DER ASV GRÜNWETTERSBACH SETZT AUF TEAMGEIST



Mit einem neuen Trainer startet der ASV Grünwettersbach in die neue Saison, Joachim Sekinger beerbt Rade Markovic. Angesichts namhafter Abgänge erwartet der Neue eine schwierige Saison in der Tischtennis Bundesliga (TTBL), sieht sein Team aber gut gerüstet für die neue Runde. Zum entscheidenden Faktor soll der Teamgeist werden.

Joachim Sekinger

Joachim Sekinger ist neuer Cheftrainer beim ASV Grünwettersbach.

In seinem Verein kennt Joachim Sekinger jeden Stein. Und so war die Berufung des 44-Jährigen in das Amt des Cheftrainers zu Jahresbeginn keine große Überraschung: Sekinger spielte selbst jahrzehntelang für den ASV, war unter anderem am Aufstieg in die zweite Liga beteiligt und unterstützte seinen Vorgänger Rade Markovic bereits in den vergangenen Jahren in der Spielanalyse. „Als ich gefragt wurde, ob ich den Posten übernehmen möchte, stand für mich sofort fest: Das musst du machen“, sagt Sekinger heute. Eine Woche Bedenkzeit habe er sich trotzdem erbeten, um sich mit seiner Familie abzustimmen. Dann sagte er zu.

Dabei könnte Sekingers Premierensaison in der TTBL gleich eine schwierige werden. Denn während sich zahlreiche Teams aus dem Mittelfeld beträchtlich verstärkt haben, musste der Vorjahressiebte einige Federn lassen. „Bad Königshofen hat Bastian Steger geholt, Werder Bremen mit Mattias Falck einen Vizeweltmeister, Grenzau hat die jungen Wilden, und Jülich hat sich mit Deni Kozul ebenfalls gut verstärkt“, blickt ASV-Manager Martin Werner auf die vier Teams, die die Grünwettersbacher in der Vorsaison hinter sich gelassen hatten.

Zwei Abgänge, drei Neue

Die Badener dagegen mussten den Abgang zweier Leistungsträger verkraften: Ricardo Walther kehrte zurück zu Borussia Düsseldorf, Bojan Tokic wechselte zu Apuania Carrara nach Italien. Verpflichtet wurden mit Wang Xi vom TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ein Routinier sowie die Youngster Tobias Rasmussen (1. FC Saarbrücken TT) und Guilherme Teodoro (SV Plüderhausen). Komplettiert wird der Kader durch Dang Qiu und Sathiyan Gnanasekaran, der allerdings auch in seiner zweiten TTBL-Saison nicht in allen Partien zur Verfügung stehen wird. Der erhoffte Transfer von Cho Seungmin scheiterte am Veto des südkoreanischen Verbandes.

„Auf dem Papier etwas schlechter als im Vorjahr“ sei die Mannschaft, zumindest wenn man nur auf die Einzelspieler blicke, befindet Sekinger. Dieser Eindruck jedoch trüge: „Das sind alles sehr mannschaftsdienliche Spieler“, sagt der 44-Jährige, „ich habe ein richtig gutes Gefühl bei der Truppe.“ Einen ähnlichen Eindruck hat der Manager gewonnen. Schon beim Fotoshooting sei die Stimmung prächtig gewesen, sagt Werner. Er hofft: „In einer schwierigen Phase, die im Laufe einer Saison immer mal kommen kann, könnte dieser Mannschaftsgeist noch sehr wichtig werden.“

Sathiyan Gnanasekaran

Sathiyan Gnanasekaran startet in seine zweite TTBL-Saison. (Foto: Henning Braun)

Mindestens Platz zehn ist das Ziel

Genau in diesem Mannschaftsgeist sieht Sekinger einen wichtigen Teil seiner neuen Rolle. Technisch seien die Spieler auf diesem Niveau heutzutage ohnehin beinahe ausgereift, erklärt er. Harmonie im Team sei das Ziel und damit eine schlagkräftige, aufopferungsvolle Truppe. „Ich möchte meine ganze Tischtennis-Erfahrung, aber auch meine ganze Lebenserfahrung weitergeben“, sagt Sekinger. Insbesondere den jungen Spielern solle daher kein Druck gemacht werden. Rasmussen (22) und Teodoro (17) sollen langsam an das Niveau in der TTBL herangeführt werden, Qiu (22) den nächsten Schritt nehmen.

Eine mittel- und langfristige Entwicklung der Mannschaft und damit des Vereins sehen die ASV-Verantwortlichen als ihre Aufgabe. Konkrete sportliche Ziele für die kommende Saison hingegen formulieren sie nur ungern, auch angesichts einer im Mittelfeld sehr ausgeglichenen Liga. Klar aber ist: Mindestens Rang zehn soll es bitteschön sein, ein Nichtabstiegsplatz also. Dieser Aufgabe dürfte Sekinger alles unterordnen – und vielleicht macht am Ende ja der Teamgeist tatsächlich den Unterschied.

 

Beitragsfoto oben: BeLa Sportfoto