SALIFOU: „DAS IST NICHT DER NORMALE ABDEL“



Nach einer erfolgreichen Debütsaison schließt sich Abdel-Kader Salifou für seine zweite Spielzeit in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) dem TSV Bad Königshofen an und beerbt Mizuki Oikawa. Im Interview spricht der 30 Jahre alte Franzose über die Saison mit dem TTC Neu-Ulm,  seinen Spielstil und die Ziele mit den Unterfranken.

Ihre persönliche Einzel-Bilanz der vergangenen Saison ist bekannt. Sie haben hervorragende Gegner wie Mattias Falck, Hugo Calderano, Daniel Habesohn und Bastian Steger geschlagen, aber gegen weniger renommierte verloren. Wie können Sie das erklären?

Zum einen war die letzte Saison meine erste in der Bundesliga, und ich muss sagen, diese ist so hochklassig besetzt, dass nahezu jeder jeden schlagen kann. Zum anderen habe ich deshalb einige Dinge in meinem Spielsystem umgestellt. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich damit zurechtkam, fast die ganze Vorrunde. Dann hatte ich es stabilisiert und wurde immer besser. 

Sie spielen eine herausragende Vorhand. Wie steht es mit der Rückhand?

Es ist mir klar, dass all meine Gegner wissen, dass meine Vorhand meine beste Waffe ist. Aber ich versuche natürlich laufend, meine Rückhand zu verbessern, und habe auch schon Spiele speziell über die Rückhand gewonnen.

Es wird erzählt, Sie seien ein lustiger Bursche mit viel Witz und Humor, im Spiel aber immer hochkonzentriert. Welches Geheimnis steckt dahinter?

Das stimmt. Ich habe zwei ganz verschiedene Personen in mir: Den Abdel im täglichen Leben und Abdel, den Sportler. Im normalen Leben finde ich, ist das Leben ganz einfach schön und cool. Ich genieße es, wenn ich mit Freunden zusammen bin und lustig sein kann. Am Tischtennis-Tisch ist das Leben etwas weniger lustig. Da versuche ich immer alles zu geben und mein Bestes aus mir herauszuholen.

Das Publikum beim TSV Bad Königshofen hat Sie gegen Mizuki Oikawa spielen sehen. Dabei ist aufgefallen, dass Sie vor jedem eigenen Aufschlag versuchen, Blickkontakt mit Ihrem Gegner aufzunehmen. Das sieht sehr unheimlich aus, wirkt nahezu böse …

Das liegt an der totalen Konzentration auf das Spiel und Fokussierung auf den nächsten Ballwechsel. Es wurde mir schon mehrfach berichtet, dass ich in solchen Momenten regelrecht aggressiv aussehe. Das ist mir selbst nicht recht. Wenn ich mich auf Videos sehe, speziell in Nahaufnahmen, erschrecke ich selber darüber. Aber glauben Sie mir, das ist nicht der normale Abdel. Ich suche nicht absichtlich den Blickkontakt zum Gegner. Ich gebe zu, dass ich ungern verliere. Aber ich habe zu viel Respekt vor meinen Gegnern, als dass ich es mit solchen Mitteln versuchen würde. Ich benötige und benutze keine unlauteren Mittel, um ein Spiel zu gewinnen. Sehen Sie doch Timo Boll an: ein ganz lieber und netter Kerl den ganzen Tag, aber im Match zeigt auch er ein ganz anderes Gesicht.

Darko Jorgic spielte ein Jahr beim TSV, sie kennen sich aus ihrer gemeinsamen Trainingsgruppe. Was hat er Ihnen über Bad Königshofen berichtet?

Wir haben schon oft darüber geredet. Er sagt, es sei ein perfekter Klub mit einer großen sportlichen Historie und ich könne froh darüber sein, in diesem Verein und vor so einem Publikum spielen zu dürfen. Er sagte, die Leute seien sehr nett und hilfsbereit und würden mich bestimmt derart unterstützen wie damals ihn. Ich könne mich jetzt schon darauf freuen.

Was haben Sie sich für die Zeit beim TSV vorgenommen?

Ich habe mir sehr viel vorgenommen und will mein Spiel immer weiter verbessern. Ich möchte erfolgreich spielen und meiner Mannschaft dabei helfen, gute Resultate zu erzielen. Ich möchte, dass die Zuschauer stolz auf unser Team sind, dass wir ihnen Siege schenken können, dass sie froh und zufrieden nach Hause gehen und wieder kommen. Wenn das gelingt, wird es eine gute Saison.