GRENZAUS DIRK WAGNER: „WIR BLEIBEN REALISTISCH“



Nach dem missglückten Umbruch vor einem Jahr fängt der TTC Zugbrücke Grenzau in dieser Saison erneut von vorne an. Mit neuem Personal – geblieben ist nur Führungsspieler Kou Lei – soll nun vieles besser laufen. Doch Dirk Wagner, Trainer des Westerwälder Traditionsvereins, ist vorsichtig mit großen Versprechungen.

Andrej Gacina, TTC Zugbrücke Grenzau, Saison 2015/16

Vergangene Saison schmerzlich vermisst: Andrej Gacina (Foto: Roscher)

Was für eine Saison für den TTC Zugbrücke Grenzau. Nach dem Weggang der beiden Leistungsträger Andrej Gacina (Kroatien) und Masaki Yoshida (Japan) im Sommer 2016 wagten die Westerwälder mit einer jungen Mannschaft den Neuanfang – ohne große Erwartungen. Im Laufe der Spielzeit zeigte sich jedoch früh, dass die Mannschaft des neuen Cheftrainers und Sportlicher Leister Dirk Wagner, kaum konkurrenzfähig ist. Zu unbeständig waren die Leistungen des jungen japanischen Neuzugangs Kohei Sambe (Bilanz: 6:11), zu selten zeigte die neue Nummer eins Kou Lei seine Klasse (10:10). Und Liang Qiu gelang – überfordert von der Doppelbelastung Studium und Bundesliga-Tischtennis – lediglich ein einziger Erfolg in 18 Spielen.

Zum Ende der Spielzeit 2016/17, die für Grenzau mit nur zwei Saisonsiegen abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz endete, trennte sich der Verein von Qiu und Sambe. Geblieben ist lediglich der in Peking geborene Ukrainer Kou Lei, von dem sich Wagner eine Leistungssteigerung verspricht. „Ich denke, er wird in der nächsten Saison besser spielen, weil er jetzt alles kennt und ihm die Abläufe nicht mehr fremd sind.“ In Wettkampf-Form brachte sich Kou Lei im Sommer in der neugründeten indischen Profi-Liga Ultimate Table Tennis, wo er es an der Seite des Portugiesen Marcos Freitas im Team der Dabang Smashers in die Play-offs schaffte.

Hinter Kou Lei schicken die Brexbachtaler den jungen Kasachen Kirill Gerassimenko ins Rennen, der sein Land im August 2016 bei den Olympischen Sommerspielen vertrat. Der 20-Jährige steht für aggressives und emotionales Tischtennis und dürfte daher im Westerwald bestens ankommen. Cheftrainer Wagner zumindest bescheinigt Gerassimenko „eine Menge Potenzial“.

Ciotis zweiter Frühling?

Constantin Cioti, SV Werder Bremen, Saison 2015/16

In Bremen zuletzt kein Stammspieler mehr: Constantin Cioti (Foto: Roscher)

Nummer drei in Grenzau ist ein alter Bekannter, den die Zuschauer bis zuletzt in einem anderen Trikot sahen. Vom Liga-Konkurrenten SV Werder Bremen wechselte der erfahrene Rumäne Constantin Cioti zum TTC. „In Bremen wusste er zuletzt, dass seine Zeit dort abgelaufen war“, weiß Wagner. „Bei uns wird Constantin Stammspieler sein und ich denke, er wird auch wieder bessere Leistungen zeigen können.“ In der Rückrunde blieb der 34-Jährige in den letzten vier Einsätzen für Bremen ohne Sieg. Als Ersatzspieler steht Grenzau wie in der Vorsaison Jörg Schlichter aus der 2. Mannschaft zur Verfügung.

Mit Blick auf die Ziele in der neuen Saison gibt sich Dirk Wagner zurückhaltend. „Sportlich zufrieden wäre ich, wenn wir besser abschneiden, als es die Setzliste aussagt.“ Dort rangiert Grenzau vor Mühlhausen und Aufsteiger Bad Königshofen auf Platz acht. „Du kannst vielleicht gegen jeden Gegner überraschen, ganz sicher aber auch gegen jeden auf die Backen kriegen“, so Wagner weiter. „Wir bleiben realistisch und machen unsere Saisonziele nicht an einem Tabellenplatz fest. Es wird noch Zeit brauchen, bis wir mit Grenzau wieder in die Play-offs einziehen können.“ Zuletzt gelang das dem Deutschen Mannschaftsmeister von 2001 in der Saison 2014/15.

Am 1. Spieltag ist der TTC Zugbrücke Grenzau auswärts beim Post SV Mühlhausen zu Gast. Wir übertragen die Partie am 20. August um 15 Uhr live und in HD im TTBL-TV.

(Quelle: TTC Zugbrücke Grenzau)