ARUNA: „ICH NEHME DIE HERAUSFORDERUNG TTBL AN“



Die Verpflichtung von Quadri Aruna durch den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell war ein Paukenschlag, der Weltranglisten-20. schlägt in der kommenden Saison erstmals in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) auf. Wir haben mit dem 31 Jahre alten Nigerianer über seinen Wechsel, seine Stärken und sein neues Team gesprochen.

Quadri Aruna

Beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat Quadri Aruna zunächst für ein Jahr unterschrieben, der Verein sicherte sich zudem die Option auf eine weitere Saison. (Foto: ITTF)

Sie werden in der kommenden Saison erstmals in der TTBL aufschlagen. Welchen Eindruck haben Sie von außerhalb von der Liga gewonnen?

Sehr viele Menschen sehen in der Bundesliga seit Jahren die stärkste und härteste Liga in Europa – und ich selbst habe daran keinerlei Zweifel. Daher bin ich mir absolut bewusst, was mich mit Beginn der Saison 2020/21 erwartet.

Wenn ich recht informiert bin, sind Sie seit fünf Jahren in der portugiesischen Liga ungeschlagen. Wie schätzen Sie im Vergleich das Niveau der TTBL ein?

Die portugiesische Liga und die TTBL sind komplett verschieden. Es gibt große Unterschiede im Spielniveau. Meiner Meinung nach, wird in der Bundesliga auf höchstmöglichem Niveau gespielt, während das Niveau in der portugiesischen Liga eher normal ist, wenngleich nicht zu schlecht. In der TTBL sind zahlreiche Spieler aus den Top 100 oder sogar den Top 10 der Welt aktiv. Aus diesem Grund ist das Niveau sehr hoch und der Wettbewerb hart.

Insbesondere ihre spektakuläre Vorhand gilt als Stärke. Wie würden Sie selbst Ihre Stärken beschreiben?

Kein Zweifel, meine Vorhand ist meine stärkste Waffe. Aber auch meine Rückhand hat sich jüngst verbessert, ich würde sie keineswegs als schlecht bezeichnen. Doch wenn ich in der TTBL eine gute Rolle spielen will, muss ich sie noch weiter verbessern und meinen Spielstil damit ausgeglichener gestalten – diese Herausforderung nehme ich an!

Der TTC hofft auch auf Ihre Stärke im Doppel. Wie würden Sie diesbezüglich ihre Fähigkeiten einschätzen?

Egal ob Doppel oder Einzel – wir müssen als Team auftreten, und ich bin in jeder Hinsicht bereit, die Mannschaft auf jeder Position zu unterstützen, auf der mich der Trainer einsetzt.

Darüber hinaus gelten Sie als Sympathieträger und Zuschauerliebling. Auf was für einen Menschen darf sich der Verein und dürfen sich die Fans freuen?

Der Druck vor und während der Spiele ist sehr groß. Daher hoffe ich einfach, die Situation möglichst gut zu bewältigen und zugleich ein gutes Aushängeschild für die Mannschaft, meinen Verein und letztlich für die gesamte Liga zu sein.

Kennen Sie bereits Ihre künftigen Mitspieler Ruwen Filus und Fan Bo Meng?

Ja, natürlich! Während der World Tour habe ich zeitweise mit Ruwen Filus trainiert. Er ist ein toller Spieler und einer der besten Verteidiger der Welt. Auch Fan Bo Meng habe ich schon auf der World Tour gesehen. Er ist ein großes Talent. Ich gehe fest davon aus, dass wir ein tolles Gespann in der TTBL bilden werden.

Quadri Aruna

Quadri Aruna gilt als Sympathieträger, die Fuldaer Fans dürfen sich auf einen neuen Publikumsliebling freuen. (Foto: ITTF)

In Deutschland wird Ihr Name immer wieder in einem Atemzug mit dem Sieg gegen Timo Boll bei den Olympischen Spielen 2016 genannt. Welchen Stellenwert nimmt dieses Turnier in Ihrer Karriere ein?

Auf einer Bühne wie den Olympischen Spielen gegen Timo zu gewinnen, hat meiner Karriere natürlich einen Schub gegeben. Aber dieser Sieg ist Vergangenheit, und ich halte meinen Blick lieber in die Zukunft gerichtet, in der ich für Nigeria, für Fulda-Maberzell sowie für die Sponsoren und natürlich die Fans auf der ganzen Welt alles geben möchte.

Das Coronavirus hat den Sportbetrieb stillgelegt und auch zur Verschiebung der Olympischen Spiele geführt. Wie blicken Sie auf die Situation und die Entscheidung des IOC?

Das Coronavirus ist ein großer Schock für die gesamte Welt. Wir alle hoffen, dass sich die Situation bald wieder verbessert. Gesundheit ist das allerwichtigste, und ihr muss wieder Priorität eingeräumt werden. Daher bin ich der Meinung, dass das IOC die richtige Entscheidung getroffen hat.

Mit Omar Assar war noch ein weiterer Spieler aus Afrika in der TTBL aktiv, zur neuen Saison wechselt er von Borussia Düsseldorf in die französische Liga. Wie sehen Sie die Entwicklung des Tischtennis-Sports in Afrika?

Der Tischtennis-Sport hat sich in Afrika sehr gut entwickelt. Das Spielniveau ist heute deutlich höher als noch vor einigen Jahren. Ich hoffe sehr, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und afrikanische Spieler jedes Jahr ein bisschen besser werden.

 

Beitragsbild oben: Quadri Aruna (Foto: ITTF)