MÜHLHAUSEN ERKLIMMT TABELLENSPITZE



Der Post SV Mühlhausen löst am 7. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) nach einem 3:0-Auswärtssieg gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell Borussia Düsseldorf als Tabellenführer ab. Die TTF Liebherr Ochsenhausen bleiben den Thüringern jedoch auf den Fersen, der TTC Schwalbe Bergneustadt gehört nach dem nächsten Erfolg ebenfalls weiter zur Spitzengruppe. Aufsteiger TTC indeland Jülich bleibt sieglos, auch der ASV Grünwettersbach kann nicht gewinnen.

Wang Xi

Unterlag Habesohn knapp in fünf Sätzen: Wang Xi (Foto: Verein)

Der neue Tabellenführer der Tischtennis Bundesliga (TTBL) heißt Post SV Mühlhausen. Die Mannschaft von Trainer Erik Schreyer gewann am 7. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) erstmals beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell und stieß damit dank des besseren Spielverhältnisses Rekordmeister Borussia Düsseldorf vom Thron, der an diesem Sonntag spielfrei hatte. Doch der Weg an die Spitze war steinig. „Das war ein heißer Kampf“, fand Schreyer, dessen Schützlinge allesamt über die volle Distanz gehen mussten: erst Steffen Mengel im Duell mit Ruwen Filus, dann Daniel Habesohn gegen Wang Xi und schließlich auch Ovidiu Ionescu. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen“, so Schreyer. „Sie hat gerade in den entscheidenden fünften Sätzen unglaublich gut gespielt und einen kühlen Kopf bewahrt.“ Das galt vor allem für Vize-Europameister Ionescu, der den Sieg gegen Tomislav Pucar im vierten Satz bereits auf dem Schläger hatte, jedoch zwei Matchbälle nicht nutzen konnte. Den Entscheidungsdurchgang gewann er anschließend nur knapp. Entsprechend enttäuscht war Fuldas Trainer Qing Yu Meng: „Das 0:3 ist natürlich schade. Aber wir haben wirklich sehr gut gekämpft. Mit ein bisschen mehr Glück hätten wir vielleicht 3:0 gewonnen.“

Weiter in Schlagdistanz bleiben die TTF Liebherr Ochsenhausen, die dem TTC Zugbrücke Grenzau keine Chance ließen und nun punktgleich mit Mühlhausen und Düsseldorf auf Rang drei liegen. Simon Gauzy brachte die Gastgeber gegen Marcelo Aguirre in Führung, Hugo Calderano erhöhte im Duell mit Kirill Gerassimenko wenig später auf 2:0. Nach der Pause hatte dann Jakub Dyjas mit Mihai Bobocica nur wenig Probleme, den vierten Heimsieg in Folge perfekt zu machen. „Wir spielen von Woche zu Woche besser“, freute sich Gauzy, der nach dem Match bereits das anstehende Topspiel im Auge hat. „In dieser Form haben wir in zwei Wochen auch gegen Düsseldorf gute Chancen.“ Auch TTF-Cheftrainer Dmitrij Mazunov war mehr als zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Wir hatten zwei Wochen Wettkampfpause, in der die Jungs hart trainiert haben. Das konnte man heute sehen.“ Grenzau hingegen konnte an diesem Nachmittag nicht an die gute Leistung von vor einer Woche anknüpfen. „Wir waren heute nicht in der Lage, Paroli zu bieten. Ochsenhausen war heute einfach eine Klasse besser als wir“, so Trainer Dirk Wagner.

Nächste Big Points für Bergneustadt

Benedikt Duda

Matchwinner in Bremen: Benedikt Duda (Foto: Braun)

Eine ganze Klasse besser als sein Gegner war der TTC Schwalbe Bergneustadt an diesem Nachmittag zwar nicht, trotzdem stand am Ende ein 3:1-Auswärtserfolg beim SV Werder Bremen auf dem Zählgerät. „Das war ein hartes Stück Arbeit hier in Bremen“, fand Benedikt Duda, der gleich doppelt punktete, jedoch ausdrücklich seine Mannschaft lobte. „Wir haben die Woche über in Düsseldorf gemeinsam hart trainiert, um nach dem Erfolg vor einer Woche gleich nachzulegen.“ Das zahlte sich aus. Zwar unterlag Paul Drinkhall zum Auftakt Bremens Nummer eins Bastian Steger, der Rest der Partie gehörte jedoch den Gästen, die durch Duda zunächst ausgleichen konnten und durch Alvaro Robles nach der Pause in Führung gingen. Im Spitzeneinzel wurde es dann noch einmal spannend – und im dritten Durchgang möglicherweise spielentscheidend, als Steger einen Satzball liegen ließ. „Das war eine gute Möglichkeit, mit 2:1 Führung zu gehen. Wenn mir das gelingt, sieht das Spiel vielleicht wieder ganz anders aus“, haderte Werders Spitzenspieler. „So ist die Niederlage natürlich ärgerlich, aber wir haben gegen einen starken Gegner gespielt, der am Ende auch verdient gewonnen hat.“ Und nach dem Heimsieg gegen Düsseldorf die nächsten Big Points im Kampf um die Play-offs sammeln kann.

ASV weiter im Tief

Keine Punkte sammelte an diesem Nachmittag hingegen der ASV Grünwettersbach, auch wenn es gegen den 1. FC Saarbrücken TT denkbar knapp war. Erst im Schlussdoppel gelang den Gästen aus dem Saarland der Siegpunkt, der die Mannschaft von Trainer Slobodan Grujic zwei Tage nach der klaren Niederlage in der Champions League weiterhin auf Play-off-Kurs hält. Der ASV wartet indes weiter auf den zweiten Saisonsieg. Dabei ging Grünwettersbach gleich zweimal in Führung: Erst durch Neuzugang Sathiyan Gnanasekaran, nach der Pause dann durch Ricardo Walther. Doch beide Male war Patrick Franziska zu Stelle und sorgte mit seinen Saisonsiegen acht und neun für den Ausgleich. Im Doppel war die Partie dann lange völlig offen, ehe sich Darko Jorgic und Liao Cheng-Ting im fünften Satz gegen Ricardo Walther und Dang Qiu durchsetzen konnten.

Was Grünwettersbach verwehrt blieb, gelang am 7. Spieltag im Duell mit dem nach wie vor sieglosen TTC indeland Jülich dem TSV Bad Königshofen: der ersehnte Befreiungsschlag. Nach zuvor vier Niederlagen in Folge setzte sich die Mannschaft um den derzeit verletzten Kilian Ort vor heimischem Publikum mit 3:1 gegen einen Aufsteiger durch, der wie so oft auch diesmal nicht chancenlos war. Denn nach der Pause hätte statt den Gastgebern auch die Mannschaft von Trainer Miroslav Broda in Führung gehen können. Dennis Klein führte gegen Bence Majoros bereits mit 2:1 und hatte auch im dritten Durchgang die Chance zum Satzgewinn, ehe Majoros das Spiel noch drehen konnte. Für die Entscheidung sorgte schließlich Mizuki Oikawa, der seine Mannschaft bereits zum Auftakt auf Kurs gebracht hatte.

Alle Begegnungen des 7. Spieltags sowie zahlreiche On-demand-Formate finden Sie in Kürze im TTBL-TV.

Der 7. Spieltag in der Übersicht

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – Post SV Mühlhausen 0:3
Ruwen Filus – Steffen Mengel 2:3 (11:8, 8:11, 13:11, 7:11, 8:11)
Wang Xi – Daniel Habesohn 2:3 (9:11, 12:10, 11:9, 5:11, 6:11)
Tomislav Pucar – Ovidiu Ionescu 2:3 (12:14, 6:11, 11:7, 13:11, 9:11)

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Zugbrücke Grenzau 3:0
Simon Gauzy – Marcelo Aguirre 3:0 (11:2, 11:6, 11:9)
Hugo Calderano – Kirill Gerassimenko 3:1 (10:12, 11:1, 11:7, 11:6)
Jakub Dyjas – Mihai Bobocica 3:0 (11:9, 15:13, 12:10)

SV Werder Bremen – TTC Schwalbe Bergneustadt 1:3
Bastian Steger – Paul Drinkhall 3:1 (11:7, 10:12, 11:4, 11:8)
Hunor Szöcs – Benedikt Duda 0:3 (13:15, 8:11, 7:11)
Floren Lambiet – Alvaro Robles 0:3 (7:11, 8:11, 6:11)
Bastian Steger – Benedikt Duda 1:3 (10:12, 11:6, 11:13, 6:11)

TSV Bad Königshofen – TTC indeland Jülich 3:1
Mizuki Oikawa – Martin Allegro 3:0 (11:7, 11:8, 11:8)
Filip Zeljko – Robin Devos 0:3 (11:13, 3:11, 6:11)
Bence Majoros – Dennis Klein 3:2 (11:8, 11:13, 9:11, 11:9, 11:7)
Mizuki Oikawa – Robin Devos 3:1 (10:12, 11:8, 11:4, 11:9)

ASV Grünwettersbach – 1. FC Saarbrücken TT 2:3
Sathiyan Gnanasekaran – Liao Cheng-Ting 3:0 (12:10, 11:3, 11:4)
Bojan Tokic – Patrick Franziska 0:3 (4:11, 10:12, 3:11)
Ricardo Walther – Darko Jorgic 3:1 (4:11, 11:7, 11:8, 11:9)
Sathiyan Gnanasekaran – Patrick Franziska 0:3 (8:11, 4:11, 4:11)
Walther/Dang Qiu – Liao/Jorgic 2:3 (6:11, 11:6, 9:11, 11:3, 5:11)

Beitragsbild oben: Christian Habel