DER TEAMCHECK FÜR DIE NEUE SAISON | TEIL 3



Am Wochenende startet die Tischtennis Bundesliga (TTBL) in die Saison 2019/20 – höchste Zeit also, einen Blick auf die zwölf Mannschaften zu werfen. Im dritten und letzten Teil unseres Teamchecks blicken wir auf den TTC Schwalbe Bergneustadt, den 1. FC Saarbrücken TT, Borussia Düsseldorf und die TTF Liebherr Ochsenhausen.

Duda/Drinkhall

Das Doppel, hier Benedikt Duda und Paul Drinkhall, war der Trumpf des TTC Schwalbe Bergneustadt in der vergangenen Saison. (Foto: Henning Braun)

TTC Schwalbe Bergneustadt: Beim TTC Schwalbe Bergneustadt dürfen sie stolz zurückblicken. Die vergangene Saison schließlich endete auf Platz vier, erstmals erreichte der 1946 gegründete Klub damit die Play-offs. Markige Sprüche für die neue Spielzeit gibt es deswegen aber nicht. „Wir blicken erst mal nach unten“, sagt Trainer Yang Lei. „Es wird eine schwere Saison, denn einige Mannschaften haben sich sehr gut verstärkt.“ Bei Bergneustadt dagegen hat sich personell wenig getan: Einzig Vladimir Sidorenko hat den Verein verlassen, ihn ersetzt Alberto Miño. Die Erfolgsgaranten des Vorjahres dagegen sind geblieben, auch 2019/20 treten Benedikt Duda, Paul Drinkhall und Alvaro Robles an. Damit verfügt der TTC Schwalbe weiterhin über die im Vorjahr entscheidende Waffe im Kampf um die Plätze: das starke Doppel. Neunmal ging Bergneustadt in der vergangenen Spielzeit ins Schlussdoppel, acht davon wurden gewonnen. Zeigt sich der Klub weiterhin so nervenstark, könnte der Vorjahrescoup möglicherweise sogar wiederholt werden – trotz erstarkter Konkurrenz.

1. FC Saarbrücken TT: Bereits im Vorjahr hatte es der 1. FC Saarbrücken TT bis ins Finale geschafft, für die neue Saison wurde der Kader nun sogar noch einmal verstärkt. Patrick Franziska, dem stärksten Spieler der vergangenen Spielzeit, wird mit dem Chinesen Shang Kun eine weitere Führungsfigur zur Seite gestellt. Gemeinsam sollen sie dem jungen Team Halt geben. Denn hinter diesem Duo verfügt Saarbrücken mit Darko Jorgic, Tomas Polansky und Cristian Pletea über drei der größten Talente im europäischen Tischtennis. Als Vorbild dient dabei der aktuelle deutsche Meister Ochsenhausen: „Sie haben vorgemacht, wie der kontinuierliche Aufbau von jungen Spielern funktioniert, und sind uns drei, vier Jahre voraus“, sagt FCS-Organisationsleiter Nicolas Barrois. Mittelfristig sind Titel das Ziel von Saarbrücken, und die Qualität dafür hat die Mannschaft von Trainer Slobodan Grujic allemal – wenn Shang Kun sich schnell in der TTBL zurechtfindet und die Talente die erhoffte Entwicklung nehmen, möglicherweise schon in dieser Saison.

Borussia Düsseldorf: Ein Jahr ohne Titel, das hatte es seit 2006 nicht mehr gegeben. Entsprechend gespannt blickt die gesamte Liga auf Borussia Düsseldorf: Wie wird der Rekordmeister auf die Flaute der vergangenen Saison reagieren? Zunächst mal mit der Aufstockung des Kaders: Ricardo Walther wurde vom ASV Grünwettersbach geholt, zudem stehen Timo Boll, Kristian Karlsson, Anton Källberg und Omar Assar im Aufgebot. Sollte es dennoch personelle Engpässe geben, kann die Borussia zudem auf Kamal Achanta zurückgreifen. Eine Kampfansage vermeidet Düsseldorf allerdings: Breiter und stärker sei die Liga in den vergangenen Jahren geworden, sagt Trainer Danny Heister mit Blick auf die Konkurrenz. Saarbrücken und Ochsenhausen befänden sich mittlerweile auf Augenhöhe, Kleinigkeiten würden wohl letztlich den Ausschlag geben, schätzt der 47-Jährige. Und so wird Düsseldorf zwar garantiert wieder ganz vorne mitmischen, die Titelgarantie von einst scheint aber ausgelaufen.

Hugo Calderano

Hugo Calderano startet mit den TTF Liebherr Ochsenhausen als Titelverteidiger in die Saison. (Foto: BeLa Sportfoto)

TTF Liebherr Ochsenhausen: An den TTF Liebherr Ochsenhausen gab es in der vergangenen Saison kein Vorbeikommen. Die Schwaben sicherten sich das Double aus Pokal und Meisterschaft und wurden damit dem Favoritenstatus gerecht, den ihnen zahlreiche Beobachter vor der Runde zugeschrieben hatten. Grund zu großen Veränderungen am Kader gab es daher nicht. Erneut geht Ochsenhausen mit Hugo Calderano, Simon Gauzy, Stefan Fegerl und Jakub Dyjas ins Rennen, dahinter reiht sich nun Vladimir Sidorenko anstelle von Jang Woojin ein. Dabei scheint das Team in seiner Entwicklung noch nicht einmal am Ende, könnte also in der aktuellen Saison noch einmal einen Tick stärker sein als in der vorherigen. In der Pole Position für den Titel sieht Dmitrij Mazunov seine Mannschaft aber nicht. Drei Favoriten auf vergleichbarem Niveau gebe es, sagt der TTF-Trainer, neben seinem Team seien dies Düsseldorf und Saarbrücken. Ein spannendes Rennen an der Spitze scheint garantiert.

 

Beitragsfotos oben: BeLa Sportfoto (2), Henning Braun, Nicolai Schaal