BOLL FÜHRT DÜSSELDORF ZUM TRIPLE



Borussia Düsseldorf schlägt im Liebherr TTBL-Finale 2018 die TTF Liebherr Ochsenhausen mit 3:1 und gewinnt damit nach dem Pokal und der Champions League auch die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Für den Serienmeister vom Rhein ist es der fünfte Meistertitel in Folge und der 30. der Vereinsgeschichte. Für die Entscheidung in der Fraport Arena Frankfurt sorgt ein überragender Timo Boll.

Timo Boll

Wieder einmal nicht zu schlagen: Timo Boll (Foto: BeLa Sportfoto)

Borussia Düsseldorf ist erneut Deutscher Mannschaftsmeister. Das Team um Topstar Timo Boll setzte sich am Samstagnachmittag im Liebherr TTBL-Finale 2018 mit 3:1 gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen durch. Damit sicherte sich der deutsche Rekordmeister zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte das Triple aus Pokalsieg, Champions-League-Triumph und Deutscher Meisterschaft. „Die Torte hatten wir schon, nun sollte heute auch noch die Kirsche darauf. Ich bin einfach nur stolz auf die ganze Truppe, dass das geklappt hat“, freute sich Borussia-Trainer Danny Heister über den Erfolg.

Begonnen hatte das Endspiel vor 2.700 Zuschauern in der Fraport Arena Frankfurt allerdings mit der Führung des Herausforderers. Hugo Calderano ließ sich im Duell mit Stefan Fegerl von einem knappen Satzverlust im ersten Durchgang nicht beirren und setzte den Titelverteidiger mit seinem 3:1-Erfolg gleich zu Beginn unter Druck. Doch Boll bewies anschließend, dass er mit solchen Situationen bestens umgehen kann. Dem Franzosen Simon Gauzy – eigentlich nicht gerade der Lieblingsgegner des 37-Jährigen – ließ Boll keinerlei Chance. „Normalerweise kommt Simon immer besser ins Spiel als ich, heute war es umgekehrt“, so der Weltranglisten-Dritte. „Insgesamt hatte ich allerdings schon das Gefühl, dass es gegen Ochsenhausen mindestens so schwer wird wie gegen Orenburg.“

Diesen Eindruck dürfte nach der Pause auch Kristian Karlsson gehabt haben, der gegen Joao Geraldo plötzlich mit 0:2 zurücklag, die Partie jedoch noch drehen konnte. „Das war vielleicht das Schlüsselspiel“, fand Heister. „Kristian war unheimlich nervös und hektisch, hat das aber super in den Griff bekommen und so den Weg frei gemacht für Timo, der dann natürlich ein Riesen-Spiel gemacht hat.“

Calderano wehrt sich 

Hugo Calderano

Spielte ein starkes Finale: Hugo Calderano (Foto: BeLa Sportfoto)

Ein „Riesen-Spiel“ lieferte allerdings auch erneut Calderano ab, der sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage stemmte. Gleich zweimal zwang der Portugiese Düsseldorfs Nummer eins in die Satzverlängerung, im dritten Durchgang gelang es ihm dann sogar, acht Matchbälle abzuwehren, ehe Boll zum für ihn erlösenden 19:17 verwandeln konnte – und anschließend sichtlich erleichtert war. „Auch wenn es beides 3:0-Spiele waren, am Ende entscheiden Nuancen. Ich weiß nicht, ob wir auf nationaler Ebene schon mal einen stärkeren Gegner als Ochsenhausen hatten.“

Und so saß die Enttäuschung bei TTF-Präsident Kristijan Pejinovic angesichts des unter dem Strich knappen Ergebnisses auch nicht ganz so tief: „Es fühlt sich trotzdem gut an, endlich wieder in Frankfurt gewesen zu sein. Die Jungs können wirklich stolz sein auf diesen zweiten Platz. Für sie war es das erste Finale in dieser Konstellation. Düsseldorf muss ich zu einer bärenstarken Leistung gratulieren. Heute war der Timo-Boll-Faktor ausschlaggebend.“ Das sah auch Gauzy so, der deutlich geknickter war als sein Präsident: „Timo war heute einfach sehr, sehr stark. Das hat es für uns enorm schwer gemacht. Düsseldorf ist einfach die beste Mannschaft in Europa.“ Und nun auch eine, die mit dem Triple dekoriert ist.

Stehle: „Weltklasse-Tischtennis geboten“

Nico Stehle, Geschäftsführer der Tischtennis Bundesliga (TTBL), zog abschließend ein positives Fazit der Veranstaltung: „Wir sind stolz, zwei europäische Top-Mannschaften in der Liga zu haben, die uns heute Weltklasse-Tischtennis geboten haben. Mit dem Standort und dieser tollen Arena sind wir nach wie vor sehr zufrieden und können und bei unseren Partnern und natürlich den Zuschauern nur bedanken.“

Das Finale in der Übersicht

TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 1:3
Hugo Calderano – Stefan Fegerl 3:1 (10:12, 11:8, 11:8, 11:7)
Simon Gauzy – Timo Boll 0:3 (7:11, 6:11, 7:11)
Joao Geraldo – Kristian Karlsson 2:3 (11:8, 11:8, 1:11, 4:11, 6:11)
Hugo Calderano – Timo Boll 0:3 (6:11, 13:15, 17:19)

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto