AN DÜSSELDORF FÜHRT KEIN WEG VORBEI



Timo Boll (Borussia Düsseldorf) bejubelt den 24. Pokalsieg (Foto: Steinbrenner)

Timo Boll (Borussia Düsseldorf) bejubelt den 24. Pokalsieg (Foto: Steinbrenner)


Es war ein hochklassiges Finale, an deren Ende wieder einmal nur eine Mannschaft jubelte: Borussia Düsseldorf hat in der ratiopharm arena in Ulm/Neu-Ulm das Liebherr Pokal-Finale gewonnen. Timo Boll, Patrick Franziska und Panagiotis Gionis setzten sich zum vierten Mal hintereinander im Endspiel gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell durch. Der Rekordtitelträger siegte mit 3:2 und feierte Triumph Nummer 24.

Dementsprechend ausgelassen feierte der Titelverteidiger den Erfolg noch in der Halle. Nach der Siegerehrung ließ es sich Trainer Danny Heister nicht nehmen, seine Spieler mit einer Sektdusche zu versehen. „Ich muss ein großes Lob an meine Mannschaft aussprechen“, sagte Düsseldorfs Coach, der auf Kamal Achanta (Teilnahme an den indischen Meisterschaften) verzichten musste. Das 3:2 im Finale bezeichnete Heister als ein „gutes Ergebnis“.

Timo Boll machte einmal mehr den Unterschied aus

Zunächst deutete allerdings vieles auf ein schnelles Ende hin. Die 3.500 Zuschauer sahen gleich zu Beginn zwischen Wang Xi und Timo Boll hochklassigen Sport. Wie schon sechs Tage zuvor im TTBL-Punktspiel gingen die beiden Akteure über die volle Distanz und lieferten sich ein packendes Duell. Wang Xi gewann den ersten Satz überraschend deutlich (11:3) und lag im zweiten Durchgang mit 10:6 in Führung. Insgesamt sieben Satzbälle ließ der Abwehrspieler aus Fulda jedoch ungenutzt und verlor den Abschnitt noch 13:15. „Mit einer 2:0-Satzführung im Rücken hätte Wang Xi sicherlich gute Siegchancen gehabt“, sagte Teamkollege Ruwen Filus anschließend im Rahmen der Pressekonferenz. Doch es sollte nicht sein. Der nach seiner Knieverletzung wieder genesene Timo Boll präsentierte sich in einer guten Form und feierte mit dem 11:5 im letzten Durchgang den ersten, wichtigen Sieg für seine Düsseldorfer Borussia. Als Patrick Franziska seinem Nationalmannschaftskollegen Ruwen Filus anschließend keine Chance ließ und die Düsseldorfer Führung auf 2:0 ausbaute, hatten sich viele Fans in der ausverkauften ratiopharm arena bereits auf ein schnelles Ende eingestellt.

Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) verlor das entscheidende Einzel gegen Timo Boll (Foto: Steinbrenner)

Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) verlor das entscheidende Einzel gegen Timo Boll (Foto: Steinbrenner)


Kämpferischer Einsatz von Fulda-Maberzell nicht belohnt

Doch weit gefehlt. „Ich muss meinen Teamkameraden ein großes Kompliment machen“, sparte Filus nicht mit Lob und meinte damit Jonathan Groth und Wang Xi. Neuzugang Groth lag gegen Panagiotis Gionis schon mit 0:2-Sätzen zurück und drehte die Partie noch zu seinen Gunsten. Am Ende bejubelte der Däne sein 12:10 im letzten Durchgang. Motiviert durch diesen Erfolg drehte auch Wang Xi richtig auf und ließ Patrick Franziska beim 3:0-Sieg nicht den Hauch einer Chance. Es kam wie es kommen musste: Timo Boll blieb es einmal mehr vorbehalten, für den Seriensieger aus der NRW-Landeshauptstadt den entscheidenden dritten Punkt beizusteuern. Gesagt – getan: Der 34-Jährige, den sein Trainer im Vorfeld des Liebherr Pokal-Finals schon als „Phänomen“ bezeichnet hatte, zeigte keinerlei Nerven und präsentierte sich eiskalt. 11:6, 12:10 und 11:2 hieß es am Ende für Timo Boll, der damit wieder einmal maßgeblichen Anteil am Triumph von Borussia Düsseldorf hatte.

Tolles Publikum in ausverkaufter Arena

Nicht nur das Endspiel, sondern auch die zuvor ausgetragenen Halbfinalpartien zwischen Borussia Düsseldorf und dem TTC Schwalbe Bergneustadt (3:0) sowie dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell und dem 1. FC Saarbrücken TT (3:1) boten nach Meinung von Nico Stehle, Geschäftsführer der TTBL Sport GmbH, „großen Sport“. Das Konzept, den Pokalsieger als Final-Four-Veranstaltung an einem Tag zu ermitteln, sei aufgegangen. „Wir haben drei tolle Matches gesehen. Das Publikum war toll.“ Der Standort Ulm habe sich „für weitere Highlights empfohlen“.

Das Finale in Zahlen

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – Borussia Düsseldorf 2:3
Wang Xi – Timo Boll 2:3 (11:3, 13:15, 2:11, 12:10, 5:11)
Ruwen Filus – Patrick Franziska 0:3 (6:11, 7:11, 6:11)
Jonathan Groth – Panagiotis Gionis 3:2 (12:14, 6:11, 11:2, 11:6, 12:10)
Wang Xi – Patrick Franziska 3:0 (11:6, 11:7, 11:9)
Ruwen Filus – Timo Boll 0:3 (6:11, 10:12, 2:11)