NEU IN DER TTBL: KANAK JHA, DER US-HOFFNUNGSTRÄGER



Als bester Zweitliga-Spieler in die Tischtennis Bundesliga (TTBL): Der 19 Jahre alte Kanak Jha gilt als großes Talent im Welt-Tischtennis und in seiner Heimat USA als Versprechen für eine goldene Zukunft. In der kommenden Saison spielt er für den TTC Zugbrücke Grenzau – für uns Anlass, ihm den dritten Teil unserer Serie „Neu in der TTBL“ zu widmen.

Schwer wiegen kann der Ruf, ein Rohdiamant zu sein. Kanak Jha allerdings scheint seine Unbekümmertheit einfach nicht einbüßen zu wollen, nicht einmal angesichts größter Herausforderungen. Zu den Olympischen Spielen in Rio 2016 etwa sei er „einfach hingefahren, um mich zu amüsieren und nicht zu sehr über Ergebnisse zu sorgen“, sagte er jüngst dem Olympic Channel – dabei hatte Jha erst wenige Wochen zuvor seinen 16. Geburtstag gefeiert und war als Jüngster unter 555 Athleten des Teams USA nach Brasilien gereist.

Inzwischen ist Jha 19 Jahre alt, und seine Karriere hat nichts an Fahrt eingebüßt. Steil nach oben ging es für ihn in den deutschen Ligen: Vor zwei Jahren spielte er für Drittligist TTC Ruhrstadt Herne, in der vergangenen Saison führte er als Spitzenspieler den 1. FSV Mainz 05 zur Meisterschaft in Liga zwei mit einer Einzelbilanz von 26:6. „Ich gehe davon aus, dass er nur ein Jahr bleiben wird, weil er für die zweite Liga zu stark ist“, hatte FSV-Trainer Chris Pfeiffer laut der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ bereits bei der Verpflichtung des Youngsters vor Jahresfrist gesagt – und Recht behalten. In der kommenden Saison spielt Jha in der TTBL beim TTC Zugbrücke Grenzau.

Kanak Jha

Will demnächst in der TTBL jubeln: Kanak Jha.
(Foto: ITTF)

Über Schweden nach Deutschland

Schon in Kindertagen galt Jha als Tischtennis-Wunderkind. Bereits mit elf Jahren nahm er an Turnieren auf der ganzen Welt teil, hatte die Möglichkeiten in den USA allerdings bald ausgeschöpft. Daher suchte er ab 2013 fern der Heimat nach neuen Herausforderungen, zunächst im schwedischen Halmstad. „Ich habe es geliebt, stundenlang Tischtennis zu spielen und zu trainieren“, blickte er gegenüber „ESPN“ auf diese Zeit zurück – eine Zeit, in der die Weichen endgültig für eine Zukunft als Profi gestellt wurden.

Der nächste Schritt brachte ihn schließlich auf Empfehlung von Stefan Feth an die Tischtennisschule Grenzau, wo er seit rund zwei Jahren der Trainingsgruppe von Cheftrainer Dirk Wagner angehört. Der nun erfolgende Schritt ins Grenzauer Bundesliga-Team war daher fast schon folgerichtig. „Er ist entwicklungsfähig und passt auch vom Spirit her perfekt in unser Team. In seiner Altersklasse ist er absolute Weltspitze. Nun gilt es für ihn, sich im Seniorenbereich erste Sporen zu verdienen und sich weiterzuentwickeln“, sagte TTC-Coach Wagner im Januar bei der Vorstellung Jhas.

Entwicklungshelfer für das US-Tischtennis

Dabei spricht alles dafür, dass sich der 19-Jährige auch in der TTBL wird behaupten können. Bislang schließlich hat er alle Hürden mit Bravour genommen. Auf das Olympiadebüt 2016 folgte noch ein weiterer geschichtsträchtiger Moment: Im vergangenen Jahr holte Jha bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires die Bronzemedaille und war damit der erste US-Amerikaner, der bei Olympischen Spielen oder Jugendspielen eine Medaille erreichte. 4:3 setzte er sich im Spiel um Platz drei gegen den Taiwanesen Lin Yun-Ju durch. Zuvor war ein solcher Erfolg lediglich Lily Zhang geglückt, die bei den Olympischen Jugendspielen 2014 in Nanjing ebenfalls Bronze geholt hatte. Bei der WM im Frühjahr hatte Jha das Pech, bereits in der Runde der letzten 64 auf Ma Long zu treffen. Gegen den Weltmeister unterlag der Youngster 1:4.

In seiner Heimat ist Jha ein Versprechen für eine goldene Zukunft, und das sogar gleich in doppelter Hinsicht. Denn neben maximalem sportlichem Erfolg wird ein Aufschwung der gesamten Sportart infolge seiner Karriere erwartet. Tischtennis führt in den USA ein Nischendasein, mit dem Leuchtturm Jha soll sich dieser Umstand im kommenden Jahrzehnt ändern. „Für Lily und mich zeigt der Gewinn unserer Medaillen, dass die USA langsam besser werden und sich hoffentlich künftig auch im Seniorenbereich werden steigern können“, sagte der Weltranglisten-37. nach dem Bronze-Gewinn von Buenos Aires gegenüber teamusa.org. Jhas Hoffnung für die Zukunft: „Tischtennis ist in den USA als ernsthafter Sport nicht so bekannt, daher denke ich, er wird mit solchen Ergebnissen an Popularität gewinnen.“ Erfolge in der stärksten Liga Europas dürften bei diesem Unterfangen ebenfalls nicht abträglich sein.

Beitragsfoto oben: ITTF

 

Die bislang erschienenen Artikel unserer Serie "Neu in der TTBL"

Teil 1: Mattias Falck, der WM-Held

Teil 2: Alberto Miño, der Microtenista