DER TEAMCHECK FÜR DIE NEUE SAISON | TEIL 1



Am Wochenende startet die Tischtennis Bundesliga (TTBL) in die Saison 2019/20 – höchste Zeit also, einen Blick auf die zwölf Mannschaften zu werfen. Im ersten Teil unseres Teamchecks blicken wir auf den TTC Neu-Ulm, den TTC indeland Jülich, den SV Werder Bremen und den TTC Zugbrücke Grenzau.

An Jaehyun

An Jaehyun und der TTC Neu-Ulm hoffen noch auf die Freigabe des WM-Dritten durch den südkoreanischen Verband. (Foto: ITTF)

TTC Neu-Ulm: Wundertüte Neu-Ulm – der Verein startet bekanntlich nicht nur in seine erste TTBL-Saison, sondern in seine erste Saison im Spielbetrieb überhaupt. Dabei nötigt der Kader, den Vereinspräsident Florian Ebner und Teammanagerin Nadine Berti zusammengestellt haben, aber auch vielen Experten Respekt ab. Mittelfristig möchte Neu-Ulm zwar vor allem auf junge Talente setzen, aufgrund der Kürze der Zeit aber wurde zunächst vor allem Erfahrung verpflichtet. Mit Gustavo Tsuboi und Tiago Apolonia spielen zwei TTBL-erfahrene Profis beim Neuling, dahinter ist der Franzose Abdel-Kader Salifou eingeplant. Mit den Chinesen Hao Shuai und Cui Qinglei sowie dem südkoreanischen WM-Dritten An Jaehyun werden die Neu-Ulmer im Saisonverlauf zudem mehrfach durch spielstarke Asiaten verstärkt. Den Kader vervollständigen Viktor Brodd als möglicher Salifou-Ersatz und der 16 Jahre alte Kay Stumper, der langsam an das TTBL-Niveau herangeführt werden soll. Der angestrebte Mittelfeldplatz im Premierenjahr scheint möglich für die ambitionierten Neu-Ulmer.

TTC indeland Jülich: Breiter und stärker wollte sich der TTC indeland Jülich in der zweiten Saison nach dem Aufstieg aufstellen, und das scheint gelungen zu sein. Einerseits wurde mit Ewout Oostwouder eine neue Nummer vier verpflichtet, sodass Ausfälle besser aufgefangen werden können. Andererseits soll der von Walter Wels gekommene Deni Kozul die Jülicher in der kommenden Saison in der Spitze verstärken. Zudem dürfte Dennis Klein den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen, selbiges gilt für Robin Devos. In den Himmel wachsen werden die Bäume für den Klub von der Rur deswegen aber wohl nicht. Nachdem die vergangene Saison punktlos und mit 9:60 Spielen beendet wurde, hofft Vereinspräsident Michael Küven nun auf zwei, drei Siege. Gut möglich, dass das gelingt – viel mehr aber dürfte angesichts einer ebenfalls verstärkten Konkurrenz kaum drin sein.

SV Werder Bremen: Angesichts von Platz zehn blicken die Bremer auf eine verkorkste Saison zurück. Nachdem die Mannschaft ihr Potenzial kaum einmal hatte abrufen können, entschieden sich die Verantwortlichen zum Umbruch: Drei Viertel des Teams wurden ausgetauscht, das Durchschnittsalter von 30,75 Jahren auf 25,5 Jahre gesenkt. Spektakulärster Neuzugang ist Vizeweltmeister Mattias Falck, der den Wechsel Bastian Stegers zum TSV Bad Königshofen kompensieren soll. Doch nicht nur aufgrund der Verpflichtung des Schweden zählt Werder für manch Beobachter zu den möglichen Anwärtern auf die Play-off-Teilnahme. Auch dahinter verfügen die Hanseaten mit Kirill Gerassimenko, Marcelo Aguirre und Hunor Szöcs über Qualität und Bundesliga-Erfahrung gleichermaßen. Trainer Cristian Tamas aber mahnt vor zu hohen Erwartungen an sein neu formiertes Team und fordert Realismus. Nichtsdestotrotz sagt er: „Es wäre toll, wenn wir möglichst lange im Kampf um Platz vier dabei wären.“ Das Potenzial dazu ist auf jeden Fall vorhanden.

Kanak Jha

Kanak Jha zählt zu den größten Talenten im Welt-Tischtennis. In der kommenden Saison gibt er für den TTC Zugbrücke Grenzau sein TTBL-Debüt. (Foto: ITTF)

TTC Zugbrücke Grenzau: Kein Team ist jünger als das des TTC Zugbrücke Grenzau. Gerade einmal 22,5 Jahre sind die Spieler im Schnitt alt: Anders Lind (20) sowie die Neuzugänge Kanak Ja (19) und Ioannis Sgouropoulos (19) gehen an der Seite von Mihai Bobocica (32) ins Rennen. Entsprechend gespannt wird die gesamte Liga auf die Entwicklung blicken, die die Talente im Verlauf der kommenden Monate nehmen werden. Dass sie das Potenzial haben, auch die ganz Großen zu schlagen, haben die jungen Wilden jedenfalls schon mehrfach gezeigt: Jha etwa lieferte bei der WM eine starke Leistung gegen Ma Long, Lind hatte Mattias Falck bei der EM im vergangenen September am Rande einer Niederlage. Bei den Saisonzielen stapelt der neue Grenzau-Trainer Chris Pfeiffer aber lieber erst mal tief. Er möchte den Druck auf sein junges Team möglichst gering halten. „Ziel ist ein Nicht-Abstiegsplatz“, sagt der Nachfolger von Dirk Wagner und stellt die Entwicklung der Spieler in den Vordergrund: „Wenn die Jungs eine stabile Leistung zeigen, bin ich zufrieden.“

 

Beitragsfotos oben: BeLa Sportfoto (2), ITTF, Margret Nündel