PUCAR: „DER VERLUST VON WANG XI TRIFFT UNS HART“



Für Tomislav Pucar ist es in der vergangenen Saison steil nach oben gegangen. Zahlreiche internationale Erfolge, darunter die Bronzemedaille bei den European Games, ließen aufhorchen und den Kroaten auf Platz 38 der Weltrangliste klettern. Im zweiten Jahr beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) muss Pucar nun noch mehr Verantwortung übernehmen. Wir haben mit dem 23-Jährigen gesprochen.

Tomislav Pucar

Tomislav Pucar geht in seine zweite Saison beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. (Foto: Friedrich Haubner)

In der Weltrangliste sind Sie im vergangenen Jahr um knapp 50 Plätze geklettert. Worin sehen Sie die Gründe für Ihre Entwicklung?

Tomislav Pucar: Die Gründe für meine erfolgreiche Saison und den Fortschritt in der Weltrangliste sind meiner Meinung nach in Zweierlei zu finden: einerseits im harten Training und andererseits, besonders wichtig, in den Erfahrungen, die ich in der TTBL gesammelt habe, der stärksten Liga Europas.

In den vergangenen Monaten haben Sie zahlreiche große Spieler geschlagen, bei der WM etwa Dimitrij Ovtcharov. Fehlt Ihnen noch etwas zur Weltspitze? Wenn ja, was ist es?

Pucar: Ich denke, ich kann inzwischen gegen so ziemlich jeden Gegner aus Europa bestehen. Dennoch muss ich weiterhin viel arbeiten und hart trainieren, um ein bestimmtes Niveau zu erreichen und noch konstanter zu werden.

Die Rückhand wird immer wieder als Ihre große Stärke genannt. Wo sehen Sie persönlich Ihre Vorzüge?

Pucar: Auch ich würde sagen, dass die Rückhand-Banane zu meinen Stärken zählt. Dazu würde ich meinen Topspin und meinen Aufschlag nennen.

Bei den European Games haben Sie kürzlich Platz drei und damit einen Platz für die Olympischen Spiele erobert. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?

Pucar: Die Qualifikation für Tokio 2020 ist ein sehr großer Erfolg für mich, schließlich werden es meine ersten Olympischen Spiele sein. Und auch die Bronzemedaille bedeutet mir viel, denn es ist meine erste Medaille im Seniorenbereich. Ich bin sehr glücklich über mein Abschneiden in Minsk.

Wang Xi

Nach elf Jahren in Fulda spielt Wang Xi künftig für den ASV Grünwettersbach. (Foto: Friedrich Haubner)

Sie gehen in Ihre zweite Saison mit dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Wie schätzen Sie die Stärke des Teams nach dem Abgang von Wang Xi ein? Was kann die Mannschaft in der neuen Saison erreichen?

Pucar: Der Verlust von Wang Xi trifft uns hart. Es wird nicht leicht, das aufzufangen, schließlich hat er in den vergangenen Jahren konstant seine Leistung gebracht. Aber auch ohne Wang Xi werden wir unser Bestes geben, um am Ende das bestmögliche Resultat einzufahren.

Ihr Vorgänger Jonathan Groth hat sich bei Fulda-Maberzell zum Topspieler entwickelt und den Klub schließlich in Richtung Jekaterinburg verlassen. Haben Sie so etwas wie einen Traumverein?

Pucar: Einen Traumverein habe ich nicht, nein. Ich fühle mich rundum wohl in Fulda und hoffe, dass das noch lange so bleibt.

Herr Pucar, vielen Dank für das Gespräch.

 

Beitragsfoto oben: Thomas Hildebrand