NEU IN DER TTBL: VLADIMIR SIDORENKO



In der aktuellen Saison, die bereits am 1. Juli offiziell begann, tummeln sich in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) viele neue Gesichter. In einer kleinen Serie stellen wir die Liga-Neulinge noch einmal genauer vor. Im zweiten Teil ist der junge Russe Vladimir Sidorenko an der Reihe, der beim TTC Schwalbe Bergneustadt die nächste Stufe auf der Karriereleiter nimmt.

Vladimir Sidorenko

Verstärkt Bergneustadt: Vladimir Sidorenko (Foto: ITTF)

An die große Glocke hängte der TTC Schwalbe Bergneustadt den Transfer des Russen Vladimir Sidorenko Ende April dieses Jahres nicht gerade. Dabei ist die zweite Neuverpflichtung nach Paul Drinkhall zwar weniger spektakulär, bemerkenswert allerdings allemal. Denn Sidorenko ist gerade einmal 16 Jahre alt – und gilt schon jetzt als eines der größten Talente Europas.

Der 2002 in Tomsk in Westsibirien geborene Sidorenko machte international bereits 2016 auf sich aufmerksam, als er bei den Jugend-Europameisterschaften im kroatischen Zagreb bei den Schülern (U15) förmlich ins Finale spazierte und dort in einem Marathonmatch den Schweden Truls Moregardh mit 4:3 niederrang. Diesen Erfolg konnte der Linkshänder 2017 in Guimaraes (Portugal) sogar noch einmal wiederholen. Endspielgegner war erneut der gleichaltrige Moregardh, diesmal behielt Sidorenko mit 4:2 die Oberhand (s. u.). In diesen Tagen (15. bis 24. Juli) ist die Nummer 180 der ITTF-Weltrangliste auch bei der 2018er-Auflage der Nachwuchs-EM im rumänischen Cluj vertreten. Mit der russischen Mannschaft schlug er am Sonntag Titelverteidiger Deutschland und punktete doppelt.

Duda plus Europa

Bei seinem neuen Verein in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) ist der junge Russe Teil des neuen Konzepts. Während die Vereinsverantwortlichen um Manager Heinz Duda in den letzten Jahren verstärkt auf deutsche Nationalspieler gesetzt hatten, der gewünschte Erfolg jedoch ausblieb, entstand um Eigengewächs Benedikt Duda herum nun eine Mannschaft mit europäischen Spielern. Zu Beginn der abgelaufenen Saison wechselte bereits der Spanier Alvaro Robles ins Oberbergische, im Februar 2018 wurde die Verpflichtung des Engländers Drinkhall verkündet. Mit Sidorenko ist das Puzzle damit gewissermaßen komplett.

An Erfahrung mangelt es Sidorenko trotz seines Alters im Übrigen auch im Herrenbereich keineswegs. Bereits bei der Einzel-Weltmeisterschaft in Düsseldorf ging er für Russland an den Start, bei der Team-WM in Halmstadt (Schweden) war er ebenfalls vertreten – und gehörte dort zu den jüngsten Spielern in der sogenannten Championship Division. „Das Alter ist kein Hindernis, sondern eine Einschränkung, die im Kopf entsteht“ – passender könnte Sidorenkos Lebensmotto damit kaum sein.

UPDATE (19.07.): Sidorenko steht bei den Jugend-Europameisterschaften in Cluj-Napoca mit der russischen Mannschaft im Finale der Jungen und kämpft um 18.30 Uhr im Endspiel gegen Frankreich um den Titel. Zum Livestream.

Beitragsbild oben: ITTF