DAS LIEBHERR POKAL-FINALE: VIER TEAMS, DREI SPIELE, EIN ZIEL



Die vier besten Teams der Pokalsaison kämpfen am Samstag im Liebherr Pokal-Finale um den ersten Titel der Spielzeit. Titelverteidiger TTF Liebherr Ochsenhausen bekommt es zunächst im Halbfinale in der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm mit Rekordchampion Borussia Düsseldorf zu tun, im Parallelspiel trifft der 1. FC Saarbrücken TT auf den ASV Grünwettersbach. Direkt im Anschluss steigt das große Finale.

Hugo Calderano

Titelverteidiger gegen Rekordpokalsieger: Hugo Calderano und Ochsenhausen bekommen es im Halbfinale mit Düsseldorf zu tun. (Foto: BeLa Sportfoto)

Der Favorit im Liebherr Pokal-Finale? Der war wohl noch nie so schwer auszumachen vor dem Final-Four-Turnier wie in dieser Saison. Mit den TTF Liebherr Ochsenhausen, Borussia Düsseldorf und dem 1. FC Saarbrücken TT haben es schließlich alle drei Titelanwärter unter die besten vier Teams geschafft. Komplettiert wird das Feld am Samstag durch den ASV Grünwettersbach – den Außenseiter zwar, aber einen gewiss nicht chancenlosen. Dass es extrem eng zugehen dürfte in der ratiopharm arena, zeigt unsere Spielprognose.

Von einem „50:50-Spiel“ zwischen Düsseldorf und Ochsenhausen spricht TTF-Trainer Dmitrij Mazunov, und diese Einschätzung wird durch die Statistik gestützt. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 47,9 Prozent gewinnt der Titelverteidiger das Kräftemessen mit der Borussia – viel offener kann ein Match kaum sein. Im anderen Halbfinale ist Saarbrücken mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 85,3 Prozent favorisiert, während der ASV nichtsdestotrotz seine Chance von 14,7 wird nutzen wollen. Treten die beiden wahrscheinlichen Fälle ein, treffen also Düsseldorf und Saarbrücken im Endspiel aufeinander, geht dieses zu 58,4 Prozent an den FCS – erneut also wäre es fast eine Fifty-Fifty-Angelegenheit. Eine Menge Spannung ist also garantiert.

Patrick Franziska

Patrick Franziska und Co. haben laut Spielprognose leicht die Nase vorne im Titelrennen. (Foto: BeLa Sportfoto)

„An einem Tag wird alles entschieden“

All das aber sind, natürlich, erst einmal nur Rechenspiele. Denn am Samstag werden unzählige Faktoren den Ausschlag geben, welches Team den ersten Titel der Saison feiern darf. „An einem Tag wird alles entschieden“, fasst es Saarbrücken-Trainer Slobodan Grujic zusammen. „Da muss man auf den Punkt topfit und konzentriert sein. Dafür wollen wir alles tun.“ Dass seine Mannschaft mit Grünwettersbach die mutmaßlich leichteste Aufgabe erwischt hat, dürfe nicht zu Leichtsinn führen, fordert Grujic: „Sie verfügen über eine starke Mannschaft“, sagt er, „und insbesondere ein gutes Doppel. Wir dürfen die Aufgabe auf keinen Fall leichtfertig angehen und müssen hundertprozentig konzentriert sein.“

In der Liga hatte Saarbrücken die Aufgabe Grünwettersbach souverän gelöst: Am 8. Spieltag gab es ein 3:0. Damals sorgten Patrick Franziska, Darko Jorgic und Shang Kun für die Punkte – eine Aufstellung, die auch am Samstag zu erwarten ist. Der ASV aber wird sich keinesfalls verstecken und setzt seine Hoffnungen unter anderem auf die Fans. Zahlreiche Anhänger haben sich angekündigt und wollen den ASV als „Rote Wand“ zum Coup tragen. Unbestritten ist zudem, dass die Mannschaft über große Qualität verfügt. „Unsere Spieler haben ausreichend Erfahrung mit solchen Situationen“, sagt Trainer Joachim Sekinger. Wang Xi schließlich stand bereits viermal mit dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell im Pokalfinale, Sathiyan Gnanasekaran und Dang Qiu blicken auf zahlreiche wichtige internationale Einsätze zurück. „Wir haben ein starkes Team“, ergänzt Sekinger: „An einem guten Tag kann die Mannschaft jeden Gegner schlagen.“

Dang Qiu

Dang Qiu hofft mit dem ASV Grünwettersbach auf den großen Coup. (Foto: Friedrich Haubner)

Düsseldorf gibt Favoritenrolle weiter

Ganz ähnlich drücken sich die Verantwortlichen von Borussia Düsseldorf aus. Nach dem Viertelfinal-Aus im Vorjahr sei bereits das Erreichen des Final Fours ein großer Erfolg, sagt Manager Andreas Preuß. Die Favoritenrolle gibt der Rekordpokalsieger, der am Samstag den 27. Pokaltriumph anstrebt, nämlich gerne weiter. Ochsenhausen sei, auch wenn die Spielprognose bekanntlich die Borussia minimal vorne sieht, im Duell am Samstag favorisiert, meint Preuß: „Sie sind exzellent besetzt“, sagt der 57-Jährige, betont aber zugleich: „Wir sind gut genug, um alle Teams im Feld zu schlagen.“ Ähnlich sieht es Timo Boll. „Es ist gleich zum Jahresauftakt eine richtige Herausforderung. Da müssen wir als Team hellwach sein“, sagt der Düsseldorfer Spitzenspieler. „Auch wenn es fünf Euro fürs Phrasenschwein kostet: Wer Titel gewinnen will, muss eh jeden schlagen.“

Die jüngsten drei Duelle mit Ochsenhausen waren schließlich an die Tischtennisfreunde gegangen, jüngst im November mit 3:1. Mit großem Selbstvertrauen geht der Titelverteidiger daher die schwere Halbfinal-Hürde an: „Natürlich gibt es leichtere Gegner als Borussia Düsseldorf. Aber wir haben gegen sie zuletzt einiges Selbstvertrauen gesammelt, und ich bin mir sicher: Sie werden ebenfalls nicht glücklich sein, gegen uns zu spielen“, sagt TTF-Coach Mazunov. Eine Schlüsselrolle dürfte am Samstag den Spitzenspielern zukommen: Während Ochsenhausen auf zwei Punkte von Hugo Calderano hofft, setzt Düsseldorf auf Boll. „Das Spiel wird auch ein Aufstellungspoker“, sagt daher Düsseldorf-Trainer Danny Heister.

Poker mit ungewissem Ausgang, so wie das gesamte Final Four.

 

Alle, die am Samstag nicht in der ratiopharm arena vor Ort sind, können natürlich trotzdem live dabei sein: Alle Spiele werden in HD und aus mehreren Kamera-Perspektiven in unserem kommentierten Stream im TTBL-TV und auf Tischtennis-Deutschland.TV gezeigt. Los geht es um 11 Uhr mit den Halbfinals, im Anschluss steigt das große Finale.

 

Timo Boll

Timo Boll erwartet ein offenes Rennen um den Titel. (Foto: MaJo)

Das Liebherr Pokal-Finale in der Übersicht

Halbfinals (ab 11 Uhr)

Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen

1. FC Saarbrücken TT – ASV Grünwettersbach

Finale (im Anschluss)

Sieger Halbfinale 1 – Sieger Halbfinale 2

 

TTBL-Spielprognosen*

Halbfinale 1: Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen

Wahrscheinlichkeit Düsseldorf-Sieg: 52,1 %

Wahrscheinlichkeit Doppel: 39,6 %

Wahrscheinlichstes Ergebnis: 3:1 (23,7 %)

Halbfinale 2: 1. FC Saarbrücken TT – ASV Grünwettersbach

Wahrscheinlichkeit Saarbrücken-Sieg: 85,3 %

Wahrscheinlichkeit Doppel: 24,8 %

Wahrscheinlichstes Ergebnis: 3:1 (37,9 %)

Mögliches Finale 1: Borussia Düsseldorf – 1. FC Saarbrücken TT

Wahrscheinlichkeit Düsseldorf-Sieg: 41,6 %

Wahrscheinlichkeit Doppel: 39,7 %

Wahrscheinlichstes Ergebnis: 2:3 (23,6 %)

Mögliches Finale 2: Borussia Düsseldorf – ASV Grünwettersbach

Wahrscheinlichkeit Düsseldorf-Sieg: 78,6 %

Wahrscheinlichkeit Doppel: 30,1 %

Wahrscheinlichstes Ergebnis: 3:1 (38,2 %)

Mögliches Finale 3: TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT

Wahrscheinlichkeit Ochsenhausen-Sieg: 39,3 %

Wahrscheinlichkeit Doppel: 37,2 %

Wahrscheinlichstes Ergebnis: 1:3 (24,0 %)

Mögliches Finale 4: TTF Liebherr Ochsenhausen –ASV Grünwettersbach

Wahrscheinlichkeit Ochsenhausen-Sieg: 78,7 %

Wahrscheinlichkeit Doppel: 29,8 %

Wahrscheinlichstes Ergebnis: 3:1 (35,8 %)

Wahrscheinlichkeiten Pokalsieg

Borussia Düsseldorf: 24,5 %

TTF Liebherr Ochsenhausen: 21,6 %

1. FC Saarbrücken TT:50,8 %

ASV Grünwettersbach: 3,1 %

© Tim Scheffczyk, M. Sc. VWL (Data Analyst)

* Weitere Informationen zu den dargestellten Werten finden Sie hier.

 

Die ausführlichen Vorschauen zu den einzelnen Teams finden Sie hier:

· Borussia Düsseldorf
· TTF Liebherr Ochsenhausen
· 1. FC Saarbrücken TT
· ASV Grünwettersbach

 

Beitragsfoto oben: BeLa Sportfoto