NEU IN DER TTBL: MINHA HWANG



In Minha Hwang hat der ASV Grünwettersbach einen Nachfolger für Sathiyan Gnanasekaran gefunden. Der 21 Jahre alte Südkoreaner ist neben Deni Kozul einer von zwei Neuen beim Vorjahres-Achten der Tischtennis Bundesliga (TTBL). Wir stellen Hwang im Rahmen unserer Serie „Neu in der TTBL“ vor.

Minha Hwang

Minha Hwang hat sein großes Talent bereits mehrfach auf der World Tour angedeutet, im vergangenen Jahr gelangen ihm unter anderem Siege gegen Samuel Walker, Chen Chien-An, Jakub Dyjas und Jonathan Groth. (Foto: ITTF)

Noch ist nicht abschließend klar, wann Minha Hwang das erste Mal im Badischen zu sehen sein wird. Zumindest aber das Coronavirus wird dem ASV Grünwettersbach, Stand heute, wohl keinen Strich durch die Rechnung machen. Die Ein- und Ausreise auf der Strecke Deutschland–Südkorea nämlich ist derzeit vergleichsweise problemfrei möglich, dem Einsatz des Neuen in einem Großteil der ersten Saisonspiele dürfte somit nichts im Wege stehen. Zwar steht der Spielplan für die Saison 2020/21 in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) noch nicht fest, Martin Werner rechnet aber mit der Anreise Hwangs im September. „Er soll blockweise bei uns sein“, erklärt der ASV-Manager, „Minha wird hier wohnen und im Tischtennis-Zentrum trainieren. Die Rahmenbedingungen sind bereits geschaffen, nur seine genauen Aufenthaltszeiten stehen noch nicht fest.“

Doch wie gut ist dieser Minha Hwang? Der Name des Grünwettersbacher Neuen dürfte jedenfalls nur eingefleischten Tischtennis-Fans geläufig sein und daher für nur wenig Begeisterung bei seiner Vorstellung im Juni gesorgt haben. Und zumindest der Blick in die Weltrangliste lässt kaum Rückschlüsse auf die Spielstärke des 21-Jährigen zu. Dort rangiert er nur auf Platz 180 und damit weit hinter den meisten Spielern, mit denen er es im Laufe seiner Debüt-Saison in der TTBL zu tun bekommen dürfte. Aber die Weltrangliste und Südkoreaner, das ist ja so eine Sache für sich.

Siege gegen Walker, Chen, Dyjas und Groth

Schon ein wenig aufschlussreicher ist ein Blick auf die jüngsten Ergebnisse Hwangs. Und die können sich sehen lassen: Bei den Austrian Open etwa setzte er sich im vergangenen Jahr mit 4:0 gegen Samuel Walker durch, bei den Australian Open (4:3) und den China Open (4:1) gelang ihm jeweils ein Sieg gegen Chen Chien-An, bei den Japan Open gab es ein 4:3 gegen Jakub Dyjas, bei den Qatar Open das gleiche Ergebnis gegen Jonathan Groth. Die Konkurrenz also dürfte gewarnt sein. Zunächst als Nummer drei ist Hwang beim ASV eingeplant, erklärt Werner: „Er muss sich erst einmal akklimatisieren“, warnt der ASV-Manager und hat ein aktuelles Beispiel gleich parat: „Dass das einen Moment dauern kann, haben wir zuletzt bei An Jaehyun gesehen.“ Der 20 Jahre alte WM-Dritte hatte in der vergangenen Saison mit einer 6:5-Bilanz für den TTC Neu-Ulm in der TTBL debütiert.

Kein Geheimnis ist, dass Grünwettersbach ursprünglich Cho Seungmin hatte verpflichten wollen, und zwar bereits für die inzwischen abgelaufene Saison 2019/20. Der südkoreanische Verband allerdings legte in letzter Minute sein Veto ein. Auch Minha Hwang aber habe der ASV seit mehr als anderthalb Jahren auf dem Schirm, erklärt Werner: „Jetzt hat es zum Glück geklappt.“ Eine vertraglich festgeschrieben Anzahl an Spielen gebe es nicht; „möglichst viele“ sollen es werden.

Deni Kozul

Neben Hwang verstärkt auch Deni Kozul den ASV Grünwettersbach in der kommenden Saison. (Foto: Margret Nündel)

Auch Deni Kozul kommt

Dabei hat Hwang beim ASV keine kleinen Fußstapfen auszufüllen: Sathiyan Gnanasekaran hat sich in seinen zwei Jahren in Grünwettersbach zum internationalen Star gemausert. In seiner ersten TTBL-Saison verbuchte er eine 10:7-, in seiner zweiten eine 6:6-Bilanz und feierte zudem im Januar überraschend den Triumph im Liebherr Pokal-Finale mit den Badenern. Gnanasekaran steht inzwischen auf Platz 32 der Weltrangliste und schließt sich zur kommenden Saison den japanischen Okayama Rivets an sowie für maximal fünf Spiele dem polnischen Titelverteidiger Sokolow SA Jaroslaw.

Neben Hwang hat Grünwettersbach mit Deni Kozul noch einen weiteren Neuen verpflichtet, der von Werner als „Königstransfer“ und „Mega-Verstärkung“ bezeichnet wird. Kozul verbuchte in seiner TTBL-Premierensaison beim TTC indeland Jülich zwar eine 4:18-Bilanz, im ASV-Trikot soll dem 23-Jährigen nun aber der Durchbruch gelingen. Den großen Druck und auch ein wenig Pech bei der einen oder anderen knappen Niederlage macht Werner verantwortlich dafür, dass Kozuls zurückliegende Saison derart schlecht lief. Bei Grünwettersbach soll er nun ebenso wie Minha Hwang vom Vertrauen der Verantwortlichen profitieren und insbesondere vom Mannschaftsgeist, der die vergangene Spielzeit zur wohl erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte gemacht hat. „Beide passen super in unsere Mannschaft“, sagt Werner, „und wir haben in der vergangenen Saison gesehen, wohin uns der Teamgeist tragen kann.“ Man darf also gespannt sein, was Hwang und Kozul an der Seite von Wang Xi, Dang Qiu und Tobias Rasmussen zu leisten imstande sind.

 

Beitragsbild oben: Minha Hwang (Foto: ITTF)