ARBEITSSIEG FÜR DIE BORUSSIA



Der SV Werder Bremen hat im Nachholspiel des 7. Spieltags dem Rekordmeister Borussia Düsseldorf einen großen Kampf geliefert – trotz des Fehlens von Spitzenspieler Mattias Falck. Letztlich setzte sich die Borussia im ARAG CenterCourt mit einem 3:1-Arbeitssieg durch und schloss zum TTBL-Spitzenreiter Saarbrücken auf. 

Wer glaubte, Werder würde am Dienstagabend ohne seinen Vizeweltmeister Mattias Falck - vor wenigen Tagen Vater einer Tochter geworden - in Düsseldorf komplett chancenlos sein, der wurde eines Besseren belehrt. Bremen brachte die Borussia mächtig ins Schwitzen, war nicht weit von einer 2:0-Führung und damit einem Gesamterfolg entfernt. Doch am Ende konnte sich das Boll-Team mit 3:1 behaupten. Aber der Reihe nach: Zunächst gelang Bremens Marcelo Aguirre die Überraschung gegen Ricardo Walther. Der Linkshänder aus Paraguay spielte forsch auf, setzte Walther häufig mit starker Vorhand und schnellen Beinen unter Druck. Dem deutschen Nationalspieler gab auch die zwischenzeitliche 2:1-Satzführung nur wenig Sicherheit, Aguirre wurde im fünften Satz für sein mutiges Auftreten belohnt. 

Der Druck auf Anton Källberg war damit schon größer geworden. Davon ließ sich der junge Schwede zunächst nicht beeindrucken und gewann den ersten Satz gegen Kirill Gerassimenko in starker Manier. Doch auch dieses Match sollte in den Entscheidungssatz gehen, denn Gerassimenko holte sich die Durchgänge drei und vier mit 11:9. Dann wurde es kurios, Källberg machte in der Folge 15 (!) Punkte in Serie, gewann den vierten Satz mit 11:0 und ging im fünften Durchgang direkt mit 4:0 in Führung, baute diese mit beidseitig druckvollem Spiel auf 10:4 und sechs Matchbälle aus. Die Entscheidung? Weit gefehlt. Gerassimenko wiederum kam Zähler um Zähler heran, ließ sich auch durch eine Auszeit Källbergs nicht aus dem Konzept bringen und schaffte tatsächlich den 10:10-Ausgleich. In der Verlängerung war dann wieder der Schwede obenauf und konnte zum 1:1 ausgleichen. „Ich bin ruhig geblieben, habe den Ball auf den Tisch gespielt und war trotz des 10:10 nach 10:4-Führung nicht so nervös“, sagte Källberg. 

Nun lag es an Timo Boll, im wichtigen Dreierduell gegen Hunor Szöcs für die Borussia-Führung zu sorgen. Nach Anlaufschwierigkeiten gewann Boll die Partie sicher, wobei Szöcs mit seinem risikoreichen Bällen bei der 9:7-Führung im vierten Satz ebenfalls nicht weit weg von einem Entscheidungssatz war. Im vierten Einzel des Tages machte der von Borussia-Cheftrainer Danny Heister für Ricardo Walther eingewechselte Kristian Karlsson gegen Kirill Gerassimenko den 3:1-Heimerfolg für den Rekordmeister perfekt. Karlssons dominantem Auftreten hatte der kasachische Nationalspieler wenig entgegenzusetzen. Die Borussia schloss damit nach Punkten zu Tabellenführer Saarbrücken auf, beide Teams liegen nun mit 12:2 Zählern gleichauf. 

Bremens Trainer Cristian Tamas sagte nach der Partie: „Wir sind hierher gefahren, um bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen, das haben wir getan. Wir haben uns unsere Chancen erarbeitet, waren nah am Doppel, aber klar: Gegen die Borussia musst du ohne die eigene Nummer eins natürlich diese knappen Spiele gewinnen, das haben wir im Einzel von Kirill gegen Källberg leider nicht geschafft.“

„Ich bin zufrieden mit meinem Spiel, am Ende war es ein bisschen zu eng geworden, aber wichtig ist, dass die Mannschaft gewonnen hat“, betonte Düsseldorfs Anton Källberg.

7. Spieltag, Nachholpartie

Borussia Düsseldorf – SV Werder Bremen 3:1

Ricardo Walther – Marcelo Aguirre 2:3 (8:11, 12:10, 11:4, 8:11, 8:11)
Anton Källberg – Kirill Gerassimenko 3:2 (11:5, 9:11, 9:11, 11:0, 12:10)
Timo Boll – Hunor Szöcs 3:1 (7:11, 11:5, 11:4, 11:9)
Kristian Karlsson – Kirill Gerassimenko 3:0 (11:4, 11:6, 11:7)

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto