BREMEN STEHT IM HALBFINALE



Während Borussia Düsseldorf und der 1. FC Saarbrücken TT das Erreichen des Champions-League-Halbfinales verpassen, zieht Bremen im ETTU Cup in die Runde besten Vier ein, macht es gegen La Romagne jedoch mehr als spannend.

Gejubelt werden durfte beim SV Werder Bremen bereits vor dem offiziellen Ende der Partie. Denn im Entscheidungseinzel reichten Kirill Skachkov gegen den Franzosen Brice Ollivier bereits zwei Sätze, um seiner Mannschaft den Einzug ins Halbfinale des ETTU Cups zu sichern. Somit war es den Bremern dann auch herzlich egal, dass Ollivier das Match und Stella Sport La Romagne schließlich das Viertelfinal-Rückspiel mit 3:2 gewann: Dank des minimal besseren Satzverhältnisses (11:10) aus dem 3:2-Hinspielerfolg ziehen die Hanseaten trotz der Niederlage (11:11) in die Vorschlussrunde ein. „Natürlich ist die Freude riesengroß“, so Teamchef Sascha Greber. „Ein europäisches Halbfinale zu erreichen, ist immer etwas Besonderes.“

Matchwinner des Abends in der Bremer Klaus-Dieter-Fischer-Halle war wie in der Vorwoche der Russe Skachkov, der im zweiten Einzel zunächst den im Hinspiel so starken Chen Tian Yuan bezwang und schließlich die entscheidenden Sätze holte. Der sonst so sichere Bastian Steger hingegen kassierte gegen Ollivier und Chen gleich zwei Niederlagen. „Basti hat der Mannschaft die ganze Saison über geholfen, heute war es mal umgekehrt“, so Greber. „Ein ganz besonderes Spiel war natürlich Costas (Constantin Cioti, Anm. d. Red.) Duell gegen seinen alten Freund Adrian Crisan. Diese Aufgabe hat er mit Bravour gemeistert.“ Im Halbfinale, das im März und April stattfindet, trifft Bremen nun entweder auf Champions-League-„Absteiger“ VS Angers TT aus Frankreich oder DKV Borges Vall aus Spanien.

Unterlag trotz großer Aufholjagd: Adrien Mattenet (Foto: Tanto)

Unterlag trotz großer Aufholjagd: Adrien Mattenet (Foto: Tanto)


Saarbrücken scheitert knapp

Er war nah dran, sehr nah sogar. Der nach seiner Verletzung wiedergenesene Adrien Mattenet hätte beinahe das kaum noch für möglich Gehaltene wahr gemacht und seinem 1. FC Saarbrücken TT doch noch den Einzug ins Halbfinale beschert. Denn ein Erfolg gegen Abwehrspieler Wang Yang wäre das 3:0 gewesen, mit dem die Saarländer die 1:3-Hinspiel-Niederlage (5:11 Sätze) gegen Olimpia Unia Grudziadz hätten umbiegen können. Doch der Franzose unterlag nach einer irren Aufholjagd schließlich doch in fünf Sätzen.

Damit war klar, dass Kaii Yoshida im vierten Einzel des Abends zwei Satzgewinne reichen würden – und es am Ende auch taten. Mit hängendem Kopf gratulierte Saarbrückens Bojan Tokic dem Japaner und trat zum dritten Satz erst gar nicht mehr an. Damit muss Saarbrücken wie in der Vorsaison im Viertelfinale der europäischen Königsklasse die Segel streichen, kann sich jedoch auf die Fahne schreiben, zumindest alles versucht zu haben. Denn Tiago Apolonia (3:1 gegen Yoshida) und Tokic (3:0 gegen Yaroslav Zhmudenko) hatten die Saarländer vor einer tollen Kulisse vor der Pause mit starken Leistungen in Führung gebracht und so das Tor zum Halbfinale weit aufgestoßen.

Bolls Niederlage besiegelt das Aus

Ähnlich erging es dem Vorjahresfinalisten Borussia Düsseldorf im Rückspiel gegen AS Pontoise-Cergy TT, auch wenn es für die Rheinländer nicht derart knapp war. Im französischen Pontoise hatte sich die Mannschaft von Timo Boll trotz der 2:3-Niederlage mit 6:12 Sätzen im Hinspiel noch Hoffnungen auf ein Weiterkommen gemacht, bereits zur Pause war jedoch klar, dass für den deutschen Rekordmeister dieses Mal bereits im Viertelfinale Endstation sein würde.

Zum Auftakt unterlag Düsseldorfs Abwehrass Panagiotis Gionis dem Spitzenspieler der Franzosen Marcos Freitas (0:3), der bereits im Hinspiel zwei Punkte für den französischen Meister geholt hatte. Das Duell mit Wang Jian Jun hätte Timo nach diesem Ergebnis unbedingt für sich entscheiden müssen, tat sich gegen den Chinesen jedoch von Anfang an schwer und musste sich nach fünf engen Sätzen geschlagen geben. Selbst wenn nach der Pause alle folgenden Einzel mit 0:3 an Düsseldorf gegangen wären – ein Weiterkommen war aufgrund des Satzverhältnisses bereits zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass Kamal Achanta Kristian Karlsson bezwang und Gionis im fünften und entscheidenden Einzel Wang unterlag.

Die Spiele im Überblick

SV Werder Bremen – Stella Sport La Romagne 2:3

Bastian Steger – Brice Ollivier 2:3 (12:10, 9:11, 7:11, 11:9, 7:11)
Kirill Skachkov – Chen Tian Yun 1:3 (1:11, 11:9, 11:7, 11:8)
Constantin Cioti – Adrian Crisan 3:1 (11:6, 9:11, 11:6, 13:11)
Bastian Steger – Chen Tian Yun 1:3 (11:13, 11:7, 7:11, 11:13)
Kirill Skachkov – Brice Ollivier 2:3 (11:9, 8:11, 11:6, 7:11, 7:11)

Olimpia Unia Grudziadz – 1. FC Saarbrücken TT 3:2

Kaii Yoshida – Tiago Apolonia 1:3 (11:8, 10:12, 6:11, 9:11)
Yaroslav Zhmudenko – Bojan Tokic 0:3 (7:11, 8:11, 9:11)
Wang Yang – Adrien Mattenet 3:2 (11:2, 11:8, 8:11, 11:13, 9:11)
Kaii Yoshida – Bojan Tokic 3:0 (11:4, 11:8, Aufgabe Tokic)
Yaroslav Zhmudenko – Tiago Apolonia 3:0 (Aufgabe Apolonia)

AS Pontoise-Cergy TT – Borussia Düsseldorf 3:2

Marcos Freitas – Panagiotis Gionis 3:0 (11:7, 11:6, 11:8)
Wang Jian Jun – Timo Boll 3:2 (12:10, 2:11, 12:10, 10:12, 11:7)
Kristian Karlsson – Kamal Achanta 2:3 (5:11, 13:11, 11:3, 11:13, 9:11)
Marcos Freitas – Patrick Franziska 0:3  (Aufgabe Freitas)
Wang Jian Jun – Panagiotis Gionis 3:0 (11:7, 11:6, 11:6)