„WIR SIND HEIß“: DER POST SV MÜHLHAUSEN REITET DIE ERFOLGSWELLE



Von Platz zwölf zum Play-off-Kandidaten: Der Post SV Mühlhausen hat turbulente Monate in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) hinter sich. Trainer Erik Schreyer glaubt, dass sein Team noch lange von der aktuellen Erfolgssträhne zehren kann.

Erik Schreyer

Erik Schreyer blickt optimistisch voraus: „Jetzt bringt uns hoffentlich so schnell nichts mehr aus dem Tritt.“ (Foto: Christian Habel)

Nein, über die Play-offs werde er nicht sprechen. Das stellt Erik Schreyer im Telefongespräch nach dem 3:0-Erfolg beim SV Werder Bremen umgehend klar. Über die Erfolgsserie seines Teams dagegen möchte der Trainer des Post SV Mühlhausen aber natürlich sehr gerne reden. „Jetzt bringt uns hoffentlich so schnell nichts mehr aus dem Tritt“, sagt Schreyer etwa. Wettbewerbsübergreifend sieben Siege reihte der Post SV schließlich in den vergangenen Wochen aneinander, die Sorgenfalten nach dem Saisonstart haben sich längst in Lachfalten verwandelt.

Im Deutschen Tischtennis-Pokal gelang dem Team erstmals seit 2017 der Halbfinal-Einzug und damit der Sprung in das Final Four. In der Tischtennis Bundesliga (TTBL) arbeitete sich Mühlhausen von 0:8 Punkten und Platz zwölf nach vorne, dank des Erfolgs in Bremen stehen aktuell Rang fünf und 10:8 Punkte zu Buche. Trotz der anfänglichen Misserfolge habe seine Mannschaft zu keiner Zeit den Kopf hängen lassen, sagt Schreyer. „Auch in den ersten Spielen war viel Positives dabei“, erklärt er. „Die Mannschaft ist erfahren genug, um auch mit so einer Situation umgehen zu können.“

Schreyer: „Jeder Faktor kann den Unterschied machen“

Eingeleitet wurde die Aufholjagd in der TTBL mit einem 3:2 beim ASV Grünwettersbach, weitere Siege gegen den TTC Zugbrücke Grenzau (3:2), den TTC Neu-Ulm (3:2), den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell (3:2) und am Sonntag in Bremen folgten. Die Gründe für den Aufschwung seien vielschichtig, glaubt Schreyer. Vor allem die Stärke im Doppel, die Ergebnisse zeigen es, dürfte dazu gehören: Vier verschiedene Paarungen schickte Mühlhausen ins Rennen, erspielte dabei eine 4:2-Bilanz – und glänzte vor allem mit Neuzugang Irvin Bertrand, der bereits mit allen Teamkollegen gemeinsam antrat und insgesamt auf eine 4:1-Bilanz blickt.

Vorteil dieser Konstellation: Die Aufstellung Mühlhausens ist nahezu unberechenbar, sowohl Daniel Habesohn (8:5-Einzelbilanz) als auch Ovidiu Ionescu (5:4) und Steffen Mengel (4:5) kamen in der aktuellen Saison bereits auf allen Positionen zum Einsatz. „Wir können hier und da noch mal ein paar Prozente rausholen. Jeder Faktor kann in einer so starken und ausgeglichenen Liga den Unterschied machen“, sagt Schreyer und hebt Fitness und Form seiner Spieler hervor. In den weiteren Partien der Hinrunde trifft der Post SV noch auf den TTC OE Bad Homburg (19. Dezember) und die TTF Liebherr Ochsenhausen (22. Dezember).

Doppel Irvin Bertrand Daniel Habesohn

Das Doppel als Waffe: Irvin Bertrand (links, mit Daniel Habesohn) steht insgesamt bei einer 4:1-Bilanz. (Foto: Christian Habel)

Pokal-Halbfinale am 8. Januar gegen Saarbrücken

Doch wohin kann die aktuelle Stärke den Post SV noch führen? Wenn Schreyer schon nicht über die mögliche erstmalige Teilnahme an den Play-offs sprechen will – „Das verpönte Wort werde ich nicht benutzen“ –, dann ja vielleicht über das Liebherr Pokal-Finale. Am 8. Januar 2022 trifft Mühlhausen im Pokal-Halbfinale auf den 1. FC Saarbrücken TT; im Parallelspiel kämpfen Borussia Düsseldorf und der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell um den Einzug ins Endspiel. Anders gesagt: Nur zwei Siege trennen die verbliebenen Teams noch vom Titel.

„Wir gehen in jedes Spiel, um zu gewinnen“, stellt Schreyer klar und bezeichnet die Bilanz gegen Saarbrücken als „nicht so schlecht“. Lediglich bei den Gastspielen im Saarland habe sein Team ab und an schlecht ausgesehen, auf neutralem Boden wie der ratiopharm arena Ulm/Neu-Ulm sei die Überraschung dagegen möglich. „Wir sind heiß auf den Pokal-Wettbewerb“, sagt der 33-Jährige. „Saarbrücken kann kommen.“

Beitragsbild oben: Der Post SV Mühlhausen feiert: Erik Schreyer (von links), Steffen Mengel, Irvin Bertrand, Ovidiu Ionescu und Daniel Habesohn (Foto: Christian Habel)