BOBOCICA: „MÜSSEN BEREIT SEIN, WENN SICH DER ALLTAG WIEDER NORMALISIERT“



Aufregende Wochen liegen hinter Mihai Bobocica: Erst erkämpfte der 33 Jahre alte Italiener mit dem TTC Zugbrücke Grenzau doch noch den Klassenerhalt in der Tischtennis Bundesliga (TTBL), dann verpasste er aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus den 21. Spieltag. Wir haben mit Bobocica über die Situation in Italien und seine sportliche Zukunft gesprochen.

Mihai Bobocica

Mihai Bobocica verlässt den TTC Zugbrücke Grenzau zur kommenden Saison, strebt aber eine Rückkehr in die TTBL an. (Foto: Wolfgang Heil)

Das Corona-Virus hält derzeit die Welt in Atem, Sie selbst haben aufgrund der Situation in Italien bereits den 21. Spieltag verpasst. Besonders wichtig ist natürlich die Frage: Wie geht es Ihnen?

Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus in Italien habe ich tatsächlich leider am 21. Spieltag nicht dabei sein können. Es wäre für mich und alle Beteiligten in Grenzau nicht sicher gewesen, da ich mich während der Reise hätte anstecken können. Mir geht es aber gut, ich bin mit meiner Frau und meinem Kind zu Hause. Leider kann ich derzeit meine anderen Familienmitglieder nicht sehen, da Reisen nur bei Notfällen erlaubt sind und für die Arbeit. Aber meine Arbeit, der Tischtennis-Sport, wurde bekanntlich komplett eingestellt – ich kann derzeit nicht einmal Trainingseinheiten absolvieren.

Wie müssen wir uns den Alltag eines Profisportlers in der Quarantäne vorstellen? Ist an Sport überhaupt zu denken?

Seit zehn Tagen bin ich in Quarantäne. In dieser Zeit versuche ich, meinen Körper fit und meinen Geist frisch zu halten und nicht meine Ziele und die viele Arbeit der vergangenen Jahre aus dem Blick zu verlieren. Diese Situation wird vorübergehen. Und natürlich können wir Athleten nicht einfach den Sport vergessen – er ist schließlich unser Leben. Daher müssen wir weiter hart arbeiten. Auch wenn die Bedingungen derzeit schlecht sind, gibt es viele Dinge, die wir abseits des Tisches machen können, um uns zu verbessern. Das beste Beispiel ist Timo Boll, der nicht mehr so viel trainiert, sich aber selbst im Alter von 39 immer noch weiter verbessert. Ich bin mir sicher, dass er sich zu Hause mental optimal vorbereitet.

Wie ist der Kontakt zwischen den Spielern? Welche Themen beherrschen das Gespräch, welche Lösungen gibt es?

Wir reden derzeit nicht viel über den Sport, da jeder Spieler in einer anderen Situation steckt. Einige haben etwas mehr Glück und können nach wie vor trainieren. Aber ich denke, nach und nach wird der Betrieb überall ruhen. Das müssen wir erst einmal akzeptieren und uns für den Moment bereithalten, an dem sich der Alltag wieder normalisiert.

Auch die Hauptrunde der TTBL ist aufgrund des Corona-Virus vorzeitig beendet, mit dem TTC Zugbrücke Grenzau beenden Sie die Saison auf Platz elf. Wie fällt Ihr Saisonfazit aus?

Für unsere Mannschaft war es ein hartes Jahr. Wir hatten individuell irgendwann nicht mehr das nötige Selbstvertrauen und damit auch nicht als Team. Daher haben wir immer wieder die Chance verpasst, eine bessere Platzierung zu erringen. Allerdings: Unter dem Strich war es unser Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen – und dieses Ziel haben wir erreicht. Es war also eine schlechte Saison mit einem guten Ende. Aber trotz dieser negativen Erfahrungen war es letztlich eine wichtige Erfahrung, die jeden von uns ein Stück weiter in seiner Entwicklung bringt.

Ihr Vertrag in Grenzau läuft im Sommer aus. Können Sie uns schon etwas über Ihre Zukunft verraten?

In der nächsten Saison werde ich in Italien spielen, um näher bei meiner Familie zu sein, da wir von unserem aktuellen Wohnort im Süden in die Heimat meiner Frau im Norden umziehen. Aber mein Ziel ist es auf jeden Fall, so bald wie möglich in die TTBL zurückzukehren, sobald meine Familie angekommen ist und sich wohlfühlt. Die TTBL ist die beste Liga in Europa, und es ist ein Privileg, ein Teil davon zu sein.

TTBL TOP 10: Mihai Bobocica

 

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Beitragsbild oben: Mihai Bobocica (Foto: Wolfgang Heil)