FALCK: „GEISTERSPIELE SIND DER RICHTIGE WEG“



Zumindest ein Gutes hat die derzeitige Zwangspause für Mattias Falck: Der Schweden-Star hat ungewöhnlich viel Zeit für seine junge Familie. Dennoch hofft der 28-Jährige auf eine baldige Fortsetzung der Saison, mit dem SV Werder Bremen hat er schließlich die Chance auf den Titel. Wir haben mit Falck über die aktuelle Situation, seine bisherige Saison und ein mögliches Saisonfinale ohne Zuschauer gesprochen.

Mattias Falck

Mattias Falck hält sich derzeit in Halmstad auf und nutzt die Zwangspause für Zeit mit der Familie. (Foto: BeLa Sportfoto)

Die wichtigste Frage ist derzeit natürlich: Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie?

Uns geht es zum Glück gut, wir sind wohlauf.

Der Sport ruht nahezu komplett. Kommt Ihnen die Zwangspause privat sogar ein wenig gelegen – vor einem halben Jahr sind Sie schließlich Vater geworden?

Es ist definitiv eine herausfordernde Situation, und das weltweit. Aber tatsächlich hat es für mich auch eine positive Seite, da ich derzeit zu Hause bei meiner Frau und meiner sechs Monate alten Tochter sein kann. Ich bin sehr glücklich, sie wachsen zu sehen.

Nicht nur der Sport ist durch das Corona-Virus lahmgelegt, die gesamte Gesellschaft steht weitestgehend still. In Deutschland blicken viele Menschen auf den Umgang mit der Pandemie in Schweden. Wie schätzen Sie die Situation in Ihrer Heimat ein?

Wir können nur abwarten – und am Ende wird sich herausstellen, welcher der beste Weg war, mit dem Virus umzugehen. Es gibt immer positive und negative Seiten, und das gilt auch für den schwedischen Weg.

Für Ihren Verein, den SV Werder Bremen, ist der Zeitpunkt ziemlich unpassend, schließlich hat sich der Klub zum ersten Mal seit 2013 für die Play-offs qualifiziert. Wie ärgerlich wäre es, sollte es zum Abbruch der Saison kommen?

Es wäre zweifellos sehr ärgerlich, sollte es zum Abbruch kommen, für den Verein und auch für mich und meine Mitspieler. Wir haben bislang eine tolle Saison gespielt und uns sehr auf die Play-offs gefreut. Derzeit hilft nur Abwarten, wie sich die Lage rund um das Coronavirus in naher Zukunft entwickelt.

Noch hofft die Tischtennis Bundesliga (TTBL), die Saison zu Ende zu bringen. Die Play-offs sind bis 31. Mai ausgesetzt, im Juni können die ausstehenden Partien hoffentlich ausgetragen werden. Im Halbfinale ginge es für Bremen dann gegen den 1. FC Saarbrücken TT – einen Gegner, den Sie im Laufe der Hauptrunde zweimal geschlagen haben. Wie schätzen Sie die Chancen auf den Finaleinzug ein?

Es ist mit Sicherheit eine schwere Aufgabe, Saarbrücken hat schließlich eine sehr starke Mannschaft. Aber wir haben uns in den bisherigen Spielen sehr gut gegen sie geschlagen. Trotzdem sehe ich Saarbrücken in der Favoritenrolle, wenngleich nur knapp. Ich bin mir sicher: Wenn wir unsere beste Leistung abrufen, haben wir eine gute Chance.

Mattias Falck

Für das Play-off-Duell sieht Falck leichte Vorteile beim 1. FC Saarbrücken TT, sagt aber auch: „Wenn wir unsere beste Leistung abrufen, haben wir eine gute Chance.“ (Foto: Martin Stöver)

Auch im Tischtennis gibt es eine Debatte über mögliche Geisterspiele. Wie würden sich fehlende Zuschauer Ihrer Meinung nach auf die Spieler und die Begegnungen auswirken?

Es wäre schon seltsam, komplett ohne Zuschauer zu spielen. Es wäre auf jeden Fall eine neue Erfahrung. Aber es ist derzeit der einzige Weg, der richtig erscheint.

Nach Startschwierigkeiten in Ihrer ersten TTBL-Saison haben Sie sich als einer der besten Spieler der Liga etabliert und die Hauptrunde mit einer 23:10-Bilanz beendet. Welches Fazit ziehen Sie nach der bisherigen Spielzeit?

Der Start war in der Tat knifflig, ich musste erst einmal lernen, wie stark die Liga ist. In der TTBL musst du auf jedes Match 100-prozentig vorbereitet und fokussiert sein. Es ist immer hart, die Liga zu wechseln und für einen neuen Verein zu spielen – schließlich will man von seiner besten Seite zeigen. In dieser Phase und trotz der Startschwierigkeiten hatte ich jederzeit die volle Unterstützung des Vereins. Zum Glück ging es rasch bergauf, jetzt bin ich froh, die Hauptrunde mit einer guten Bilanz beendet zu haben.

Bei Bremen fühlen Sie sich offenbar wohl, schließlich haben Sie Ihren Vertrag um zwei Jahre bis 2022 verlängert. Was waren die Gründe für diese Entscheidung?

Ich fühle mich sehr wohl! Der SV Werder Bremen ist ein toller Verein, daher bin ich sehr froh über die Verlängerung. Der Verein ist wie ein Zuhause, auch aufgrund des tollen Miteinanders. In der Mannschaft haben wir einen tollen Spirit, zudem sind wir alle sehr ambitioniert, wollen in die Play-offs und zu den Top-Mannschaften der Liga gehören.

Abschließend noch eine Frage zur Nationalmannschaft: Das schwedische Tischtennis scheint nach einigen schwierigeren Jahren wieder auf dem Vormarsch. Welche Ziele kann das Team in den kommenden Jahren erreichen?

Wir werden unser Bestes geben, unsere Bronze-Medaille bei der Team-WM zu verteidigen und wollen eine Medaille bei den Olympischen Spielen erringen!

 

Beitragsbild oben: Mattias Falck (Foto: BeLa Sportfoto)