NEU IN DER TTBL: SHANG KUN, DER ZWEITE LEADER



Patrick Franziska bekommt mit dem Chinesen Shang Kun einen weiteren erfahrenen Spitzenspieler an die Seite gestellt. Gemeinsam sollen sie das junge Team des 1. FC Saarbrücken TT führen – und den deutschen Vizemeister möglichst auf kommende Großtaten in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) vorbereiten. Teil sieben unserer Serie „Neu in der TTBL“.

Shang Kun

Shang Kun gilt als ausgezeichneter Doppelspieler. (Foto: ITTF)

K.S. Dekorglass Dzialdowo – der Name dieses polnischen Klubs dürfte so ziemlich jedem Saarbrücker Tischtennis-Fan etwas sagen. Das Halbfinale der vergangenen ETTU-Cup-Saison schließlich bleibt im Gedächtnis: Nach 2:3 und 3:2 entschied im März das Satzverhältnis über den Finaleinzug, mit dem besseren Ende für das Team aus der TTBL. Geht es allerdings nach den Saarbrücker Verantwortlichen, dürfte diese Assoziation demnächst von einer neuen abgelöst werden. Denn mit Shang Kun hat Saarbrücken einen Spieler von Dzialdowo verpflichtet, vom dem sich der Klub eine ganze Menge verspricht, und das gleich in mehrerlei Hinsicht.

Einerseits natürlich sportlich: Shang kommt schließlich mit der Empfehlung so manches Erfolges. Auf nationaler Ebene stand der 28-Jährige dreimal bei den chinesischen Meisterschaften im Einzel auf dem Treppchen, 2014, 2015 und 2016 holte er jeweils die Bronzemedaille. In der Super League wurde er zudem 2012 und 2013 Vizemeister. International hingegen durfte sich Shang kaum zeigen, überzeugte bei seinen wenigen Auftritten auf der World Tour aber ebenfalls: Bei den Hungarian Open 2017 holte er Silber und setzte sich dabei unter anderen gegen Lin Gaoyuan, Yu Zhou und Vladimir Samsonov durch, bei den Japan Open ging es 2015 bis in Halbfinale.

Ma, Zhang, Xu, Shang – ein starker Jahrgang

„Wir wissen, wen er alles geschlagen hat“, sagt Saarbrückens Organisationsleiter Nicolas Barrois vielsagend und wohlwissend, dass Shang in den vergangenen Jahren so ziemlich jeden Topspieler schon einmal in die Knie gezwungen hat. In der vergangenen Saison blieb der Chinese bei Dzialdowo in der polnischen Liga gar in der gesamten Hauptrunde ungeschlagen. Über die Spielstärke hinaus erhöht Shang auch die taktischen Möglichkeiten des deutschen Vizemeisters, schließlich gilt er als ausgezeichneter Doppelspieler. Im vergangenen Jahr holte er an der Seite von Zhang Chao den Titel im Doppel bei den chinesischen Meisterschaften.

Shangs Pech war, zu einer der wohl stärksten Generationen an chinesischen Tischtennis-Spielern zu gehören. Ebenso wie Ma Long, Zhang Jike und Xu Xin wurde er im Zeitraum zwischen 1988 und 1990 geboren, zudem rückte frühzeitig Fan Zhendong (Jahrgang 1997) in die Nationalmannschaft – ein Umstand, in dem der Hauptgrund dafür zu suchen sein dürfte, warum Shang die ganz große internationale Karriere bislang verwehrt geblieben ist.

„Know-how wie wenige andere“

Über das Sportliche hinaus ist Shang beim 1. FC Saarbrücken andererseits auch als Führungsfigur eingeplant. Nachdem den Saarländern im vergangenen Jahr immer wieder eine Abhängigkeit von Patrick Franziska nachgesagt wurde, soll der deutsche Nationalspieler nun gemeinsam mit Shang die Mannschaft führen und den jungen Spielern als Vorbild dienen. Neben Franziska (27) und Shang (28) nämlich stehen mit Cristian Pletea (19), Tomas Polansky (21) und Darko Jorgic (20) drei Youngster im Kader des FCS. „Von seiner Erfahrung können alle nur profitieren“, sagt Organisationsleiter Barrois. Shang schließlich verfüge „über ein Know-how des Sports wie nur wenige andere“.

Aber wie oft steht der Chinese den Saarbrückern überhaupt zur Verfügung? „Für alle Spiele in allen Wettbewerben“, stellt Barrois klar, vorausgesetzt, dass Gesundheit und Form stimmen. Dafür wird Shang nach Saarbrücken ziehen, wie der FCS-Organisationsleiter sagt. Ein Umstand, der wiederum Patrick Franziska zugutekommen soll: „Er wird Patrick bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 unterstützen“, sagt Barrois. Shang Kun soll eben ein wichtiger Faktor auf vielen Ebenen für den 1. FC Saarbrücken TT werden.

 

Die bislang erschienenen Artikel unserer Serie "Neu in der TTBL"

Teil 1: Mattias Falck, der WM-Held

Teil 2: Alberto Miño, der Microtenista

Teil 3: Kanak Jha, der US-Hoffnungsträger

Teil 4: Cristian Pletea, der nächste FCS-Youngster

Teil 5: Ewout Oostwouder, der Rückkehrer

Teil 6: Abdel-Kader Salifou, der Doppelspezialist

 

Beitragsfoto oben: ITTF