf
TSV Bad Königshofen – TTC OE Bad Homburg

Der 19. Spieltag in der Übersicht

Sonntag, 21. Februar, 15 Uhr
Borussia Düsseldorf – Post SV Mühlhausen
TTC Neu-Ulm – TTC Zugbrücke Grenzau
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen
ASV Grünwettersbach – TSV Bad Königshofen
TTC Schwalbe Bergneustadt – 1. FC Saarbrücken TT
TTC OE Bad Homburg – SV Werder Bremen

Alle Partien sehen Sie wie gewohnt live und in HD im TTBL-TV und auf Tischtennis-Deutschland.TV.

* Weitere Informationen zu den von Data Analyst Tim Scheffczyk (M. Sc. VWL) ermittelten Werten finden Sie hier

Beitragsbild oben: Simon Gauzy von den TTF Liebherr Ochsenhausen (Foto: BeLa Sportfoto)