OCHSENHAUSEN SIEGT IM KRIMI VON MÜNCHEN



Die TTF Liebherr Ochsenhausen entscheiden das Spitzenspiel im Münchner Audi Dome für sich und schlagen Borussia Düsseldorf in einem hochklassigen Duell vor 4.500 Zuschauern mit 3:2. Damit wächst der Vorsprung des Tabellenführers in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) vorerst auf vier Punkte an.

Karlsson/Källberg

Vergaben die Siegchance: Kristian Karlsson und Anton Källberg (Foto: Fuhrmann)

Wo „Weltklasse-Tischtennis in München“ drauf stand, war am Samstagabend auch Weltklasse-Tischtennis drin. Denn ein Sieger der Nachholpartie des 19. Spieltags der Tischtennis Bundesliga (TTBL) zwischen Rekordmeister Borussia Düsseldorf und Pokalsieger TTF Liebherr Ochsenhausen fand sich im Münchner Audi Dome erst nach über dreieinhalb Stunden absolutem Spitzensport. Am Ende waren es Simon Gauzy und Stefan Fegerl, die dem Event in der bayrischen Landeshauptstadt die sportliche Krone aufsetzten und nach einer spektakulären Aufholjagd und zwei abgewehrten Matchbällen den 3:2-Erfolg der Gäste aus Oberschwaben perfekt machten – und mit den beiden Schweden Kristian Karlsson und Anton mindestens zwei ziemlich konsternierte Gegner zurückließen.

Dabei hatte die Partie zu Beginn des Abends in München, den DSDS-Gewinnerin Marie Wegener und Star-Pianist Joja Wendt vor 4.500 Zuschauern musikalisch eingeleitet hatten, zunächst einen erwarteten Verlauf genommen. Gewohnt souverän sorgte Düsseldorfs Topstar Timo Boll gegen Gauzy für die 1:0-Führung für die Gastgeber und ließ sich dabei von Ochsenhausens Franzosen nur im zweiten Satz kurz aus dem Konzept bringen (11:13). Anschließend bewies jedoch Hugo Calderano, dass er in der Weltrangliste nicht umsonst auf Position sechs geführt wird und stürmte gegen den anfangs völlig überforderten Omar Assar zur 2:0-Satzführung. Doch der Ägypter fing sich, verkürzte auf 1:2 und war im vierten Durchgang auf dem besten Weg zum Satzausgleich (6:2), bis Calderano wieder zurück ins Spiel fand und für Ochsenhausen zum 1:1 ausglich.

Boll und Calderano begeistern

Nach der Pause hatte sich offenbar auch der ehemalige Düsseldorfer Stefan Fegerl gegen seinen Ex-Klub einiges vorgenommen. Nach den ersten beiden Durchgängen führte der Österreicher bereits mit 2:0, ehe Kristian Karlsson gegen die Niederlage stemmte. Und wie: Nach dem Satzausgleich gehörte dem Schweden auch der fünfte Durchgang, in dem Fegerl seinem Gegner nicht mehr entgegenzusetzen hatte (5:11). Der Erwartung der Zuschauer in Münchens Basketball-Arena wurden anschließend im Spitzeneinzel auch Boll und Calderano gerecht, die sich das wohl hochklassigste Duell des Abends lieferten. Anders als im Liebherr TTBL-Finale 2018 hatte dieses Mal jedoch Ochsenhausens Nummer eins das bessere Ende für sich und erzwang nach fünf packenden Sätzen so das Schlussdoppel, das an Dramatik kaum zu überbieten war.

Denn Karlsson und Källberg begannen dominant, hatten Partie und Gegner klar im Griff und im dritten Satz beim Stand von 10:8 zwei Matchbälle. Dann ging jedoch plötzlich gar nichts mehr. Gauzy und Fegerl gewannen erst den dritten Durchgang und hatten auf einmal leichtes Spiel. Källberg wirkte nach einem wegen Beschädigung nötig gewordenen Schlägertausch verunsichert, auch bei Karlsson häuften sich die Fehler – mit bekanntem Ausgang. „Natürlich bin ich jetzt direkt nach dem Spiel enttäuscht“, so Borussia-Trainer Danny Heister. „Aber wir haben trotzdem großartig gekämpft. Genau wie Ochsenhausen, die sich heute nie aufgegeben haben.“

Während Düsseldorf sich nur kurz schütteln kann und schon am Sonntagnachmittag (15 Uhr) beim TTC Zugbrücke Grenzau gefordert ist, baut Ochsenhausen seine Tabellenführung zumindest über Nacht auf vier Punkte ist erst in zwei Wochen beim TSV Bad Königshofen zu Gast.

Das Spiel in der Übersicht

Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen 2:3
Timo Boll – Simon Gauzy 3:1 (11:8, 11:13, 11:7, 11:6)
Omar Assar – Hugo Calderano 1:3 (6:11, 2:11, 11:9, 7:11)
Kristian Karlsson – Stefan Fegerl 3:2 (7:11, 6:11, 11:6, 11:9, 11:5)
Timo Boll – Hugo Calderano 2:3 (9:11, 11:5, 9:11, 11:6, 7:11)
Karlsson/Anton Källberg – Gauzy/Fegerl 2:3 (11:8, 11:6, 10:12, 4:11, 2:11)

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto