DER SAISONRÜCKBLICK: PLÄTZE 10 BIS 6



Am kommenden Samstag ist sie offiziell Geschichte, die Saison 2017/18 der Tischtennis Bundesliga (TTBL). Höchste Zeit also, zurückzuschauen. Wer überraschte, wer enttäuschte? In zwei Teilen blicken wir auf die abgelaufene Saison zurück und starten mit der unteren Tabellenhälfte.

Dirk Wagner

Erlebte eine Saison zum Vergessen: Dirk Wagner (Foto: Heil)

TTC Zugbrücke Grenzau (Platz 10)

Nein, es war wahrlich nicht die Saison des Traditionsvereins aus dem Westerwald. Dabei sollte doch alles besser werden als im Vorjahr. Doch schon zu Beginn wurde deutlich, dass es die Mannschaft von Trainer Dirk Wagner erneut schwer haben würde. Fünf Spiele, fünf Niederlagen, nur zwei gewonnene Einzel, letzter Platz. Bei dieser Platzierung blieb es bis zum Schluss, auch wenn im November nach zwei Siegen in Folge noch einmal Hoffnung aufkeimte. Als dann auch noch Kou Leis Engagement ein unrühmliches Ende fand und Ersatzmann Jörg Schlichter notgedrungen zur Stammkraft wurde, war der letzte Tabellenplatz endgültig besiegelt. Ein weiterer Sieg gelang Grenzau nicht mehr.

TSV Bad Königshofen (Platz 9)

Mit einer solchen Premiere im Oberhaus hatten im Vorfeld wohl nur die wenigsten gerechnet. Doch der Aufsteiger aus Unterfranken mischte die Liga gehörig auf und reihte Achtungserfolg an Achtungserfolg – bis dem Team von Coach Koji Itagaki am 8. Spieltag die große Sensation gelang. Dank zweier Punkte ihres slowenischen Shootingstars Darko Jorgic schlug Bad Königshofen Ende November Rekordmeister Borussia Düsseldorf völlig überraschend mit 3:2. Drei weitere Siege sollten noch folgen. Am Ende standen ganze fünf Saisonerfolge zu Buche und  damit mehr als die Verantwortlichen zu träumen gewagt hatten. Da tat die Tatsache, dass das nur zum vorletzten Platz reichte, der Freude über einen gelungenen Einstand keinen Abbruch – und das völlig zurecht.

TTC Schwalbe Bergneustadt (Platz 8)

Völlig anders vorgestellt hatten sich den Saisonverlauf dagegen die Verantwortlich in Bergneustadt. Nach Abschluss der Hinrunde standen gerade einmal zwei magere Saisonsiege zu Buche. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Außer Eigengewächs Benedikt Duda liefen alle übrigen Spieler ihrer Form hinterher. Steffen Mengel gewann von acht Spielen lediglich ein einziges, Neuzugang Kamal Achanta von vier Spielen keines. In der zweiten Saisonhälfte lief es dann jedoch deutlich besser und die ‚Schwalben‘ betrieben mit vier Siegen Schadensbegrenzung. So reichte es am Ende der Saison immerhin noch zu Platz 8. In der kommenden Saison dürfte sich der Verein aus dem Oberbergischen deutlich mehr vornehmen.

ASV Grünwettersbach  (Platz 7)  

2:3 – von diesem Ergebnis dürften die Spieler des ASV zwischenzeitlich bereits Albträume gehabt haben. Bis in den späten Januar hinein verlor die Mannschaft von Trainer Rade Markovic auf diese Weise ganz sechs Partien – ehe am 13. Spieltag gegen Grenzau der erlösende dritte Saisonsieg gelang. Und so waren die insgeheim anvisierten Play-off-Plätze schon früh kein Thema mehr. Und doch war der Erfolg gegen Grenzau gewissermaßen der Startschuss für einen bemerkenswerten Schlussspurt, der im spektakulären und emotionalen 3:1-Heimsieg gegen Ochsenhausen weiter Fahrt aufnahm – und Teammanager Achim Krämer am Mikrofon schier ausflippen ließ (siehe Video). Wie so häufig gelangen dort Masataka Morizono zwei Punkte. Am Ende spielte der Superstar der Karlsruher mit 16:4 gar die beste Bilanz der Liga. Eindrucksvoller hätte sich der Japaner, der in seine Heimat zurückkehrt, nicht aus Grünwettersbach verabschieden können.

Post SV Mühlhausen (Platz 6)

Die Mannschaft von Trainer Erik Schreyer startete exzellent die Saison und spielte sich vor allem am heimischen Kristanplatz in einen regelrechten Rausch. Bis zum 13. Spieltag, als Düsseldorf in Mühlhausen mit 3:0 gewann, gaben die Thüringer vor eigenem Publikum – mit Ausnahme des De-facto-Heimspiels in Washington – nicht ein einziges Spiel ab und lagen dank ihrer Heimstärke lange Zeit auf Play-off-Kurs. In der Rückrunde konnte der Post SV jedoch nicht an die Leistungen der ersten Halbserie anknüpfen. Trotzdem reichte es am Ende zu einem starken sechsten Platz, der in Mühlhausen wohl Lust auf mehr gemacht haben dürfte. Mit der Verpflichtung von Steffen Mengel hat die Mannschaft jedenfalls weiter an Qualität gewonnen. 

Beitragsbild oben: Zacher