„HABEN ES ZULETZT GUT GELÖST“: MAZUNOV ZUVERSICHTLICH FÜR DAS DUELL MIT DÜSSELDORF



Vor seinem Abschied von den TTF Liebherr Ochsenhausen strebt Dmitrij Mazunov die Titelverteidigung in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) an. Auf dem Weg zum Liebherr TTBL-Finale am 14. Juni treffen die Oberschwaben am Donnerstag, 11. Juni, im Halbfinale ab 13 Uhr auf Borussia Düsseldorf (live im Free-TV bei Eurosport und im Stream bei Sportdeutschland.TV). Vorab haben wir uns mit dem 49-Jährigen unterhalten: über die Chancen gegen Düsseldorf, die Zeit in Ochsenhausen und seinen Wechsel zum TTC Neu-Ulm.

Dmitrij Mazunov

Dmitrij Mazunov will im Endspurt der Saison 2019/20 den dritten Titel binnen zwei Jahren mit den TTF Liebherr Ochsenhausen holen. (Foto: Nicolai Schaal)

Die Halbfinals und das Liebherr TTBL-Finale sind angesetzt, in wenigen Tagen treffen Ihre TTF Liebherr Ochsenhausen auf Borussia Düsseldorf. Wie sieht der Fahrplan bis zum Match am Donnerstag aus?

Wir sind zum Glück relativ gut durch die vergangenen Wochen gekommen. Kein Spieler war direkt von der Corona-Pandemie betroffen, zudem sind wir von Verletzungen verschont geblieben. In der jetzigen Phase der Vorbereitung stehen die individuellen Bedürfnisse der Spieler im Vordergrund. Es geht ins Detail. Zwar hatten wir zuletzt keine Wettkämpfe, aber das geht Düsseldorf ja ähnlich, wenn wir von den Düsseldorf Masters einmal absehen. Die Form meiner Jungs scheint jedenfalls zu stimmen, daher bin ich zuversichtlich für das Duell mit Düsseldorf.

Die Spiele gegen Düsseldorf liefen für Ochsenhausen zuletzt sehr gut, vier der jüngsten fünf Duelle wurden gewonnen. Ist Ihr Team der Angstgegner der Borussia?

Ich weiß nicht, ob wir der Angstgegner sind. Aber es stimmt, wir haben die Spiele zuletzt gut gelöst. Aber es wird ein neues Spiel am Donnerstag, die Karten sind neu gemischt. Es steht wieder 0:0, und die Voraussetzungen haben sich verändert. Dadurch, dass es in diesem Jahr nur zu einer Begegnung in den Halbfinals kommt, fühlt sich bereits das Halbfinal-Duell fast wie ein Endspiel an.

Ist es ein großer Nachteil, dass Sie auswärts antreten müssen?

Natürlich haben wir die Reisestrapazen und müssen uns auf das Düsseldorfer Equipment einstellen. Aber das eine stecken wir weg, und auf das andere bereiten wir uns derzeit vor. Zudem muss sich ja auch Düsseldorf erst auf die neue Situation einstellen, schließlich wird es durch die fehlenden Zuschauer eine ganz andere Atmosphäre sein.

Nehmen wir an, Sie setzen sich erneut gegen Düsseldorf durch. Welcher Gegner wäre Ihnen im Liebherr TTBL-Finale lieber: der 1. FC Saarbrücken TT oder der SV Werder Bremen?

Saarbrücken ist auf dem Papier vielleicht etwas ausgeglichener besetzt als Bremen. Letztlich aber sehe ich alle vier Mannschaften etwa auf einem Niveau, sodass es jeweils auf Kleinigkeiten ankommen wird. Einen Wunschgegner haben wir daher nicht. Und erst einmal richten sich ohnehin all meine Gedanken auf Donnerstag.

In Zahlen ausgedrückt: Bei wie viel Prozent sehen Sie die Chance auf einen Sieg gegen Düsseldorf und die Chance auf die Titelverteidigung?

Gegen Düsseldorf würde ich von den üblichen 50:50 sprechen. Ich erwarte am Donnerstag einen Schlagabtausch mit offenem Ausgang. Und danach? Wird es wahrscheinlich ähnlich, egal, wer der Gegner wird.

Nach der Saison verlassen Sie die TTF Liebherr Ochsenhausen. Wie bewerten Sie die vergangenen zwei Jahre?

Ich bin schon lange im Geschäft, trotzdem war es eine besondere Zeit. Und ganz egal, wie es jetzt am Donnerstag und vielleicht am Sonntag läuft – mit der Meisterschaft und dem Pokalsieg in der vergangenen Saison, der Teilnahme am Pokalfinale im Januar und jetzt dem Sprung in die Play-offs waren es zwei ungemein erfolgreiche Jahre. Es gab viele positive Erfahrungen und natürlich auch die eine oder andere negative. Kurzgesagt: Es hat mich weitergebracht.

Vladimir Sidorenko

Neben Mazunov wechselt auch Vladimir Sidorenko zur neuen Saison von den TTF zum TTC Neu-Ulm. (Foto: Nicolai Schaal)

In der neuen Saison bleiben Sie der Tischtennis Bundesliga (TTBL) erhalten und setzen Ihre Trainerkarriere beim TTC Neu-Ulm fort. Was hat Sie überzeugt?

Ich habe in den Gesprächen sehr schnell ein gutes Gefühl bekommen. Ja, es ist ein neuer Verein. Aber die Verantwortlichen in Neu-Ulm denken sehr langfristig und haben zudem große Ambitionen. Sie wollen etwas aufbauen. Das hat mich überzeugt. Zudem freut es mich, dass ich Vladimir Sidorenko mitnehmen kann, der in der kommenden Saison noch mehr Einsätze bekommen dürfte und sich weiterentwickeln wird.

Ihr künftiges Team wird aus Tiago Apolonia, Emmanuel Lebesson, Vladimir Sidorenko und Kay Stumper bestehen. Wie schätzen Sie die Mannschaft ein?

Die Mischung aus zwei älteren und zwei jungen Spielern ist sehr interessant. Wobei alt natürlich ein wenig übertrieben ist – Tiago ist 33 Jahre alt, Emmanuel 32. In diesem Alter ist man noch spritzig, aber bereits erfahren. An ihnen können sich Vladimir und Kay einerseits orientieren und von ihnen profitieren, andererseits erhalten sie in ihrem Windschatten viele Einsätze. Beides ist für junge Spieler sehr wichtig. Ich bin gespannt auf die Zeit in Neu-Ulm, erst einmal aber sind all meine Gedanken auf den Saisonendspurt mit Ochsenhausen gerichtet.

 

Das Saison-Finale in der Übersicht

Halbfinals

Mittwoch, 10. Juni 2020, 13 Uhr: 1. FC Saarbrücken TT – SV Werder Bremen

Donnerstag, 11. Juni 2020, 13 Uhr: Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen

Liebherr TTBL-Finale

Sonntag, 14. Juni 2020, 14 Uhr: Gewinner Halbfinale 1 – Gewinner Halbfinale 2

Alle Spiele gibt es live im Free-TV auf Eurosport sowie im Stream bei Sportdeutschland.TV!

 

Beitragsbild oben: Dmitrij Mazunov im Gespräch mit Hugo Calderano (Foto: Nicolai Schaal)