NEU IN DER TTBL: NILS HOHMEIER



Nils Hohmeier hat mit dem TTC OE Bad Homburg den Sprung in die Tischtennis Bundesliga (TTBL) geschafft. In der kommenden Saison wird der 22-Jährige erstmals in der besten Liga Europas aufschlagen. Wir stellen Hohmeier im Rahmen unserer Serie „Neu in der TTBL“ vor.

Nils Hohmeier

Bei den Deutschen Meisterschaften im Frühjahr hatte sich Nils Hohmeier die Goldmedaille im Mixed mit Janina Kämmerer gesichert. (Foto: ITTF)

Er wird einen Schritt zurücktreten müssen, da macht sich Nils Hohmeier keine Illusionen. „Ich bin mir der Situation bewusst, im Gegensatz zu den vergangenen knapp drei Jahren kein Stammspieler mehr zu sein. In Zukunft werde ich mich auch mal hinten anstellen müssen.“ Das hatte der 22-Jährige laut HNA bereits bei seiner Vertragsverlängerung beim TTC OE Bad Homburg im Frühjahr gesagt. Nachdem Hohmeier nämlich in den vergangenen Jahren zu den Dauerbrennern in der 2. Bundesliga gehört hatte, dürften nach dem Aufstieg in die Tischtennis Bundesliga (TTBL) erst einmal andere im Rampenlicht stehen.

Gustavo Tsuboi etwa: Der 35-Jährige kommt vom TTC Neu-Ulm und soll zum Leitwolf des jungen Teams werden. Mit Rares Sipos, Lev Katsman und Maksim Grebnev stehen zudem drei vielversprechende Talente im Kader. Fünf Spieler also balgen sich um künftig nur noch drei Plätze. „Ganz klar, Gustavo muss die Führung übernehmen“, sagt Hohmeier und stellt klar: „Dahinter werden wir vier versuchen, uns Einsätze zu erkämpfen – und das geht über Leistung. Die will ich bringen.“

DM-Gold im Mixed mit Janina Kämmerer

Sein Trainer lässt sich derweil noch nicht in die Karten schauen: Wer die ersten Saisonspiele bestreiten werde, das sagt der neue Bad Homburger Coach Tobias Kirch, könne er derzeit noch nicht abschätzen: „Ich werde jeweils auch die Eindrücke aus dem Training in meine Entscheidung miteinfließen lassen und von Spiel zu Spiel sehen, welche Spieler die jeweils richtigen sind.“

Auf sich aufmerksam gemacht hat Hohmeier zuletzt etwa bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz, als er im Mixed an der Seite von Janina Kämmerer die Goldmedaille errang. Mit 3:2 setzte sich das Duo im Finale gegen Erik Bottrop/Nadine Bollmeier durch. Im Einzel dagegen war er im Achtelfinale mit 0:4 gegen Kilian Ort chancenlos geblieben. In der vergangenen Zweitliga-Saison spielte er eine 4:1-Bilanz im Einzel und 5:4 im Doppel mit Rares Sipos.

Hohmeiers Stärken: die Rückhand und der Kopf

Auch international kann Hohmeier auf einige Erfahrungen zurückblicken, im laufenden Jahr etwa trat er bei den Polish Open, den Portugal Open, den Hungarian Open und den German Open an. Unter anderen traf Hohmeier in den vergangenen Monaten auf Filip Zeljko (0:4), Ioannis Sgouropoulos (1:4), Maciej Kubik (0:4) und Marcelo Aguirre (3:4), gegen die es auch in der kommenden TTBL-Saison gehen könnte. Zu seinen bislang größten Erfolgen auf internationaler Bühne gehört die Goldmedaille im Doppel mit Tobias Hippler bei der Jugend-EM 2016 in Zagreb. Zudem setzte er sich 2017 bei den German Open mit 4:2 gegen Wang Yang durch.

Für die jüngsten Karriereschritte seines neuen Schützlings hat Kirch nur lobende Worte übrig. „Sehr gut“ habe sich Hohmeier entwickelt, sagt der TTC-Coach, insbesondere seit der 22-Jährige in Düsseldorf unter Helmut Hampl trainiere. Als einziger deutscher Spieler und als Teil der Aufstiegsmannschaft nehme der Weltranglisten-260. eine besondere Rolle innerhalb des Teams ein. Zu den Stärken des Youngsters zähle die Rückhand, zudem sei er klar im Kopf: „Es ist ein langer Atem notwendig, um sich in der TTBL durchzusetzen, und es wird länger als eine Saison dauern, sich an das Niveau zu gewöhnen“, sagt Kirch. „Aber Nils ist sich diesen Umständen absolut bewusst – und er ist bereit, diesen Weg zu gehen.“ Und dann wird sich Nils Hohmeier wohl nicht allzu häufig hinten anstellen müssen.

 

Beitragsbild oben: Nils Hohmeier (Foto: ITTF)