DER ERFOLGREICHSTE UND DIE WECHSELKÖNIGE: ZAHLEN ZUR NEUEN SAISON II



Die neue Saison in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) naht mit großen Schritten, am 6. September steigt der erste Spieltag. Ehe es so weit ist, haben wir ein bisschen mit Zahlen jongliert. Im zweiten Teil blicken wir auf den jüngsten und den ältesten Spieler, auf den erfolgreichsten der Vorsaison und auf die Wechselkönige.

Maciej Kubik

Maciej Kubik ist erst 17 Jahre alt und damit einer der jüngsten Spieler, die in der TTBL zum Einsatz kommen werden. (Foto: ITTF)

Der jüngste Spieler: Zahlreiche Talente kämpfen Jahr für Jahr in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) um eine sportliche Zukunft auf allerhöchstem Niveau. Und in der neuen Spielzeit sind es, zumindest dem Gefühl nach, besonders viele Nachwuchskräfte, die auf den Durchbruch hoffen. Gleich acht Spieler unter 20 Jahren dürften regelmäßig zu sehen sein, zudem sind vier weitere Amateure in dieser Altersklasse lizenziert. Der Jüngste ist Tayler Fox, der am 3. Mai 2005 geboren wurde und mit 15 Jahren zwar nur Außenseiter-Chancen auf einen Einsatz beim TTC OE Bad Homburg haben dürfte, aber mutmaßlich einer großen Zukunft entgegensieht. Jüngster der bereits etablierten Spieler ist Maciej Kubik, der zur neuen Saison zu den TTF Liebherr Ochsenhausen gewechselt ist und demnächst sein TTBL-Debüt geben dürfte. In der vergangenen Runde spielte der am 10. Februar 2003 geborene Pole in der 2. Bundesliga beim 1. FSV Mainz 05, bei den polnischen Meisterschaften erstritt der 17-Jährige bereits eine Bronzemedaille. (Ein Porträt Kubiks lesen Sie hier.) Ebenfalls noch 17 Jahre alt ist Kay Stumper vom TTC Neu-Ulm, kaum älter ist Kubiks Teamkamerad Samuel Kulczycki, der zu Beginn des Monats seinen 18. Geburtstag gefeiert hat. Weitere Youngster sind unter anderen Vladimir Sidorenko (18; TTC Neu-Ulm), Maksim Grebnev (18), Lev Katsman (19), Rares Sipos (19; alle TTC OE Bad Homburg) und Fan Bo Meng (19; TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell).

Der älteste Spieler: Keiner ist älter als „King Kara“: Gespannt blickt die gesamte TTBL auf den TTC Zugbrücke Grenzau, der mit Aleksandar Karakasevic einen Routinier für die neue Spielzeit verpflichtet hat. 44 Jahre alt ist der Serbe inzwischen, sein feines Händchen dürfte er aber kaum eingebüßt haben. „Ich bin hier, um der Mannschaft zu helfen“, sagte Karakasevic jüngst im TTC-Podcast Das Rauschen im Walde. „Wenn ich mit den Jungs zusammen bin, fühle ich mich gleich selbst ein ganzes Stück jünger.“ Mit Cristian Pletea (20) und Ioannis Sgouropoulos (20) stehen schließlich zwei Youngster im Grenzauer Kader, und Robin Devos ist auch erst 26 Jahre alt. Und dann wäre da ja noch der Trainer: Dieses Amt hat Colin Heow übernommen, der mit 31 Jahren ein ganzes Stück jünger ist als sein ältester Schützling. Dass auch im fortgeschrittenen Tischtennis-Alter noch große Erfolge zu erzielen sind, ist ohnehin unbestritten. Timo Boll schließlich, mit 39 Jahren auf Platz zwei in diesem Ranking, legte in der vergangenen Saison eine 17:1-Bilanz hin.

Der Erfolgreichste: Nur einmal hatte Timo Boll im Laufe der vergangenen TTBL-Saison das Nachsehen, ausgerechnet diese Niederlage war allerdings eine entscheidende. Mit 2:3 unterlag der Superstar von Borussia Düsseldorf im Play-off-Halbfinale gegen Hugo Calderano, am Ende verlor der Rekordmeister mit dem gleichen Ergebnis gegen den Titelverteidiger. Trotz dieser Niederlage ist Boll mit einer 17:1-Bilanz und folglich einer Siegquote von 94,4 Prozent der erfolgreichste Spieler der vergangenen Saison. Noch mehr Siege als der 39-Jährige feierte Shang Kun, der den 1. FC Saarbrücken TT zur ersten Deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte führte. 23 seiner 27 Duelle entschied der Chinese für sich, macht eine Quote von 85,2. Sowohl Shang als auch Boll werden auch in der kommenden Saison in der TTBL zu sehen sein und weiterhin für Weltklasse-Tischtennis sorgen. Weitere beeindruckende Quoten erspielten unter anderen Jakub Dyjas (TTF Liebherr Ochsenhausen/18:5-Bilanz; 78,3 Prozent Siegquote) und Tiago Apolonia (TTC Neu-Ulm/21:6; 77,8).

TTC Zugbrücke Grenzau

Drei Zugänge, drei Abgänge: Kein Verein nahm mehr Veränderungen zur neuen Saison vor als der TTC Zugbrücke Grenzau. (Foto: TTC Zugbrücke Grenzau)

Die Wechselkönige: Mit Umbrüchen kennen sie sich aus beim TTC Zugbrücke Grenzau, auch zur neuen Saison hat der Traditionsverein aus dem Westerwald mal wieder den einen oder anderen Wechsel vollzogen. Drei Akteure sind neu in Grenzau, drei haben den Verein verlassen – mehr Veränderung gab es bei keinem anderen TTBL-Verein. Und die Neuaufstellung darf aufhorchen lassen, denn mit Cristian Pletea hat der TTC ein hochveranlagtes Talent gewonnen, mit Robin Devos einen gestanden TTBL-Profi und mit Aleksandar Karakasevic einen Altmeister. Ebenfalls gespannt sein darf man auf die TTF Liebherr Ochsenhausen, auch der Double-Sieger von 2019 hat sechs Wechsel vorgenommen: Kanak Jha, Maciej Kubik und Samuel Kulczycki sind neu, Stefan Fegerl, Jakub Dyjas und Vladimir Sidorenko haben den Klub verlassen. Ebenfalls neu sind, man ahnt es bereits, bei beiden Vereinen die Trainer: Colin Heow lenkt künftig die Geschicke in Grenzau (ein Interview lesen Sie hier), während Yong Fu in Ochsenhausen übernommen hat. Fünf Wechsel gab es beim TTC Neu-Ulm – neu ist unter anderen Emmanuel Lebesson –, auf vier Veränderungen bringt es der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Die komplette Transferliste für die neue Saison gibt es übrigens hier.

 

Beitragsbild oben: Timo Boll von Borussia Düsseldorf (Foto: BeLa Sportfoto)