DÜSSELDORF ZIEHT DEN KOPF AUS DER SCHLINGE



Borussia Düsseldorf kann am 11. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) die vierte Saisonniederlage knapp verhindern und schlägt den TSV Bad Königshofen vor 1.200 Zuschauern in einer packenden Partie mit 3:2. Das Topspiel des Tages entscheidet der 1. FC Saarbrücken TT für sich, Tabellenführer bleiben die TTF Liebherr Ochsenhausen und feiern damit die Herbstmeisterschaft. Der TTC Zugbrücke Grenzau überrascht.

Mizuki Oikawa

Niederlage trotz zweier Einzelsiege: Mizuki Oikawa (Foto: Haubner)

Um ein Haar wäre am Sonntagabend in der Shakehands-Arena die Decke weggeflogen. Dann nämlich, wenn im Schlussdoppel zwischen dem TSV Bad Königshofen und Borussia Düsseldorf Bence Majoros und Kilian Ort noch ein paar Punkte mehr gemacht hätten. Das letzte Wort hatten vor der prächtigen Kulisse von 1.200 Zuschauern allerdings Anton Källberg und Kamal Achanta. Die schwedisch-indische Kombination bescherte dem Rekordmeister damit am 11. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) statt der vierten Saisonniederlage den siebten Saisonsieg, der Düsseldorf (5.) wieder an den Play-off-Plätzen schnuppern lässt. „Eine richtig gute Mannschaftsleistung war das heute“, freute sich Düsseldorfs Trainer Heister, der wie erwartet auf Timo Boll und Omar Assar verzichten musste. „Jeder hat seinen Teil zum Erfolg beigetragen. Die Moral stimmt und jeder kämpft für das Team.“ Ziemlich bitter verlief der Nachmittag hingegen vor allem für Mizuki Oikawa. Die japanische Nummer eins der Gastgeber gewann sowohl zum Auftakt gegen Källberg als auch im Spitzeneinzel gegen Kristian Karlsson, am Ende stand er dennoch mit leeren Händen da. Denn Karlsson glich die 1:0-Führung der Gastgeber zunächst aus, Kamal Achanta stellte nach der Pause sogar auf 2:1 für Düsseldorf, ehe Oikawa seinen zweiten Punkt machte – und im anschließenden Doppel mitansehen musste, wie seine beiden Teamkollegen eine 2:1-Satzführung nicht ins Ziel retten konnten. Damit bleibt es für Bad Königshofen beim neunten Tabellenplatz und bislang drei Saisonsiegen. Düsseldorf hingegen kann vorerst aufatmen: „Angesichts unserer Situation haben wir noch das Beste aus der Hinrunde herausgeholt“, so Borussia-Manager Andreas Preuß. „Mit diesem Sieg sind wir wieder im Geschäft.“

Mehr als nur im Geschäft weil neuer Tabellenzweiter ist nach dem Ende der Vorrunde der Post SV Mühlhausen, der sich vor heimischem Publikum gegen den TTC indeland Jülich keine Blöße gab. Bereits nach weniger als 90 Minuten Spielzeit war der ungefährdete 3:0-Erfolg gegen den ersatzgeschwächten Aufsteiger unter Dach und Fach. „Mühlhausen hat eine starke, sehr ausgeglichene Mannschaft und hat verdient gewonnen“, musste Jülichs Trainer Miroslav Broda anerkennen. Lubomir Jancarik brachte die Gastgeber gegen Ersatzmann Muhammed Akar mit 1:0 in Führung. Der erst 17-jährige Akar vertrat den verletzten Dennis Klein, war gegen die heutige Nummer eins des Post SV jedoch nach einem knappen ersten Satz völlig chancenlos. Mehr Mühe hatte da schon Daniel Habesohn, der sich jedoch in fünf Sätzen gegen Jülichs Spitzenspieler Robin Devos durchsetzen konnte und damit die Weichen klar auf Heimsieg stellte. Ebenden machte nach der Pause dann Steffen Mengel im Duell mit Martin Allegro auch perfekt. „Es macht einfach Spaß, mit der Mannschaft zu spielen“, so Mengel. „Wir sind super glücklich, dass wir die Vorrunde mit 8:2 Siegen abschließen konnten.“

Ochsenhausen feiert Herbstmeisterschaft

Eine noch bessere Bilanz haben nach den ersten zehn Partien der Saison nur die TTF Liebherr Ochsenhausen vorzuweisen. Denn der klare 3:0-Erfolg beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell am Sonntagnachmittag war für den alten und neuen Tabellenführer bereits der neunte Saisonsieg und der siebte in Serie. Eingeleitet wurde er in der Fuldaer Wilmington-Halle von Stefan Fegerl, der die Gäste gegen Ruwen Filus mit 1:0 in Führung brachte, im vierten Satz jedoch beinahe eine 8:0-Führung noch abgab. Filus jedoch konnte nach einer irren Aufholjagd seinen Satzball bei 10:9 nicht nutzen. „Da hätte die gesamte Begegnung auch kippen können“, fand TTF-Trainer Dmitrij Mazunov. „So sind wir natürlich glücklich, hier gewonnen zu haben.“ Denn auch Simon Gauzy hatte seinen Gegner zunächst gut im Griff, musste im Duell mit Wang Xi dann allerdings doch in den vierten Satz, wo er in der Verlängerung die besseren Nerven hatte (12:10). Nach der Pause stemmte sich schließlich Tomislav Pucar gegen die drohende Niederlage seiner Mannschaft, konnte aus einem deutlichen Satzgewinn zum Auftakt jedoch keinen Vorteil ziehen. Jakub Dyjas kam nach und nach besser ins Spiel und sorgte so für den Siegpunkt der Gäste aus Süddeutschland. Fulda beendet die Vorrunde nach der bereits sechsten Saisonniederlage damit nur auf dem sechsten Rang. „Wir hatten heute durchaus unsere Chancen, haben sie jedoch nicht genutzt“, ärgerte sich Fuldas Trainer Qing Yu-Meng.

Franziska/Grujic

Erfolgreiches Duo: Patrick Franziska und Slobodan Grujic (Foto: Höfer)

Chancen hatte im Topspiel gegen den 1. FC Saarbrücken TT auch der TTC Schwalbe Bergneustadt. Trotzdem blieben die Punkte am Ende im Saarland – und das vor allem dank Patrick Franziska. Die Nummer eins der Gastgeber gewann eine Woche nach seiner Pause im Spiel gegen Jülich erneut beide Einzel und führte seine Mannschaft so zum achten Sieg in Folge. Bergneustadt kann seine Erfolgsserie dagegen nicht weiter ausbauen und muss die Saarländer nach der ersten Niederlage seit fünf Spielen in der Tabelle vorbeiziehen lassen. „Das war eine enge Partie mit vielen knappen Spielen“, fand Paul Drinkhall. „Speziell mein Spiel hätte in beide Richtungen laufen können.“ Denn zum Auftakt in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle brachte Franziska die Gastgeber zwar in Führung, musste sich gegen Drinkhall in einem Duell über die volle Distanz allerdings mächtig strecken. Der Ausgleich folgte auf dem Fuß, als FCS-Neuzugang Liao Cheng-Ting gegen Benedikt Duda mit lediglich 13 eigenen Punkten völlig chancenlos war. Nach Darko Jorgics Fünfsatzerfolg gegen Alvaro Robles war es schließlich Franziska, der in einem engen Spitzeneinzel gegen Duda die Oberhand behielt, kurz vor Schluss jedoch noch einmal mächtig zittern musste. Mit 9:3 lag der Europameisterschafts-Dritte im vierten Durchgang bereits in Führung, ehe Duda sechs Punkte in Folge gelangen. Doch Franziska behielt die Nerven und machte den 3:1-Heimsieg wenig später perfekt. „Patrick hat seinen Job heute wieder einmal gut gemacht“, freute sich FCS-Trainer Slobodan Grujic.

Grenzau überrascht in Bremen

In seinem wegen des Totensonntags erst um 17 Uhr gestarteten Auswärtsspiel gegen den SV Werder Bremen bestätigte der TTC Zugbrücke Grenzau seine zuletzt aufsteigende Form und gewann im hohen Norden mit 3:1. Dabei hatte das Duell der Tabellennachbarn und Final-Four-Teilnehmer mit der erwarteten 1:0-Führung der Gastgeber begonnen, die Bastian Steger nach drei engen Sätzen gegen Mihai Bobocica herstellte. Es sollte allerdings der letzte Bremer Punkt bleiben, auch wenn Hunor Szöcs lange auf dem Weg zum 2:0 war. Doch Kirill Gerassimenko konnte die Partie gegen den Rumänen trotz mehrerer Matchbälle gegen sich noch drehen und so zum 1:1 ausgleichen. „Es ist schwer, so zu verlieren“, gab ein enttäuschter Szöcs zu Protokoll. Sein kasachischer Gegner hingegen nahm den Schwung wenig später mit ins Spitzeneinzel gegen Steger und sorgte nach der Führung durch Anders Lind für den Siegpunkt, dank dem die Westerwälder an Bremen vorbeiziehen und die Vorrunde auf dem siebten Tabellenplatz beenden. „Das war wirklich knapp heute“, fand Grenzaus Trainer Dirk Wagner. „Aber wir haben es geschafft, die ‚großen‘ Bälle zu machen und hatten auch den oder anderen glücklichen Ball mehr.“

Alle Begegnungen des 11. Spieltags sowie zahlreiche On-demand-Formate finden Sie in Kürze im TTBL-TV.

Der 11. Spieltag in der Übersicht

TSV Bad Königshofen – Borussia Düsseldorf 2:3
Mizuki Oikawa – Anton Källberg 3:1 (4:11, 11:5, 11:8, 11:5)
Bence Majoros – Kristian Karlsson 1:3 (4:11, 8:11, 11:6, 9:11)
Kilian Ort – Kamal Achanta 0:3 (7:11, 12:14, 9:11)
Mizuki Oikawa – Kristian Karlsson 3:0 (12:10, 11:8, 11:6)
Majoros/Ort – Källberg/Achanta 3:2 (17:15, 6:11, 11:7, 2:11, 9:11)

Post SV Mühlhausen – TTC indeland Jülich 3:0
Lubomir Jancarik – Muhammed Akar 3:0 (11:9, 11:4, 11:1)    
Daniel Habesohn – Robin Devos 3:2 (9:11, 11:7, 11:4, 8:11, 11:7)
Steffen Mengel – Martin Allegro 3:0 (11:8, 11:7, 11:9)

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3
Ruwen Filus – Stefan Fegerl 1:3 (4:11, 7:11, 11:8, 10:12)
Wang Xi – Simon Gauzy 1:3 (4:11, 5:11, 11:9, 10:12)
Tomislav Pucar – Jakub Dyjas 1:3 (11:5, 11:13, 9:11, 7:11)

1. FC Saarbrücken TT – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:1
Patrick Franziska – Paul Drinkhall 3:2 (8:11, 13:11, 11:3, 7:11, 11:8)
Liao Cheng-Ting – Benedikt Duda 0:3 (3:11, 5:11, 5:11)
Darko Jorgic – Alvaro Robles 3:2 (4:12, 10:12, 11:7, 8:11, 11:6)
Patrick Franziska – Benedikt Duda 3:1 (12:10, 12:10, 5:11, 11:9)

SV Werder Bremen – TTC Zugbrücke Grenzau 1:3
Bastian Steger – Mihai Bobocica 3:0 (13:11, 11:9, 11:9)
Hunor Szöcs – Kirill Gerassimenko 2:3 (11:9, 11:6, 10:12, 8:11, 10:12)
Gustavo Tsuboi – Anders Lind 1:3 (5:11, 5:11, 13:11, 8:11)
Bastian Steger – Kirill Gerassimenko 0:3 (4:11, 9:11, 9:11)

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto