NEU IN DER TTBL: SATHIYAN GNANASEKARAN



In der aktuellen Saison, die bereits am 1. Juli offiziell begann, tummeln sich in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) viele neue Gesichter. In einer kleinen Serie stellen wir die Liga-Neulinge noch einmal genauer vor. In diesem Teil ist Sathiyan Gnanasekaran vom ASV Grünwettersbach an der Reihe.

Sathiyan Gnanasekaran

Fokussiert: Sathiyan Gnanasekaran (Foto: ITTF)

Sathiyan Gnanasekaran ist ein echter Superstar. Bisher gilt dieser Satz nur für sein Heimatland Indien, wo er das Gesicht eines regelrechten Tischtennis-Booms ist, der mit der 2017 gegründeten Profiliga Ultimate Table Tennis (UTT) einen enormen Schub bekommen hat. Doch das soll sich ändern. Denn das ehrgeizige Ziel des Projekts lautet: eine Olympische Medaille für Indien bis 2024. Gnanasekaran ist einer der Kandidaten.

In der neuen Saison der Tischtennis Bundesliga (TTBL) schlägt der 25-Jährige für den ASV Grünwettersbach auf – und macht damit den nächsten Schritt auf der Karriereleiter. International ist er längst in den Top 50 der Welt angekommen und erreichte im August mit Platz 39 einen neuen persönlichen Bestwert in der ITTF Weltrangliste. Nicht schlecht für jemanden, der rein zufällig zum Tischtennis kam, wie Gnanasekaran kürzlich dem Sportportal Sportskeeda erzählte. „Meine Mutter wollte lediglich, dass ich irgendeine Individualsportart anfange. Und nahe unserem Haus wurde gerade ein Tischtenniszentrum eröffnet.“ Und so nahm Ganasekarans Karriere 1998 seinen Lauf.

Seinen ersten internationalen Titel feierte Gnanasekaran 2016, als er die Belgium Open gewinnen konnte. Sein Geld verdiente er damals übrigens in Deutschland beim TSG Kaiserlautern in der Regionalliga, in der er allerdings unterfordert war (Bilanz: 16:1). Der Triumph bei den Belgium Open war erst der zweite Sieg eines Inders auf der ITTF World Tour, entsprechend groß die Freude (s. Video). Vor ihm war dies nur Kamal Achanta gelungen. Seinen Erfolg schrieb der studierte Ingenieur damals vor allem seinem Vater zu, der im November 2015 verstorben war. „Nach seinem Tod war sein Traum, mich als erfolgreichen Tischtennisspieler zu sehen, meine größte Motivation, wieder mit dem Training zu beginnen.“ Noch heute bete er vor jedem Spiel zu seinem Vater, der zugleich sein größter Fan war.

„Beginn einer neuen Ära“

Ein weiterer World-Tour-Titel sollte folgen, diesmal bei den Spanish Open im November 2017, als er bereits in die Top 100 der Welt vorgestoßen war (88.). Im Sommer zuvor hatte er die Premierensaison der UTT ohne Niederlage beendet. Im April 2018 was Gnanasekaran Teil der indischen Auswahl bei den Commonwealth Games in Australien und sicherte sich gleich drei Medaillen: Gold mit der Mannschaft, Silber im Doppel und Bronze im Mixed. Insgesamt gewann das indische Team achtmal Edelmetall. „Es war fantastisch und wir haben eine tolle Show abgeliefert“, so Gnanasekaran gegenüber Sportskeeda. „Ich glaube, das ist der Beginn einer neuen Ära und es kann von hier aus nur aufwärts gehen.“

Tat es auch. Anfang Juli gewann Gnanasekaran als Kapitän der Dabang Smashers die zweite Auflage von Ultimate Table Tennis, bei den Australian Open vor einer Woche stieß er als Qualifikant bis ins Achtelfinale vor. Nächstes Ziel sind die Asian Games (18. August bis 2. September) – und natürlich eine erfolgreiche Saison mit Grünwettersbach. Dort dürfte die Vorfreude auf den jungen Inder bereits groß sein.

Beitragsbild oben: ITTF