GERMAN OPEN: FRANZISKA GLÄNZT IN BREMEN



Saarbrückens Patrick Franziska scheitert bei den German Open in Bremen nach einer starken Turnierleistung erst im Halbfinale und gewinnt Bronze. Für Timo Boll ist dagegen bereits im Viertelfinale Endstation, wo der Weltranglistenerste dem späteren Turniersieger Ma Long unterliegt.

Patrick Franziska

Allen Grund zur Freude: Patrick Franziska (Foto: ITTF)

Was für ein Wochenende für Patrick Franziska! Bei den German Open in Bremen, die am gestrigen Sonntag  nach insgesamt sechs Turniertagen zu Ende gingen, stand der 25 Jahre alte Spitzenspieler des 1. FC Saarbrücken TT als Einziger Europäer im Halbfinale – und verpasste den Sprung ins Finale vor fast 5.000 Zuschauern in der ÖVB-Arena am Ende nur knapp. In einem hochklassigen und ausgeglichenen Match musste sich Franziska nach sechs Sätzen dem Chinesen Xu Xin geschlagen geben, war allerdings trotzdem nicht unzufrieden. „Taktisch habe ich Xu Xin Paroli geboten und ein tolles Spiel gemacht“, so die Nummer 30 der Welt gegenüber dem Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB). „Ich konnte ihn gut beschäftigen. Ein bisschen war ich sogar selbst überrascht, dass ich so lange auf einem so hohen Niveau dagegen halten konnte.“

Zuvor hatte Franziska bereits mit Erfolgen gegen die Nummern 13 und 17 der Welt für Aufsehen gesorgt, nachdem er in der 1. Runde von einer verletzungsbedingten Aufgabe seines topgesetzten Nationalmannschaftskollegen Dimitrij Ovtcharov profitiert hatte. So schlug ‚Franz‘ im Achtelfinale zunächst den Portugiesen Marcos Freitas (4:2) und bezwang eine Runde später auch Borussia Düsseldorfs Schweden Kristian Karlsson (4:1). „Insgesamt war das ein Superturnier für mich, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird“, freute sich Franziska.

Boll unterliegt Ma Long

Timo Boll

Streckte sich gegen Ma Long vergeblich: Timo Boll (Foto: ITTF)

Der hinter Ovtcharov an Position zwei gesetzte Timo Boll unterlag nach Siegen gegen den Koreaner An Jaehyun (4:0) und den Taiwaner Chuang-Chih-Yuan (4:3) im Viertelfinale dem späteren Turniersieger Ma Long (China) mit 1:4. Nach zwei deutlichen Satzgewinnen des Weltmeisters und Olympiasiegers Ma kam Boll zunehmend besser ins Spiel, verpasste es jedoch sowohl im vierten (9:4) als auch im fünften Durchgang (10:5), seine hohen Führungen ins Ziel zu bringen. „Beim World Cup gewann ich diese knappen Sätze noch“, ärgerte sich der 37-Jährige. „Heute hat nicht alles gepasst. Außerdem war Ma Long sehr kreativ und clever.“

Neben Franziska, Boll und Karlsson stand mit dem Franzosen Simon Gauzy ein weiterer Profi aus der Tischtennis Bundesliga (TTBL) in der Runde der besten Acht. Die Nummer eins der TTF Liebherr Ochsenhausen, die nach ihrer langwierigen Rückenverletzung langsam wieder in Tritt kommt, zog nach zwei Marathonsiegen gegen den Kroaten Andrej Gacina und den Hongkong-Chinesen Ho Kwan Kit ins Viertelfinale ein, unterlag dort jedoch Xu Xin (2:4).

Doppel-Konkurrenz fest in asiatischer Hand

Nach dem Einzeltitel sicherte sich Ma Long an der Seite seines Finalgegners Xu Xin im letzten Spiel des Turniers auch den Titel im Doppel-Wettbewerb. Das chinesische Gespann setzte sich im Finale mit 3:0 gegen Jeong Youngsik und Lee Sangsu durch. Die beiden Südkoreaner hatten zuvor Masataka Morizono (Grünwettersbach) ausgeschaltet, der gemeinsam mit seinem japanischen Landsmann Tomokazu Harimoto als einziger TTBL-Akteur im Halbfinale stand. Im Viertelfinale waren bereits die amtierenden Europameister Patrick Franziska und Jonathan Groth (Dänemark/Fulda) sowie das deutsche Duo Ruwen Filus (Fulda) und Ricardo Walther (Grünwettersbach) gescheitert.

Alle Ergebnisse der German Open finden Sie auf den Seiten des Weltverbands ITTF (engl.).

Beitragsbild oben: ITTF