NEU IN DER TTBL: LIAO CHENG-TING



In der aktuellen Saison, die bereits am 1. Juli offiziell begann, tummeln sich in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) viele neue Gesichter. In einer kleinen Serie stellen wir die Liga-Neulinge noch einmal genauer vor, im vierten Teil den jungen Taiwaner Liao Cheng-Ting vom 1. FC Saarbrücken TT.

Liao Cheng-Ting

Dynamischer Angriffsspieler: Liao Cheng-Ting (Foto: ITTF)

Beim Blick auf die neue Mannschaft des 1. FC Saarbrücken TT wird vor allem eines deutlich: Gegenüber der Vorsaison ist das Team von Trainer Slobodan Grujic deutlich jünger geworden. Nach dem Weggang des Portugiesen Tiago Apolonia (32), des slowenischen Dauerbrenners Bojan Tokic (37) sowie von Patrick Baum (31) ist Patrick Franziska mit 26 Jahren nun der älteste Spieler der Saarländer. Mit Darko Jorgic und Tomas Polansky schlagen hinter dem Doppel-Europameister künftig zwei Spieler auf, die gerade erst 20 geworden sind. Liao Cheng-Ting passt da bestens ins Konzept der Vereinsverantwortlichen.

Der Taiwaner, dessen Verpflichtung Saarbrücken im Februar bekanntgab, ist ebenfalls erst 22 Jahre jung und gilt als großes Talent. Das stellte Liao in der vergangenen Saison unter anderem in der 1. schwedischen Liga unter Beweis, in der er mit BTK Kävlinge zwar nur den vorletzten Rang belegte, jedoch mit 15:2 eine bemerkenswerte Bilanz spielte und damit am Ende besser dastand als beispielsweise Halmstads Mattias Karlsson (14:5). Darüber hinaus gilt Liao als exzellenter Doppel-Spieler. Bei den Australian Open gewann er an Seite seines Landsmanns Lin Yu-Ju vergangene Woche die Bronzemedaille, nachdem beide eine Runde zuvor Patrick Franziska und Ricardo Walther ausgeschaltet hatten und erst im Halbfinale an den späteren Turniersiegern Jeong Youngsik und Lee Sangsu aus Südkorea scheiterten.

Nummer drei im Land

International betrachtet arbeitete sich Liao zuletzt zum drittbesten Spieler seines Landes vor. In der Weltrangliste der ITTF erreichte er im Juli mit Platz 36 ein neues Karrierehoch und ist damit Taiwans Nummer zwei Chen Chien-An (31.) bereits dicht auf den Fersen. Unangefochtener Spitzenspieler ist jedoch nach wie vor der erfahrene Chuang Chih-Yuan (14.), der in der Bundesliga bereits für Ochsenhausen, Plüderhausen und Bremen aktiv war. Im April und Mai nahm Liao an der Seite von Chen und Chuang an der Team-WM in Schweden teil und blieb in seinen zwei Spielen ohne Niederlage. Im Achtelfinale, das Taiwan mit 2:3 gegen Schweden verlor, kam er nicht zum Einsatz.

Über mangelnde Spielpraxis wird sich Liao in der kommenden Saison im Trikot der Saarländer sicherlich nicht beklagen können. Immerhin ist Saarbrücken mit Liga, Pokal und Champions League in allen drei Wettbewerben vertreten. Die enorme Verjüngung der Mannschaft ist angesichts dieser Belastung zweifellos ein Wagnis. Dass Saarbrückens Sportlicher Leiter Erwin Berg mit Liao die falsche Wahl getroffen hat, kann man sich angesichts dieser Szenen aus dem WM-Spiel Taiwan gegen Weißrussland allerdings nur schwer vorstellen.

Beitragsbild oben: ITTF