„SAUWICHTIG“: JOKER POLANSKY MACHT SAARBRÜCKEN FROH



Mit dem 3:0 bei den TTF Liebherr Ochsenhausen hat der 1. FC Saarbrücken TT zum Auftakt der neuen Saison in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Matchwinner: Tomas Polansky. In der Favoritenstellung im Kampf um den Titel sieht der Tscheche sein Team deshalb aber nicht.

Tomas Polansky

Mit seinem Sieg gegen Hugo Calderano legte Tomas Polansky den Grundstein zum Saarbrücker Erfolg in Ochsenhausen. (Foto: Ulrich Höfer)

An Lob für Tomas Polansky mangelte es nicht am Samstagabend. „Sauwichtig“ sei das Break des Tschechen gewesen, sagte Mitspieler Patrick Franziska direkt im Anschluss an die Partie. Und das nicht nur aufgrund des ersten Punkts für den 1. FC Saarbrücken TT im Duell mit den TTC Liebherr Ochsenhausen. Denn nach Polanskys Sieg sei es sogar für Franziska selbst einfacher gewesen, ergänzte der deutsche Nationalspieler, da der Druck auf Simon Gauzy groß gewesen sei. Franziska lieferte, 3:2 gegen den Franzosen, Punkt Nummer zwei. Anschließend sorgte Shang Kun gegen Stefan Fegerl für die Entscheidung. 3:0, die Saarländer hatten Revanche genommen für die Niederlage im Liebherr TTBL-Finale der Vorsaison.

Matchwinner Polansky – damit hätte vor dem Spiel wohl kaum jemand gerechnet. Die Aufstellung des 21-Jährigen war nämlich durchaus überraschend gekommen. Eigentlich war Darko Jorgic im Team erwartet worden, der Slowene allerdings fehlte krankheitsbedingt. FCS-Coach Slobodan Grujic entschied sich für Polansky an Position zwei, für das Duell mit Hugo Calderano also – und lag damit goldrichtig. Im Duell des Weltranglisten-225. gegen den Weltranglisten-6. behielt der Saarbrücker die Oberhand.

Riesenlob für Shang Kun

„Ich habe versucht, sehr genaue erste Bälle zu spielen, um in die richtige Position zu kommen“, sagt Polansky. Mit Erfolg: 12:10 und 11:9 entschied er die ersten beiden Sätze für sich. Anschließend wurde Calderano zwar stärker und glich mit 12:10 und 11:9 zum 2:2 aus. Den Coup aber ließ sich Polansky nicht mehr nehmen, 11:8 setzte er sich im Entscheidungssatz durch. Nervös sei er nach dem Ausgleich nicht gewesen, erklärt der Tscheche: „Er hat seine Aufschläge und seine Taktik etwas verändert, darauf habe ich nicht schnell genug reagiert.“

Doch nicht nur Polansky verzückte die Saarbrücker Fans und Verantwortlichen. Shang Kun, in den sie beim FCS so große Erwartungen haben, lieferte ein starkes TTBL-Debüt gegen Stefan Fegerl. Nach einer Einfindungsphase und einem 8:11 im ersten Satz zog der Chinese ein druckvolles und präzises Spiel auf und ließ ein 11:8, 11:7 und 12:10 folgen. „Er ist nicht nur der perfekte Spieler“, schickt Polansky ein großes Lob an den neuen Mitspieler, „er ist außerdem ein toller Kerl. Wir haben eine Menge Spaß mit ihm in der Mannschaft.“

Grujic: „Abgerechnet wird am Schluss“

Der Plan der Saarbrücker Verantwortlichen scheint aufzugehen. Sie hatten Shang für die neue Saison verpflichtet, um Patrick Franziska einen weiteren Führungsspieler zur Seite zu stellen, der den drei Talenten im Kader als Fixpunkt dient. Neben Polansky (21) und Jorgic (21) steht schließlich mit Cristian Pletea (19) noch eine weitere vielversprechende Nachwuchskraft im Aufgebot der Saarbrücker. Vorbild ist ausgerechnet der Gegner des vergangenen Samstags. Ochsenhausen habe „vorgemacht, wie der kontinuierliche Aufbau von jungen Spielern funktioniert“, sagte FCS-Organisationsleiter Nicolas Barrois in unserem Interview in der Sommerpause. Jener Klub also, der Saarbrücken im Mai den Titel vor der Nase weggeschnappt hatte.

Was also bedeutet dieses 3:0 für die weitere Saison? Polansky, der übrigens im Liebherr TTBL-Finale nicht zum Einsatz gekommen war, vermeidet trotz der gelungenen Revanche eine Kampfansage. „Es ist erst der Anfang der Saison, es kann noch alles passieren“, sagt er. „Erst mal müssen wir in die Play-offs kommen, dann sehen wir weiter.“ Diese Marschrichtung hatte Trainer Grujic seinem Team schon am Samstagabend mit auf den Weg gegeben. Wie im Mai sei es auch dieses Mal ein Spiel gewesen, „in dem von 3:0 bis 0:3 alles möglich ist“, sagte der 45-Jährige und ergänzte: „Abgerechnet wird am Schluss.“

 

Beitragsfoto oben: Ulrich Höfer