OCHSENHAUSEN GEWINNT VERFOLGERDUELL



Dank eines 3:1-Erfolgs gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt am 5. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) bleiben die TTF Liebherr Ochsenhausen Spitzenreiter Borussia Düsseldorf dicht auf den Fersen. Der Rekordmeister hat indes auch ohne Timo Boll gegen Aufsteiger TTC indeland Jülich keine Probleme. Auch der Post SV Mühlhausen und der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell siegen klar, der 1. FC Saarbrücken TT hingegen muss sich mächtig strecken.

Yang Lei

Sah sein Team nicht chancenlos: Yang Lei (Foto: Verein)

Die TTF Liebherr Ochsenhausen bleiben weiter erster Verfolger von Spitzenreiter Düsseldorf. Die Oberschwaben gewannen am 5. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) das direkte Duell um Platz zwei gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt am Ende souverän mit 3:1. Dabei hatte die Partie für die Mannschaft von Trainer Dmitrij Mazunov mit einem Fehlstart begonnen, als Paul Drinkhall Hugo Calderano in fünf Sätzen niederringen konnte. „Hugo hat im ersten Spiel seine Probleme gehabt, weil ihm einfach die Spielpraxis fehlte“, so Mazunov. „Trotzdem hat er vorbildlich gekämpft und seine Sache im zweiten Einzel sehr gut gemacht.“ Dort nämlich sorgte Calderano im Spitzeneinzel gegen Benedikt Duda mit beeindruckender Sicherheit für die Entscheidung. Zuvor hatte Stefan Fegerl dem EM-Viertelfinalisten Duda die erste Niederlage des Abends beigebracht und Jakub Dyjas gegen Vladimir Sidorenko auf 2:1 erhöht. „Bei Benne habe ich gemerkt, dass nach der EM, vor der er viel trainiert hat, und dem Pokalspiel heute einfach nicht sein Tag ist“, erklärte Schwalbe-Trainer Yang Lei die Leistung seines Schützlings, der bis dato noch ungeschlagen war. „Aber wir hatten heute trotzdem unseren Chancen, speziell nach dem sensationellen Sieg von Paul gegen Calderano.“ Bergneustadt muss damit in der Tabelle vorerst abreißen lassen, Ochsenhausen fehlen nach wie vor zwei Punkte zu Platz eins.

Denn Borussia Düsseldorf ließ gegen Tabellenschlusslicht TTC indeland Jülich nichts anbrennen und bleibt damit auch im fünften Saisonspiel ungeschlagen. Den Grundstein des klaren 3:0-Erfolgs im heimischen ARAG CenterCourt legte Kamal Achanta, der nach einem Jahr in Bergneustadt sein Comeback im Trikot des Rekordmeisters feierte – und das überaus erfolgreich. Dem deutschen Nachwuchsnationalspieler Dennis Klein ließ der Inder in drei Sätzen keine Chance. „Es ist fantastisch, wieder in einem Heimspiel für die Borussia auflaufen zu dürfen und vor den tollen Zuschauern spielen zu können. Ich bin überglücklich, wieder zurück zu sein“, so der 36-Jährige. Den Schlusspunkt unter die Partie setze nach rund 100 Minuten schließlich Kristian Karlsson, nachdem sein schwedischer Landsmann Anton Källberg vor der Pause gegen Robin Devos auf 2:0 erhöht hatte. Völlig unzufrieden war Jülichs Nummer eins am Ende dennoch nicht: „Gegen Källberg wäre auch ein anderes Resultat möglich gewesen. Insgesamt haben wir trotz der Niederlage zeigen können, dass wir in die Bundesliga gehören.“

Mühlhausen überrascht

Daniel Habesohn

Sorgte für die 2:0-Führung: Daniel Habesohn (Foto: Habel)

Dass er längst mehr als nur dazugehört, zeigte an diesem Sonntag wieder einmal der Post SV Mühlhausen. Zwei Tage nach dem couragierten Champions-League-Debüt in Russland bezwang die Mannschaft von Trainer Erik Schreyer den SV Werder Bremen in der Höhe überraschend mit 3:0. Den Spielverlauf spiegelt dieses Ergebnis allerdings nicht im Geringsten wieder. „Das war ein ganz enges Spiel, obwohl wir mit 0:3 verloren haben“, so Werder-Trainer Cristian Tamas. „Knackpunkt war für mich das erste Spiel, in dem Basti (Steger) 2:0 geführt hat.“ Ebendiese Führung konnte Lubomir Jancarik, gegen Orenburg noch geschont, jedoch erst ausgleichen und wenig später drehen. Daniel Habesohn erhöhte anschließend gegen Hunor Szöcs auf 2:0, bevor es nach der Pause auch im dritten Einzel äußert eng zuging – und ein Mühlhäuser Akteur erneut einen Rückstand drehen konnte. Gustavo Tsuboi führte gegen Steffen Mengel mit 2:1, am Ende jedoch gewann der Siegerländer. „Ovi (Ionescu) ist leider ausgefallen, daher dachten wir nicht, dass wir hier vergleichsweise deutlich gewinnen können. Aber wir haben alle gut gespielt, was für unseren Zustand (nach der EM und der Reise nach Russland) eigentlich überraschend war“, so Habesohn.

Überraschend war auch der klare Sieg des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gegen einen vor allem in den ersten beiden Einzeln erstaunlich chancenlosen ASV Grünwettersbach. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Spielverlauf“, so Ruwen Filus, der den 3:0-Erfolg der Osthessen mit dem einzig knappen Sieg des Nachmittags unter Dach und Fach brachte. Zuvor hatte Wang Xi gegen Bojan Tokic ebenso glatt in drei Sätzen die Oberhand behalten wie Tomislav Pucar im Duell mit Ricardo Walther. „Vor allem Tomislav konnte heute überzeugen“, lobte Teamkollege Filus. „Ein 3:0 gegen Ric muss man erst mal schaffen. Ich konnte den Druck dann hintenraus hochhalten und mich knapp gegen Dang Qiu durchsetzen, sodass wir nach dem EM-Pause einen perfekten Start in die Bundesliga hatten.“ Die Gäste aus Karlsruhe müssen nach dem ersten Saisonerfolg vor drei Wochen den nächsten Rückschlag hinnehmen und bleiben gegen Fulda weiter sieglos.

Bad Königshofen kämpft vergebens

Ohne Punkte blieb im längsten Spiel des Tages am Ende auch der TSV Bad Königshofen. Allerdings lieferten die Gastgeber aus Unterfranken dem 1. FC Saarbrücken TT einen großen Kampf, was vor allem an einem Spieler lag: Der Japaner Mizuki Oikawa zeigte sich nach der klaren Niederlage im Pokal wie ausgewechselt und gewann sowohl zum Auftakt gegen Neuzugang Liao Cheng-Ting bei dessen Debüt im FCS-Trikot als auch im Spitzeneinzel gegen Patrick Franziska. Letzterer war entsprechend beeindruckt: „Oikawa hat einen Super-Tag erwischt. Da muss man akzeptieren, dass er einfach sehr, sehr gut gespielt hat.“ Zuvor hatte Franziska selbst die Oikawa-Führung gegen Filip Zeljko ausgleichen können, Darko Jorgic gegen Bence Majoros anschließend die Führung hergestellt. „Das war der Knackpunkt der Partie. Das Spiel war auf des Messers Schneide, beide hätten es gewinnen können“, fand Franziska. „Deshalb sind wir glücklich, dass wir die zwei Punkte am Ende mitnehmen können.“ Den entscheidenden Punkt holten schließlich Jorgic und Liao im Doppel.

Alle Begegnungen des 5. Spieltags sowie zahlreiche On-demand-Formate finden Sie in Kürze im TTBL-TV.

Der 5. Spieltag in der Übersicht

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:1
Hugo Calderano – Paul Drinkhall 2:3 (7:11, 7:11, 12:10, 11:9, 7:11)
Stefan Fegerl – Benedikt Duda 3:1 (10:12, 11:9, 13:11, 11:5)
Jakub Dyjas – Vladimir Sidorenko 3:1 (11:9, 11:8, 9:11, 11:5)
Hugo Calderano – Benedikt Duda 3:0 (11:5, 11:6, 11:6)

Borussia Düsseldorf – TTC indeland Jülich 3:0
Kamal Achanta – Dennis Klein 3:0 (11:5, 11:6, 11:9)
Anton Källberg – Robin Devos 3:1 (12:10, 9:11, 11:8, 11:8)
Kristian Karlsson – Martin Allegro 3:0 (11:5, 12:10, 11:6)

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – ASV Grünwettersbach 3:0
Wang Xi – Bojan Tokic 3:0 (11:8, 11:9, 11:5)
Tomislav Pucar – Ricardo Walther 3:0 (11:5, 11:9, 11:6)
Ruwen Filus – Dang Qiu 3:2 (9:11, 11:4, 8:11, 11:8, 11:1)

SV Werder Bremen – Post SV Mühlhausen 0:3
Bastian Steger – Lubomir Jancarik 2:3 (11:8, 11:8, 9:11, 7:11, 9:11)
Hunor Szöcs – Daniel Habesohn 1:3 (9:11, 11:3, 9:11, 8:11)
Gustavo Tsuboi – Steffen Mengel 2:3 (11:8, 3:11, 11:7, 6:11, 7:11)

TSV Bad Königshofen – 1. FC Saarbrücken TT 2:3
Mizuki Oikawa – Liao Cheng-Ting 3:0 (13:11, 13:11, 11:4)
Filip Zeljko – Patrick Franziska 0:3 (9:11, 4:11, 11:13)
Bence Majoros – Darko Jorgic 2:3 (11:9, 3:11, 11:4, 5:11, 9:11)
Mizuki Oikawa – Patrick Franziska 3:1 (11:9, 11:9, 9:11, 11:9)
Majoros/Zeljko – Jorgic/Liao 0:3 (3:11, 6:11, 9:11)

Beitragsbild oben: Nicolai Schaal