OCHSENHAUSEN BEENDET FULDA-FLUCH



Die TTF Liebherr Ochsenhausen gewinnen erstmals seit 2015 wieder ein Spiel gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell und feiern zum Start in die Rückrunde einen wichtigen Erfolg im Kampf um die Play-offs. Neben dem Spitzenspiel gehen auch die übrigen vier Begegnungen des 10. Spieltags der Tischtennis Bundesliga (TTBL) über die volle Distanz.

Die TTF Liebherr Ochsenhausen können durchatmen. Nach sechs sieglosen Duellen mit dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell in Folge gelang den Oberschwaben zum Auftakt in die Rückrunde der Tischtennis Bundesliga (TTBL) am frühen Sonntagabend der ersehnte Triumph gegen ihren Angstgegner. Allerdings war der ein hartes Stück Arbeit: Erst nach dem entscheidenden fünften Einzel stand fest, ob die Gäste mit einem erneuten Rückschlag oder zwei echten „Big Points“ im Kampf um die Play-offs überwintern. „Das war eine fantastische spielerische und kämpferische Leistung der Jungs, besonders, da sie mit 1:2 hinten gelegen hatten“, freute sich TTF-Sportmanager Daniel Zwickl. Hugo Calderano hatte es Ochsenhausen schließlich zu verdanken, dass sich die Mannschaft von Trainer Dubravko Skoric mit 12:8 Punkten in der Spitzengruppe festsetzt. Der Portugiese bezwang zum Auftakt Fuldas Abwehr-Ass Ruwen Filus und überzeugte im Schlusseinzel auch gegen Angriffsspieler Jonathan Groth. Im Duell der Defensivspezialisten hatte der Japaner Yuto Muramatsu zuvor gegen Filus zum 2:2 ausgeglichen.

Darko Jorgic

Bot erneut eine starke Vorstellung: Darko Jorgic (Foto: Zacher)

Besagte „Big Points“ hatte am Sonntagnachmittag auch der TSV Bad Königshofen lange Zeit vor Augen. Gegen den SV Werder Bremen war der Aufsteiger erneut drauf und dran, seinem Ruf als Favoritenschreck alle Ehre zu machen. Wie schon gegen Düsseldorf – dem ersten großen Coup der Unterfranken – führte die Mannschaft um Shooting-Star Darko Jorgic zur Pause völlig überraschend mit 2:0. Allerdings war die Bremer Aufholjagd mindestens ebenso beeindruckend. Hunor Szöcs glich nach der Pause gegen Filip Zeljko zunächst aus, ehe mit Jorgic und Werder-Spitzenspieler Bastian Steger zwei der derzeit besten Spieler der Liga aufeinandertrafen – und hielten, was das Duell versprach. Nachdem Steger bereits wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, kam der junge Slowene in einer spektakulären Partie noch einmal zurück und musste sich erst im fünften Durchgang geschlagen geben. Omar Assar war es schließlich, der Bremens Aufholjagd gegen Mizuki Oikawa die Krone aufsetze und Bremen Tabellenplatz zwei sicherte.

Déjà-Vu für den ASV

Nach einem 1:2 Rückstand nach der Pause setzte auch der ASV Grünwettersbach zu einer Aufholjagd an. Anders als Bremen blieben die Karlsruher gegen den 1. FC Saarbrücken TT allerdings erfolglos und mussten sich wie so häufig mit 2:3 geschlagen geben. Und wie so häufig reichten auch diesmal zwei Punkte von Masataka Morizono nicht zum Sieg. Der Japaner hatte den ASV zum Auftakt gegen Patrick Franziska in Führung gebracht und gegen Bojan Tokic für den 2:2-Ausgleich gesorgt. Seine Teamkollegen Dang Qiu und Samuel Walker konnten jedoch an diese Leistung nicht anknüpfen, Franziska sich dagegen gegen Walker für die Auftaktniederlage revanchieren. Und so feiern die Gäste aus dem Saarland einen wichtigen Erfolg und halten den Anschluss die Play-off-Plätze, den sie nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge zu verlieren drohten.

Alvaro Robles

Stemmte sich mit Benedikt Duda gegen die Niederlage: Alvaro Robles (Foto: Braun)

Verloren war die Begegnung für den TTC Schwalbe Bergneustadt hingegen im Grunde bereits vor dem ersten Aufschlag. Die Mannschaft aus dem Oberbergischen musste kurzfristig auf Steffen Mengel verzichten, der wegen eines Magen-Darm-Infekts ausfiel und traten gegen Tabellenführer Borussia Düsseldorf nur zu zweit an, da Kamal Achanta und Ersatzmann Peter Sereda ebenfalls nicht verfügbar waren. „Zu zweit ist es gegen die momentan beste Mannschaft der Liga natürlich doppelt schwer“‚ so Alvaro Robles. Was der Spanier und sein Teamkollege Benedikt Duda allerdings aus dieser verfahrenen Situation machten, war aller Ehren wert. Die Gäste aus Düsseldorf hingegen konnten sich bei Anton Källberg bedanken, dass Bergneustadt die Überraschung verwehrt blieb. Denn der Schwede sicherte dem Rekordmeister mit zwei Siegen den knappen 3:2-Auswärtserfolg, nachdem Duda und Robles jeweils Kristian Karlsson bezwingen konnten. Im Entscheidungseinzel gegen Duda hatte Källberg schließlich das bessere Ende für sich und schraubt seine beeindruckende Bilanz auf 11:2. „Antons Leistung freut mich sehr“, so sein Trainer Danny Heister. „Er hat taktisch wieder sehr stark gespielt. Wir haben heute zwei weitere wichtige Punkte geholt, die uns keiner mehr nehmen kann.“

Mühlhausen kann es auch auswärts

Zwei wichtige Punkte holte auch der Post SV Mühlhausen. Gegen Tabellenschlusslicht TTC Zugbrücke Grenzau zitterten sich die Thüringer zu ihrem erst zweiten Erfolg in der Fremde – und das obwohl Grenzaus Spitzenspieler Kou Lei den Gastgebern fehlte. „Wir haben das Spiel wirklich reingeeist, wie man im Tischtennis sagt“, musste Gästetrainer Erik Schreyer zugeben. Der gebürtige Chinese Kou wurde von Jörg Schlichter aus der Grenzauer Oberliga-Reserve ersetzt, der Daniel Habesohn das Leben im Entscheidungseinzel denkbar schwer machte und zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzen konnte. „Daniel war krankheitsbedingt angeschlagen“, erklärte Schreyer. „Insgesamt hat heute jedoch der Charakter und die Einstellung gestimmt.“ Schreyer Lob galt wohl vor allem Ovidiu Ionescu, der mit zwei souveränen Auftritten zweimal für der Ausgleich sorgte, nachdem Kirill Gerassimenko und Constantin Cioti die Westerwälder jeweils in Führung gebracht hatten. Mühlhausen kehrt damit nach zuletzt drei Niederlagen in Folge zurück in die Erfolgsspur. „Ich denke, das gibt uns die nötige Sicherheit für die kommenden Aufgaben“, schloss Schreyer.

Alle Partien des 10. Spieltags in voller Länge sowie zahlreiche On-demand-Formate finden Sie in Kürze im TTBL-TV.

Der 10. Spieltag in der Übersicht

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen 2:3
Ruwen Filus – Hugo Calderano 1:3 (8:11, 4:11, 11:9, 8:11)
Jonathan Groth – Yuto Muramatsu 3:0 (11:4, 11:8, 11:8)
Wang Xi – Jakub Dyjas 3:1 (12:14, 11:5, 11:9, 11:7)
Ruwen Filus – Yuto Muramatsu 0:3 (11:13, 9:11, 9:11) 
Jonathan Groth – Hugo Calderano 2:3 (11:6, 4:11, 6:11, 11:4, 7:11)

TSV Bad Königshofen – SV Werder Bremen 2:3
Darko Jorgic – Omar Assar 3:1 (8:11, 11:9, 11:6, 11:9)
Mizuki Oikawa – Bastian Steger 3:2 (9:11, 11:8, 15:13, 9:11, 14:12) 
Filip Zeljko – Hunor Szöcs 1:3 (9:11, 7:11, 11:6, 8:11)
Darko Jorgic – Bastian Steger 2:3 (7:11, 8:11, 11:9, 11:7, 8:11) 
Mizuki Oikawa – Omar Assar 1:3 (11:5, 6:11, 9:11, 11:13)

ASV Grünwettersbach – 1. FC Saarbrücken TT 2:3
Masataka Morizono – Patrick Franziska 3:1 (11:7, 11:13, 11:1, 11:9)
Samuel Walker – Bojan Tokic 0:3 (5:11, 6:11, 10:12)
Dang Qiu – Tiago Apolonia 0:3 (7:11, 8:11, 7:11)
Masataka Morizono – Bojan Tokic 3:1 (11:6, 17:19, 11:6, 12:10)
Samuel Walker – Patrick Franziska 1:3 (12:10, 2:11, 6:11, 8:11)

TTC Schwalbe Bergneustadt – Borussia Düsseldorf 2:3
Alvaro Robles – Anton Källberg 2:3 (11:6, 4:11, 8:11, 11:2, 7:11)
Benedikt Duda – Kristian Karlsson 3:0 (11:6, 11:6, 11:6)
n. a. – Stefan Fegerl 0:3 (0:11, 0:11, 0:11)
Alvaro Robles – Kristian Karlsson 3:2 (11:8, 7:11, 6:11, 11:8, 11:5)
Benedikt Duda – Anton Källberg 1:3 (11:13, 6:11, 11:5, 8:11)

TTC Zugbrücke Grenzau – Post SV Mühlhausen 2:3
Kirill Gerassimenko – Daniel Habesohn 3:2 (11:9, 11:6, 5:11, 5:11, 11:2)
Jörg Schlichter – Ovidiu Ionescu 0:3 (3:11, 7:11, 5:11)
Constantin Cioti – Lubomir Jancarik 3:2 (11:6, 11:6, 1:11, 12:14, 11:6)
Kirill Gerassimenko – Ovidiu Ionescu 1:3 (8:11, 11:9, 9:11, 6:11) 
Jörg Schlichter – Daniel Habesohn 1:3 (11:13, 10:12, 12:10, 4:11)