DIESE STARS GEHEN



Zu den Auswirkungen des Transferkarussells gehört auch, dass einige Spieler die Tischtennis Bundesliga (TTBL) zum Ende der offiziell noch laufenden Saison verlassen und ins Ausland wechseln. Die Abgänge im Kurzporträt.

Jonathan Groth: Nach sieben Jahren in Deutschland kehrt der Däne der Tischtennis Bundeliga (TTBL) den Rücken und wechselt nach Russland zum TTSC UMMC. Begonnen hatte Groths Karriere in Deutschland bereits 2011, als der Linkshänder in der 2. Bundesliga für den TTC Schwalbe Bergneustadt aktiv war. Nach einer Zwischenstation in der 2. Mannschaft des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell landete Groth 2013 in der TTBL beim TTC Hagen, später beim TTC Zugbrücke Grenzau. Der große Durchbruch gelang ihm jedoch erst nach seiner Rückkehr nach Fulda zur Saison 2015/16. In der Weltrangliste kletterte der heute 25-Jährige zwischenzeitlich bis auf Rang 18, gemeinsam mit Patrick Franziska gewann er 2016 den EM-Titel im Doppel. Mit Fulda erreichte er zudem dreimal in Folge die Play-offs und stand mit den Osthessen 2017 im Liebherr TTBL-Finale.

Masataka Morizono

Immer spektakulär: Masataka Morizono (Foto: Braun)

Masataka Morizono: Wirbelwind, Leistungsträger, Publikumsliebling – mit dem kleinen Japaner verlässt den ASV Grünwettersbach zum Saisonende ein ganz Großer. Zwei Jahre in Folge spielte Morizono, der den ASV immer als seine Familie bezeichnete, die beste Bilanz aller TTBL-Profis und begeisterte Vereinsverantwortliche, Teamkollegen und Zuschauer gleichermaßen mit seiner spektakulären Spielweise und seinem unbändigen Siegeswillen. Doch nun lockt sein Heimatland Japan mit einer neuen, lukrativen Profiliga, in die auch zahlreiche seiner Landsleute wechseln. Doch es gibt Hoffnung: Nach seiner Zeit beim TTC Frickenhausen (2011 bis 2015) und einer Zwischenstation in Tschechien kehrte Morizono, der gemeinsam mit Yuya Oshima zu den besten Doppeln der Welt gehört, schon einmal zurück nach Deutschland.

Samuel Walker: Mit dem Engländer verlässt den ASV Grünwettersbach gewissermaßen der letzte Mohikaner. So war Walker bis zuletzt der einzig verbliebene Spieler der Aufstiegsmannschaft von 2015. Zwar konnte sich der 24-Jährige in der TTBL nie so richtig durchsetzen, war jedoch stets wichtiger Bestandteil des Teams aus dem Karlsruher Vorort. Umso größer sind Walkers Erfolge dagegen mit der englischen Nationalmannschaft, mit der er 2016 bei der Team-WM Malaysia sensationell die Bronzemedaille gewinnen konnte und 2018 als Gruppensieger erneut bis ins Viertelfinale vorstieß. Zur neuen Saison wechselt Walker nun zu Istres TT in die französische Pro A.

Yuto Muramatsu: Genau wie sein Landsmann Morizono schlägt auch Muramatsu in der kommenden Saison in der neuen japanischen Liga auf. Der Abwehrspezialist wechselte 2016 aus seiner Heimat zu den TTF Liebherr Ochsenhausen und spielte in seiner ersten Saison gleich positiv (10:7). Auch international lief es für Muramatsu zunächst blendend. 2016 gewann er mit den Czech Open sein erstes World-Tour-Turnier im Herrenbereich, Anfang 2017 kratze er in der Weltrangliste der ITTF an den Top 20 (21.). Seitdem allerdings sucht man vergeblich nach größeren Erfolgen, auch für Ochsenhausen kam Muramatsu in seinem zweiten Jahr deutlich seltener zum Einsatz und beendete die Saison nur noch knapp positiv (5:4) – spektakulär blieben seine Auftritte jedoch nach wie vor.

Joao Geraldo: Nach einem Jahr beim damaligen Aufsteiger ASV Grünwettersbach wechselte der Portugiese 2016 zu den TTF Liebherr Ochsenhausen, kam dort jedoch über die Rolle eines Ergänzungsspielers nie heraus. Nun versucht der Team-Europameister von 2014 sein Glück in Frankreich bei VS Angers TT. Tragisch allerdings: Geraldos Abschied von den Oberschwaben. Im Liebherr TTBL-Finale 2018 Ende Mai, seinem letzten Spiel für die TTF, führte der Linkshänder im Duell mit Düsseldorfs Kristian Karlsson bereits mit 2:0, verlor am Ende jedoch mit 2:3 – und war hinterher untröstlich.

Tiago Apolonia: Mit dem Portugiesen verliert der 1. FC Saarbrücken TT einen seiner Leistungsträger der vergangenen Jahre. Mit den Saarländern, für der er seit 2013 aufschlug, gewann Apolonia 2014 im deutschen Finale gegen Ochsenhausen – und damit gegen seinen Ex-Verein – den ETTU Cup und führte Saarbrücken 2016 ins Liebherr TTBL-Finale gegen Düsseldorf. Seinen größten internationalen Erfolg feierte der dreimalige Olympia-Teilnehmer 2014, als er mit Portugal Titelfavorit Deutschland bezwingen konnte und Team-Europameister wurde. Ebenso wie Muramatsu und Morizono wird Apolonia künftig in der neuen japanischen Liga aufschlagen, liebäugelt jedoch nach wie vor mit einem Champions-League-Engagement für einen europäischen Club. 

Constantin Cioti: Der viermalige Jugend-Europameister aus Rumänien wird seine Profikarriere beenden und hat sich zur neuen Saison dem Drittligisten TV Leiselheim angeschlossen. Nach zahlreichen Stationen in Deutschland – unter anderem bei Plüderhausen und Ochsenhausen – gewann Cioti mit dem SV Werder Bremen 2013 überraschend die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft und verließ die Norddeutschen erst 2017. In seiner letzten Bundesliga-Saison schlug der 34-Jährige für den TTC Zugbrücke Grenzau auf, konnte das schwache Abschneiden des Westerwälder Traditionsvereins jedoch nicht verhindern.

Eine Übersicht über alle Transfers der neuen Saison finden Sie hier, die prominentesten Neuzugänge haben wir hier vorgestellt.

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto