MEHRERE SPIELBÄLLE „DEFINITIV DER RICHTIGE SCHRITT“



T2APAC, Ultimate Table Tennis, Tischtennis Bundesliga (TTBL) und nun auch der Tischtennis-Weltverband: Bei den Czech Open kamen vergangene Woche erstmals auf der World Tour mehrere Spielbälle zum Einsatz. Was halten die Profis davon? Die ITTF hat einige von ihnen befragt.

Die Rally ist beendet, der Punkt gemacht, doch der Ball liegt der hintersten Ecke des Courts. Also umdrehen, zurücklaufen, den Ball aufsammeln und zum Tisch zurückkehren. Mit diesem zeitraubenden Prozedere soll im Tischtennissport bald flächendeckend Schluss sein. Bei den Czech Open vergangene Woche, einem internationalen Turnier auf der ITTF World Tour, testete nun auch der Tischtennis-Weltverband erstmals das Modell mehrerer Spielbälle, die bei Bedarf vom Schiedsrichter eingeworfen werden. Die liegengebliebenen Bälle werden von Ballkindern eingesammelt und dem Schiedsrichter übergeben

Timo Boll

Angetan von der Einführung mehrerer Spielbälle: Timo Boll (Foto: MaJo-Foto)

Nach dem Vorbild der chinesischen Super League und der polnischen Superliga hatten zuvor bereits die beiden neuen Liga-Formate T2APAC und Ultimate Table Tennis mit mehreren Spielbällen gespielt. Auch die Tischtennis Bundesliga (TTBL) hat dieses Prinzip zur neuen Saison eingeführt und am 1. Spieltag bereits erfolgreich umgesetzt. Doch was denken die Profis darüber? Dem ist die ITTF im Rahmen der Czech Open nachgegangen und hat einige Profis nach ihrer Meinung gefragt.

Timo Boll etwa, dem das sogenannte „Multi-Balls“-Verfahren aus China sowie seinem Engagement in der asiatisch-pazifischen Liga T2APAC bestens vertraut ist, ist angetan. „Mir gefällt es sehr, da man sich zwischen Ballwechseln weniger bewegen muss“, so der Czech-Open-Finalist. „Es geht einfach schneller und man verschwendet keine Zeit.“ Überzeugt ist auch Bolls Düsseldorfer Teamkollege Kristian Karlsson, der in erster Linie die Zuschauer im Hinterkopf hat. „Wir müssen es schaffen, die Zuschauer mehr zu begeistern“, findet der Schwede.“ Es ist einfach spannender, wenn die Geschwindigkeit im Spiel ein wenig zunimmt – definitiv der richtige Schritt.“

Ochsenhausens Hugo Calderano ist zumindest verhalten optimistisch und räumt ein: „Ich denke, ich brauche noch ein paar Spiele, um mir eine abschließende Meinung zu bilden. Aber das Spiel kann durch mehrere Spielbälle dynamischer werden. Daher ist es interessant.“

Die Stars der Czech Open im ITTF-Interview