FULDA VERTEIDIGT PLATZ ZWEI



Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell lässt am 18. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) nichts anbrennen und verteidigt im Spitzenspiel gegen den 1. FC Saarbrücken TT souverän den zweiten Tabellenplatz. Die Saarländer hingegen verlieren den dritten Platz an die TTF Liebherr Ochsenhausen und treffen im Play-off-Halbfinale damit auf Hauptrundensieger Borussia Düsseldorf.

Bojan Tokic

Konnte die Pleite nicht verhindern: Bojan Tokic (Foto: BeLa Sportfoto)

Das war mehr als deutlich: Mit 3:0 wies der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell seinen Verfolger 1. FC Saarbrücken TT am 18. und letzten Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) nach weniger als zwei Stunden Spielzeit in die Schranken und schließt die Hauptrunde damit als Tabellenzweiter ab. „Wir haben stark gespielt heute“, lobte Trainer Qing Yu Meng sein Team und hob einen Spieler dabei besonders hervor: „Jonathan Groth hat das erste Mal gegen Patrick Franziska gewonnen. Das war das entscheidende Spiel heute.“ Die Partie in der gut besuchten HUBTEX-Arena lief somit früh in Richtung der Gastgeber, nachdem Wang Xi zum Auftakt Tiago Apolonia keine Chance ließ und Groth anschließend in beeindruckender Manier einen 0:2-Rückstand gegen seinen Doppelpartner Franziska drehen konnte. Nach zwei knappen ersten Durchgängen, in denen der Däne jeweils eine Führung noch aus der Hand gab, übernahm Groth mehr und mehr das Kommando und gewann schließlich verdient. Nach der Pause hatte dann auch Bojan Tokic seinem Gegner nichts mehr entgegenzusetzen und unterlag Ruwen Filus klar in drei Sätzen.

Fuldas Gegner im Play-off-Halbfinale sind die TTF Liebherr Ochsenhausen, die dank des 3:1-Heimerfolgs gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt an Saarbrücken vorbeiziehen und Dritter werden. Zu verdanken hatten die Tischtennisfreunde ihren Heimsieg ihrem stark aufspielenden Spitzenspieler Simon Gauzy. Der Franzose sorgte zum Auftakt gegen den Spanier Alvaro Robles für die 1:0-Führung und wackelte dabei lediglich im dritten Durchgang, nach gleichem Muster sorgte Gauzy im Spitzeneinzel gegen Benedikt Duda schließlich für die Entscheidung. „Die Jungs haben das heute angesichts des strammen Programms der letzten Wochen äußerst professionell durchgezogen“, fand TTF-Trainer Dubravko Skoric. „Speziell Simon hat heute praktisch fehlerlos gespielt.“ Zwischenzeitlich hatte Duda für die Schwalben zum 1:1 ausgeglichen und die Partie damit wieder spannend gemacht. Nach der Pause aber brachte Joao Geraldo die Hausherren gegen Ersatzmann Peter Sereda zurück in die Spur und stellte so die Weichen auf Sieg.

Saarbrücken trifft im Halbfinale damit nicht auf Fulda, sondern auf Hauptrundensieger Borussia Düsseldorf, der sich auch am abschließenden Spieltag gegen den TTC Zugbrücke Grenzau keine Blöße gab. Auch ohne Timo Boll und den verletzten Schweden Kristian Karlsson, dafür aber mit Trainer Danny Heister, geriet der Heimsieg des Titelverteidigers nie ernsthaft in Gefahr. Dafür sorgte ein am heutigen Donnerstag glänzend aufgelegter Stefan Fegerl, der sowohl zum Auftakt gegen Constantin Cioti als auch im Spitzeneinzel gegen Kirill Gerassimenko keinerlei Probleme hatte und beide Partien ohne Satzverlust gewann. Deutlich knapper verlief nach Fegerls 1:0-Führung das zweite Duell des Abends zwischen Anton Källberg und Gerassimenko, dass der Schwede erst nach fünf engen Durchgängen für sich entscheiden konnte. Für den Ehrenpunkt der Gäste sorgte nach der Pause im Aufeinandertreffen der beiden Ersatzspieler Jörg Schlichter mit seinem Premierensieg in der TTBL, auch wenn Borussia-Trainer Heister aufopferungsvoll kämpfte. „Ich bin natürlich sehr zufrieden“, so Matchwinner Fegerl. „Allen voran mit unserem Cheftrainer Danny Heister, der ein tolles Spiel gemacht hat, wenngleich leider verloren. Ansonsten war es wichtig, dass die Mannschaft gewonnen hat und sich im letzten Bundesliga-Hauptrundenspiel gebührend in die Play-offs verabschieden konnte.“

Grünwettersbach überrascht

Dang Qiu

Sorgte für den entscheidenden Punkt: Dang Qiu (Foto: Haubner)

Ein echter Überraschungserfolg gelang zum Abschluss der Hauptrunde dem ASV Grünwettersbach, der nach einer durchwachsenen Saison mit einem 3:2-Auswärtserfolg beim Play-off-Aspiranten SV Werder Bremen die Heimreise antritt. Dabei hatte zum Auftakt Bastian Steger die Gastgeber standesgemäß in Führung gebracht und nach Anlaufschwierigkeiten Dang Qiu bezwungen. Anschließend glich jedoch Masataka Morizono in seinem Abschiedsspiel für den ASV zum 1:1 aus, nachdem er gegen Hunor Szöcs bereits mit 1:2 zurückgelegen hatte. Nach der Pause konnte sich Omar Assar hingegen nicht mit einem Sieg von seinem Verein verschieden. Der Ägypter, der Bremen nach einem Jahr in Richtung Düsseldorf verlässt, unterlag Ricardo Walther mit 1:3. Für den Schlusspunkt sorgte nach Stegers erneutem Ausgleich schließlich Dang Qiu, der gegen Hunor Szöcs keine Mühe hatte, die starke Teamleistung der Gäste abzurunden. „Immerhin hat es heute mal geklappt, 3:2 zugewinnen, nachdem es die Saison über so oft nicht geklappt hat“, freute sich Qiu. „So ist uns ein versöhnlicher Saisonabschluss gelungen, mit dem wir gut in die neue Saison starten können.“

Versöhnlich endete am Donnerstagabend auch die Saison des Post SV Mühlhausen und zwar ganz im Sinne der Tradition mit einem Heimsieg am Kristanplatz. Die speziell in der Vorrunde so heimstarken Postler überzeugten gegen Aufsteiger TSV Bad Königshofen mit ihrer Qualität aus der ersten Saisonhälfte, in der die Thüringer lange Zeit auf Play-off-Kurs lagen. „Das war wieder ein tolles Heimspiel von uns und wieder ein 3:0“, freute sich Daniel Habesohn. „Jetzt wird mit den Fans natürlich noch ein bisschen gefeiert.“ Zu feiern hatten die Gäste aus Unterfranken an diesem Abend nur wenig, wenngleich die Mannschaft um Kilian Ort mit fünf Saisonsiegen freilich mehr als zufrieden sein kann. Siegchancen hatte Bad Königshofen jedoch auch heute: Mizuki Oikawa zum Auftakt gegen Habesohn, Ort nach der Pause gegen Lubomir Jancarik und ganz besonders Darko Jorgic im Duell mit Ovidiu Ionescu. Erst mit 11:13 im Entscheidungssatz musste sich Bad Königshofens Shootingstar in seinem letzten Spiel für den TSV seinem rumänischen Gegner geschlagen geben. „Super-Spiel, Wahnsinns-Stimmung – so macht Tischtennis Spaß“, schloss daher TSV-Manager Andy Albert trotz Niederlage.

Play-off-Termine stehen

Im ersten Play-off-Halbfinale empfangen die TTF Liebherr Ochsenhausen am 8. April um 15 Uhr den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, während der 1. FC Saarbrücken TT zeitgleich Borussia Düsseldorf zu Gast hat. Bereits eine Woche später finden am 14. April (18 Uhr) in Fulda und am 15. April (15 Uhr) in Düsseldorf die Rückspiele statt. Entscheiden jeweils beide Kontrahenten eines der beiden Duelle für sich, fällt die Entscheidung über den Einzug ins Liebherr TTBL-Finale 2018 am 21. April (18 Uhr) in Fulda und am 22. April (15 Uhr) in Düsseldorf (zum Spielplan).

Alle Partien des 18. Spieltags finden Sie in Kürze im TTBL-TV.

Der 18. Spieltag in der Übersicht

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – 1. FC Saarbrücken TT 3:0
Wang Xi – Tiago Apolonia 3:0 (11:8, 11:8, 11:3)
Jonathan Groth – Patrick Franziska 3:2 (10:12, 9:11, 11:4, 11:6, 11:8)
Ruwen Filus – Bojan Tokic 3:0 (11:6, 11:6, 11:9)

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:1
Simon Gauzy – Alvaro Robles 3:1 (11:8, 11:7, 7:11, 11:6)
Jakub Dyjas – Benedikt Duda 1:3 (8:11, 11:4, 7:11, 9:11)
Joao Geraldo – Peter Sereda 3:0 (12:10, 11:7, 13:11)
Simon Gauzy – Benedikt Duda 3:1 (11:9, 11:6, 5:11, 11:8)

Borussia Düsseldorf – TTC Zugbrücke Grenzau 3:1
Stefan Fegerl – Constantin Cioti 3:0 (11:6, 11:6, 11:9)
Anton Källberg – Kirill Gerassimenko 3:2 (11:9, 7:11, 11:8, 12:14, 12:10)
Danny Heister – Jörg Schlichter 1:3 (15:13, 6:11, 10:12, 8:11)
Stefan Fegerl – Kirill Gerassimenko 3:0 (11:5, 11:5, 11:6)

SV Werder Bremen – ASV Grünwettersbach 2:3
Bastian Steger – Dang Qiu 3:1 (14:12, 7:11, 11:4, 11:6)
Hunor Szöcs – Masataka Morizono 2:3 (12:10, 5:11, 11:9, 8:11, 9:11)
Omar Assar – Ricardo Walther 1:3 (11:8, 4:11, 13:15, 6:11)
Bastian Steger – Masataka Morizono 3:1 (11:4, 10:12, 11:6, 11:9)    
Hunor Szöcs – Dang Qiu 0:3 (10:12, 10:12, 4:11)

Post SV Mühlhausen – TSV Bad Königshofen 3:0
Daniel Habesohn – Mizuki Oikawa 3:1 (11:8, 11:5, 10:12, 12:10)
Ovidiu Ionescu – Darko Jorgic 3:2 (19:17, 11:9, 8:11, 7:11, 13:11)
Lubomir Jancarik – Kilian Ort 3:1 (11:9, 8:11, 11:9, 11:9)

Beitragsbild oben: Dr. Stephan Roscher