TTCLM AUSGELOST: MÜHLHAUSEN GEGEN HOBOKEN, DÜSSELDORF UND SAARBRÜCKEN SCHON IN DER GRUPPENPHASE



Die Gruppenphase der neuen Saison in der Champions League (TTCLM) ist am heutigen Freitag ausgelost worden: Der Post SV Mühlhausen kämpft gegen den TTC Sokah Hoboken um den Einzug in die Gruppenphase, während Borussia Düsseldorf und der 1. FC Saarbrücken TT bereits für diese qualifiziert sind.

Der Post SV Mühlhausen bekommt es in der ersten Runde der kommenden Saison 2020/21 in der Champions League (TTCLM) mit dem TTC Sokah Hoboken zu tun. Das hat die Auslosung am heutigen Freitag in Luxemburg ergeben. Gegen die Belgier aus Antwerpen kämpft der Vorjahresfünfte der Tischtennis Bundesliga (TTBL) im Oktober in Hin- und Rückspiel um den Einzug in die Gruppenphase.  „Ich muss gestehen, mir ist der Gegner nahezu unbekannt“, sagt Post-SV-Geschäftsführer Thomas Stecher, dessen Team in den vergangenen zwei Spielzeiten jeweils den Sprung in das Viertelfinale geschafft hatte. „Ich gehe aber fest davon aus, dass wir die Hürde meistern können und ausreichend Qualität haben, die nächste Runde zu erreichen“, ergänzt Stecher. „In Corona-Zeiten freut es mich zudem, dass wir das Ziel in rund fünfeinhalb Stunden mit dem Auto erreichen können und die Reisestrapazen damit relativ gering halten.“

In den weiteren Erstrunden-Partien treffen Boer Taverzo (Niederlande) und Leka Enea TDM (Spanien), der TTC Enfireex Ostrava (Tschechien) und K.S. Dekorglass Dzialdowo (Polen) sowie die SPG Walter Wels (Österreich) und AS Pontoise Cergy TT (Frankreich) aufeinander. Die Hinspiele der ersten Runde finden im Zeitraum vom 7. bis 9. Oktober statt, das Rückspiel zwischen dem 21. und 23. Oktober. Anschließend startet Ende November die Gruppenphase. Die Halbfinals sind für Februar 2021 vorgesehen, die Finals für den 17. bis 19. und den 24. bis 26. März 2021.

Düsseldorfer Wiedersehen mit Omar Assar

Bereits für die Gruppenphase qualifiziert sind Borussia Düsseldorf und der 1. FC Saarbrücken TT aufgrund ihrer Positionen in der Setzliste. In Gruppe D trifft Düsseldorf neben einem Gewinner der ersten Runde auf die GV Hennebont. Gegen die Franzosen, die zur neuen Saison Omar Assar von der Borussia verpflichtet haben, hatte der deutsche Rekordmeister bereits im vergangenen Jahr in der Gruppenphase gespielt und beide Vergleiche mit 3:1 gewonnen. „Hennebont ist das stärkste Team aus Lostopf zwei und ein alter Bekannter“, kommentiert Düsseldorf-Manager Andreas Preuß. „Es waren schon viele heiße Duelle dabei, und da in diesem Jahr aufgrund des neuen Systems kein Ausrutscher mehr erlaubt ist, stellen wir uns auf zwei interessante und spannende Spiele ein, gerade auch mit Omar.“

Für Saarbrücken geht es in Gruppe C unter anderem gegen das dänische Team Roskilde Bordtennis BTK61, das in der Vorsaison im Viertelfinale mit 0:3 und 2:3 gegen Düsseldorf ausgeschieden war. „Ich bin froh, dass wir KS Bogoria Grodzisk Mazowiecki aus dem Weg gehen“, sagt FCS-Organisationsleiter Nicolas Barrois zur Auslosung. „Roskilde mit Michael Maze ist eine Traditionsmannschaft und ein attraktiver Gegner. Jetzt müssen wir abwarten, wer das dritte Team in der Gruppe wird, wobei ich alle Mannschaften als sehr gefährlich einschätze. Das ändert aber nichts daran, dass unsere Zielsetzung der Gruppensieg ist und damit das Halbfinale.“

In Gruppe A finden sich Fakel-Gazprom Orenburg (Russland) und KS Bogoria Grodzisk Mazowiecki (Polen), in Gruppe B der TTSC UMMC (Russland) und der Sporting Clube de Portugal (Portugal).

Neuer Modus, neuer Wettbewerb

Dass sich Mühlhausen, anders als in den Vorjahren, erst noch für die Gruppenphase qualifizieren muss, liegt an einer grundlegenden Reform, die der europäische Verband ETTU vorgenommen hat. Wurde bislang in vier Vierergruppen gespielt und anschließend im Viertelfinale im K.o.-Modus, bestreiten die Vereine der Setzlistenplätze 9 bis 16 nun eine vorgeschaltete Qualifikation mit Hin- und Rückspiel. Während die vier Verlierer die Saison im ETTU-Cup fortsetzen, rücken die vier Gewinner in die Gruppenphase vor. Die Vereine der Setzlistenplätze 1 bis 8 dagegen, darunter Düsseldorf und Saarbrücken, sind direkt für die Gruppenphase qualifiziert, die künftig aus vier Dreiergruppen besteht. Nach der Gruppenphase geht es mit dem Halbfinale weiter, nur die vier Gruppenersten erreichen folglich die nächste Runde, die -zweiten steigen in den Europe Cup ab.

Wer überhaupt für die TTCLM qualifiziert ist, entscheidet sich zudem nicht länger durch die Weltranglistenpunkte der Spieler, sondern anhand der Leistungen der Klubs in den vergangenen drei Jahren: Die 16 bestbewerteten Teams spielen in der TTCLM, die Vereine der Positionen 17 bis 32 im Europe Cup, alle weiteren in der neu eingeführten Europe Trophy.

Punktesystem im K.o.-Modus

Reformiert wurde zudem der K.o.-Modus, der ein Punktesystem erhält: Für ein 3:0 oder ein 3:1 sammelt die siegreiche Mannschaft drei Punkte, für ein 3:2 zwei Punkte, für eine 2:3-Niederlage gibt es einen Punkt, bei einer 1:3- oder 0:3-Niederlage geht eine Mannschaft dagegen leer aus. Sollten die Kontrahenten nach Hin- und Rückspiel punktgleich sein, kommt es zum sogenannten Golden Match, das direkt im Anschluss an den zweiten Mannschaftskampf durchgeführt wird. Dieses besteht aus drei Matches, die jeweils über einen Satz gespielt werden.

„Die Neuerungen in der Champions League sind gut und zeitgemäß. Die neue Art der Qualifikation belohnt die Ergebnisse der Vereine in den europäischen Wettbewerben und betrachtet nicht nur die aktuellen Mannschaftskader“, sagt Düsseldorf-Manager Andreas Preuß zu der Reform. „Vor allem aber haben die Top-Klubs, die das Endspiel erreichen, in Zeiten eines immer volleren Terminkalenders künftig nur noch acht statt zwölf Spiele.“

 

Beitragsbild oben: Ovidiu Ionescu vom Post SV Mühlhausen (Foto: Christian Habel)