EM: JAGD AUF EUROPAS KRONE BEGINNT



Vorhang auf für die Liebherr 2018 European Championships! Am Dienstagmorgen beginnen im spanischen Alicante die Tischtennis-Europameisterschaften, und die Stars der Szene kämpfen um die kontinentalen Titel im Einzel, Doppel und Mixed. Mit dabei sind zahlreiche Profis aus der Tischtennis Bundesliga (TTBL), die in allen Wettbewerben Titelchancen haben.

Timo Boll

In Alicante topgesetzt: Timo Boll (Foto: ITTF)

Im spanischen Alicante kommt von Dienstag bis Sonntag (18. bis 23. September) das Who-is-who der kontinentalen Tischtennisszene zusammen, hat dabei jedoch alles andere als einen erholsamen Urlaub im Sinn. Denn die bei Touristen beliebte Hafenstadt an der Costa Brava ist in den kommenden Tagen Schauplatz der Liebherr 2018 European Championships, der Tischtennis-Europameisterschaften. In diesem Jahr werden die Titel im Einzel, Doppel und Mixed vergeben, nachdem im September 2017 in Luxemburg der Team-Wettbewerb ausgespielt wurde.

Boll noch nicht bei 100 Prozent

In der Einzel-Konkurrenz ist Rekord-Europameister Timo Boll (Düsseldorf) vor seinem Nationalmannschaftskollegen Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland) an Position eins gesetzt, sieht sich selbst nach seiner Verletzung an der Halswirbelsäule jedoch nicht als Topfavoriten auf den Titel. „Es geht mir soweit ganz gut. Ich habe das Trainingspensum wieder gesteigert, bin aber noch nicht da, wo ich sein möchte. Ich brauche den Wettkampf auch immer, um meine Form zu finden und hoffe, dass ich einige Runden spielen werde“, so der 37-Jährige, der den Titel bereits sechsmal gewinnen konnte. Ovtcharov hatte nach 2013 zuletzt 2015 triumphiert.

Für Boll und Ovtcharov sowie weitere 30 gesetzte Athleten, darunter Titelkandidaten wie Ochsenhausens Vize-Europameister Simon Gauzy (3.), Saarbrückens Patrick Franziska (5.), Düsseldorfs Kristian Karlsson (8.) oder der französische Titelverteidiger Emmanuel Lebesson (15.), beginnt das Turnier mit der Hauptrunde am Donnerstag, wo 32 ungesetzte Qualifikanten das Feld komplettieren. Die Einzel-Qualifikation wird in Alicante in 23 Gruppen mit je vier Spielern ausgetragen, von denen sich der erste direkt für die Hauptrunde qualifiziert. Die übrigen neun Plätze werden in einer Zwischenrunde der Gruppenzweiten ausgespielt.

Franziska und Groth die Gejagten

Groth/Franziska

Die Titelverteidigung im Blick: Jonathan Groth und Patrick Franziska (Foto: ITTF)

Auch in der Doppel-Konkurrenz ist das Star-Aufgebot groß. Neben Patrick Franziska und seinem dänischen Partner Jonathan Groth, die ihren Titel als topgesetztes Duo verteidigen wollen, nehmen unter anderem die beiden Schweden Kristian Karlsson und Matthias Falck (2.) sowie das deutsche Gespann aus Ruwen Filus (Fulda) und Ricardo Walther (Grünwettersbach) die europäische Krone ins Visier. „Im Doppel möchte ich mit Ruwen eigentlich schon um die Medaillen mitspielen“, so Walther. „Da liegt der Druck bei ‚Franz‘ und Jonathan. Vielleicht können wir die beiden etwas ärgern.“ 16 Paare sind direkt für die am Donnerstag beginnende Hauptrunde gesetzt, weitere 38 Kombinationen ermitteln in zwei Qualifikationsspielen die Gegner der Gesetzten.

In der dritten Disziplin des Turniers kommen die Favoriten laut Setzungsliste aus Schweden. Matthias Falck und die in Deutschland für Berlin aktive Matilda Ekholm gehen vor dem deutschen Defensivduo aus Ruwen Filus und Han Ying von Position eins aus ins Rennen. „Es ist schwer zu sagen, wie gut das System Abwehr-Abwehr funktioniert, aber ich denke, dass Ying und ich schon einige Spieler ärgern können“, so Filus zu seinen Ambitionen. Ganz vorne mitmischen will hingegen vor heimischer Kulisse sicherlich ein anderer TTBL-Akteur: Bergneustadts Spanier Alvaro Robles tritt an der Seite seiner Landsfrau Galia Dvorak an und gehört laut Setzung zum Kreis der Favoriten (3.). 

Das portugiesisch-rumänische Ehepaar Joao Monteiro und Daniela Monteiro-Dodean wird seinen Titel aus dem Jahr 2016 in Alicante nicht verteidigen können, da der Portugiese wegen einer Verletzung auf das Turnier verzichten muss. Wie im Doppel-Wettbewerb sind auch im Mixed 16 Paare für die Hauptrunde gesetzt, um die übrigen 16 Plätze kämpfen 47 weitere Duos.

Die Europameister im Mixed werden bereits am Freitag gekürt, die Sieger im Damen- und Herren-Einzel sowie in den jeweiligen Doppel-Konkurrenzen werden in den Finalspielen am Sonntag ermittelt.

Livestream auf LAOLA1.TV

Der Internet-Sportsender LAOLA1.TV bietet an allen Turniertagen einen Livestream von vier Tischen an. Ab Freitag übertragen auch Eurosport 1 und Eurosport 2 Teile des EM-Turniers.

Alle Spiele und Ansetzungen sowie einen Liveticker finden Sie auf den Seiten des Weltverbands ITTF (engl.).

Beitragsbild oben: ITTF