NEU IN DER TTBL: IRVIN BERTRAND



In unserer Serie „Neu in der TTBL“ stellen wir die Spieler vor, die in der Saison 2021/22 erstmals in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) aufschlagen. Den Auftakt macht Irvin Bertrand, der beim Post SV Mühlhausen den Verjüngungsprozess einleitet.

Irvin Bertrand

Das Trikot steht ihm jedenfalls schon mal: Irvin Bertrand (links) mit Mühlhausen-Trainer Erik Schreyer. (Foto: Post SV Mühlhausen)

Viel besser hätte der Abschied für Irvin Bertrand nicht laufen können: Der 20-Jährige kommt als frischgebackener Meister zum Post SV Mühlhausen und in die Tischtennis Bundesliga (TTBL). Mit C'Chartres TT feierte er den ersehnten und erwarteten Titel in der französischen Pro B, nachdem dem ambitionierten Team in der vergangenen Saison noch die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Überhaupt, mit Meisterschaften kennt er sich aus, dieser Bertrand. Denn auch vom 1. FSV Mainz 05 hatte er sich 2019 mit dem Titel in der 2. Bundesliga verabschiedet – der Verein allerdings verzichtete damals auf den Aufstieg in die TTBL.

Und Bertrand spielte jeweils eine entscheidende Rolle bei den Meisterschaften seiner Teams. Die vergangene Saison beendete er mit einer Einzelbilanz von 15:3 und gehörte damit zu den besten Spielern der Liga. Auf dem Weg zur Meisterschaft schlug er unter anderen Ibrahima Diaw (Weltranglistenplatz 71) und Harmeet Desai (74). „Wir hätten ihn gerne behalten, aber wir trennen uns in gutem Einvernehmen und wünschen ihm alles Gute“, sagte Chartres-Präsident Benoît Gasnier gegenüber L’Echo Républicain anlässlich des Abschieds Bertrands.

Irvin Bertrand ersetzt Lubomir Jancarik beim Post SV Mühlhausen

Die Saison 2018/19 im Mainzer Trikot hatte das Talent, damals im Alter von 18 Jahren, mit einer 21:7-Bilanz abgeschlossen, womit er der zweitbeste Spieler seines Teams hinter Kanak Jha war. Der US-Amerikaner wiederum spielt bekanntlich seit zwei Jahren in der TTBL und geht derzeit in seine zweite Saison mit den TTF Liebherr Ochsenhausen.

Und auch Bertrand will den nächsten Entwicklungsschritt nun in Deutschland angehen, nach zwei Jahren in seiner französischen Heimat zieht es ihn in die TTBL. In Mühlhausen nimmt er die Planstelle von Lubomir Jancarik ein, der zuletzt nur noch selten zum Einsatz gekommen war und zum TTC OE Bad Homburg wechselt. Dabei wollen die Thüringer den Druck auf den Neuen so gering wie möglich halten: Die Verantwortung wird weiterhin auf den Schultern des Stammtrios Daniel Habesohn, Ovidiu Ionescu und Steffen Mengel liegen, in deren Schatten Bertrand reifen soll.

Schreyer: „Wird einen neuen Impuls bei uns auslösen“

Für den Post SV bedeutet die Personalie zugleich eine Verjüngung: Dreimal in Folge war die Mannschaft mit unverändertem Kader in eine Saison gegangen, in der zurückliegenden Spielzeit stellte Mühlhausen mit einem Altersschnitt von 32,5 Jahren das älteste Team der TTBL. „Wir hatten schon länger im Hinterkopf, dass wir uns verjüngen müssen“, hatte Post-SV-Trainer Erik Schreyer bereits im Rahmen der Verpflichtung Bertrands gesagt. „Mit Irvin haben wir die richtige Person und den richtigen Spielertyp dafür gefunden. Ich bin mir sicher, dass er einen neuen Impuls bei uns auslösen wird. Umgekehrt kann Irvin von unserer erfahrenen Mannschaft profitieren. Das Gesamtpaket wird für beide Seiten stimmen, davon bin ich überzeugt.“

Am Talent Bertrands, der in der Weltrangliste aktuell auf Platz 371 steht, gibt es nämlich keinen Zweifel. „Schon extrem weit für sein Alter“ sei der 21-Jährige, sagte Erik Schreyer und nahm zugleich etwas Druck von den Schultern seines neuen Schützlings: „Ich denke, dass ihm unser familiäres Umfeld helfen wird, sich in der TTBL zurechtzufinden. Im ersten Jahr wird es nicht um Bilanzen gehen, sondern darum, sich in der Liga und im Team zu etablieren.“

Beitragsbild oben: Irvin Bertrand (Foto: ITTF)