DER SAISONRÜCKBLICK: PLÄTZE 5 BIS 1



Am kommenden Samstag ist sie offiziell Geschichte, die Saison 2017/18 der Tischtennis Bundesliga (TTBL). Höchste Zeit also, zurückzuschauen. Wer überraschte, wer enttäuschte? In zwei Teilen blicken wir auf die abgelaufene Saison zurück und enden mit der oberen Tabellenhälfte.

Omar Assar

Durchwachsene Saison: Omar Assar (Foto: BeLa Sportfoto)

SV Werder Bremen (Platz 5)

Vorrunde top, Rückrunde Flop – das war die Saison des SV Werder Bremen. In einer tollen ersten Saisonhälfte lagen die Norddeutschen um Neuzugang Omar Assar hinter Düsseldorf lange auf dem zweiten Tabellenplatz und starteten mit zwei weiteren Siegen ins zweite Halbjahr. Von da an wollte der Mannschaft von Trainer Cristian Tamas jedoch plötzlich nicht mehr viel gelingen. Die knappe 2:3-Niederlage gegen Bergneustadt am 12. Spieltag war der Auftakt für eine rabenschwarze Serie, die nur vom 3:1-Heimsieg gegen Mühlhausen unterbrochen wurde. Und so standen sechs Siegen in der Vorrunde lediglich drei Siege in der Rückrunde gegenüber. In der Endabrechnung bedeutete das: abgeschlagen auf Rang fünf statt erhoffter Play-off-Teilnahme. Auf die wartet Bremen mittlerweile seit 2013 vergeblich.

1. FC Saarbrücken TT (Platz 4)

Einen völlig anderen Saisonverlauf erlebten die Saarländer, die sich trotz vier Siegen zum Auftakt nach einer durchwachsenen Vorrunde nur auf sechs wiederfanden. Patrick Franziska und Co. ließen dann allerdings eine Serie von vier Siegen folgen und waren plötzlich wieder auf Kurs. Aus Neu-Ulm kehrte das Team von Coach Slobodan Grujic Anfang Januar zudem als Vize-Pokalsieger zurück. Dass es dann hinten raus doch noch einmal eng wurde mit den Play-offs, lag am schweren Restprogramm gegen alle Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte. Doch ein umkämpfter Auswärtserfolg in Mühlhausen und ein klarer Heimsieg gegen Bremen bescherte Saarbrücken schließlich die neunte Play-off-Teilnahme in Folge. Dort war dann allerdings gegen den späteren Titelträger Düsseldorf Endstation.

TTF Liebherr Ochsenhausen (Platz 3)

Die Saison der Tischtennisfreunde aus Oberschwaben begann mit einem kapitalen Fehlstart. Nach drei zum Teil klaren Auftaktniederlagen fand sich die junge Mannschaft von Trainer Dubravko Skoric plötzlich im hinteren Tabellendrittel wieder. Gerade noch rechtzeitig konnte Ochsenhausen das Ruder herumreißen und sich mit vier Siegen in Folge auf einen Play-off-Platz vorarbeiten – der jedoch prompt wieder verloren ging. Doch der Schlussspurt stimmte: Von den letzten fünf Saisonspielen ging nur ein einziges verloren, dazu gelang Simon Gauzy und Co. am 18. und damit letzten Spieltag noch der Sprung auf Platz drei, mit dem Ochsenhausen einem Play-off-Duell mit Düsseldorf aus dem Weg ging. Im Halbfinale gegen Fulda ließ Ochsenhausen anders als im Vorjahr diesmal nichts anbrennen und zog mit zwei 3:1-Erfolgen letztlich souverän ins Finale ein. Der Titel war Ochsenhausen allerdings nicht vergönnt. Noch nicht.

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell (Platz 2)

Auch wenn es zwischenzeitlich nicht danach aussah – am Ende zogen die Osthessen äußert souverän in die Play-offs ein. Das lag vor allem an einer sensationellen zweiten Saisonhälfte und einer äußerst beeindruckenden Serie. Auftakt ebendieser war der umjubelte 3:2-Heimerfolg am 12. Spieltag, als Dauerrivale und Angstgegner Düsseldorf in voller Mannschaftsstärke – also mit Timo Boll – in die Domstadt gereist war und dennoch unterlag. Von da lief es für das Team um Trainer Qing Yu Meng wie am Schnürchen. Am Ende fehlten Fulda nur zwei Punkte zu Spitzenreiter Düsseldorf. Dann allerdings riss die Siegesserie ausgerechnet in den Play-offs. Zweimal unterlagen Ruwen Filus und Co. Ochsenhausen mit 1:3 und Fulda verpasste nach dem Liebherr Pokal-Finale im Januar auch das anvisierte Liebherr TTBL-Finale. 

Borussia Düsseldorf (Platz 1)

Dem Titelhamster vom Rhein gelang 2017/18 zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte die perfekte Saison, an deren Ende das Triple aus Pokalsieg, Deutscher Meisterschaft und Champions-League-Titel stand. In der Liga war die Mannschaft um Timo Boll ohnehin das Maß aller Dinge und belegte ab dem 2. Spieltag ununterbrochen den ersten Tabellenplatz. Drei Schönheitsfehler gab es dennoch, darunter die sensationelle 2:3-Heimniederlage gegen Aufsteiger Bad Königshofen sowie je eine Pleite gegen Fulda und Saarbrücken. Doch immer wenn es darauf ankam, war Düsseldorf da. So auch im Liebherr TTBL-Finale, in dem die Mannschaft von Trainer Danny Heister ihren derzeit härtesten Konkurrenten Ochsenhausen mit 3:1 bezwingen konnte – einem überragenden Timo Boll sei Dank (siehe Video).

Zum ersten Teil des Rückblicks.

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto