SENSATIONSERFOLG FÜR BAD KÖNIGSHOFEN



Ausgerechnet der Aufsteiger und krasse Außenseiter TSV Bad Königshofen durchbricht an einem spannenden 8. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) die Siegesserie des Tabellenführers Borussia Düsseldorf und schwebt nach dem zweiten Saisonerfolg im siebten Himmel. Die zweite große Überraschung des Tages gelingt dem TTC Zugbrücke Grenzau.

Mizuki Oikawa

Sorgte für das 2:0 zur Pause: Mizuki Oikawa (Foto: Braun)

Riesen-Überraschung in Düsseldorf: Der Aufsteiger und krasse Außenseiter TSV Bad Königshofen schlägt nach einem Blitzstart tatsächlich den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer und deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf mit 3:2. „Wir sind sehr glücklich, hier in Düsseldorf gewonnen zu haben. Ich kenne die Spieler der Borussia schon viele Jahre und weiß um ihre Stärke“, freute sich TSV-Trainer Koji Itagaki. „Aber trotzdem hatten wir uns eine kleine Chance ausgerechnet. Meine Spieler haben taktisch sehr gut gespielt und immer an sich geglaubt.“ Und so dürften sich die 900 Zuschauer im ARAG CenterCourt bereits in der Pause verwundert die Augen gerieben haben angesichts dessen, was Darko Jorgic und sein Teamkollege Mizuki Oikawa in den beiden Auftaktpartien geboten hatten. 3:0 gewann der junge Slowene gegen Kristin Karlsson, 3:1 der ebenfalls junge Japaner gegen Stefan Fegerl. Anton Källberg läutete anschließend die Düsseldorfer Aufholjagd ein, die sein schwedischer Landsmann Karlsson zwar fortsetzen, Fegerl allerdings nicht veredeln konnte. Frech und unbekümmert ließ sich Jorgic auch von einem klaren Rückstand im dritten Satz nicht aus der Ruhe bringen und hatte im Entscheidungsdurchgang keinerlei Mühe. Borussia-Trainer Danny Heister sah einen der Gründe für die Niederlage im strammen Programm seines Teams: „Es ist sehr schade, dass wir heute nicht an unsere Leistungen der letzten Wochen anknüpfen konnten. Die vielen Turniere und Spiele machen sich irgendwann bemerkbar.“

Der zweite große Erfolg eines Außenseiters gelang dem TTC Zugbrücke Grenzau bei den TTF Liebherr Ochsenhausen, die damit nach der überraschenden Niederlage in der Champions League auch in der Liga Federn lassen müssen. Grenzau dagegen feiert in Oberschwaben dank einer Energieleistung den zweiten Saisonerfolg, zu dem ein Sorgenkind ganz entscheidend beitrug: Der vor allem von Trainer Dirk Wagner zuletzt viel kritisierte Kou Lei zeigte seine vielleicht beste Leistung im Trikot der Westerwälder und schlug neben Jakub Dyjas auch den Weltranglistenachten Simon Gauzy mit 3:2. Diesmal fand Wagner mehr als versöhnliche Worte: „Kou Lei hat heute wie bereits vergangene Woche einen fantastischen Job gemacht“. Ein persönliches Erfolgserlebnis gelang auch Kirill Gerassimenko. Nach vergebenen Matchbällen gegen Gauzy gelang ihm im Spitzeneinzel gegen Dyjas zwischenzeitlich der dritte Grenzauer Punkt des Tages, dank dem Grenzau nach Punkten mit Bergneustadt und Aufsteiger Bad Königshofen gleichzieht. „Vor der Saison haben wir vollmundig angekündigt, dass wir in der Lage sind, gute Mannschaften zu schlagen. Heute hat es endlich geklappt“, so Wagner.

Klare Erfolge für Fulda und Bremen

Timo Boll

Knapper Sieg gegen Steffen Mengel (Foto: JRphotography)

Ein denkbar wichtiger Erfolg im Kampf um die Play-off-Plätze gelang am Samstagnachmittag dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt behielten die Osthessen mit 3:0 klar die Oberhand – für Fuldas Trainer Qing Yu Meng gerade in dieser Höhe keine Selbstverständlichkeit. „Gegen Bergneustadt zu gewinnen, ist schon etwas Besonderes für uns. Sie sind bekannt dafür, sehr gut gegen Abwehr spielen zu können.“ Und so mussten sich Mengs Schützlinge in Einzel zwei und drei auch mächtig strecken. Das lag in erster Linie an der heftigen Gegenwehr, den die beiden deutschen Nationalspieler Benedikt Duda und Steffen Mengel leisteten. Vor allem Mengel hatte im Duell mit Ruwen Filus allerdings Pech, als im fünften Satz beim Stand von 7:8 aus seiner Sicht nach einem Kantenball das Pendel Richtung Fulda ausschlug. „Klar hatte Ruwen da Glück“, musste Meng zugeben. „Aber das gehört eben auch dazu“. Für die Gäste aus dem Oberbergischen bleibt es damit bei bislang zwei Saisonsiegen. Fulda schiebt sich wieder an Rang vier heran.

Vor Fulda liegen punktgleich und in dieser Reihenfolge der 1. FC Saarbrücken TT und der SV Werder Bremen, die im Topspiel des 8. Spieltags im direkten Duell aufeinandertrafen. Spitzenspielcharakter hatte die Begegnung in der Bremer Klaus-Dieter-Fischer-Haller allerdings nur selten, dafür war sie schlicht zu einseitig. Mit 3:0 behielt die Mannschaft um Werder Neuzugang Omar Assar die Oberhand. „Wir haben heute gegen einen starken Gegner ein fantastisches Spiel gezeigt“, fand der Ägypter. „Ich bin sehr glücklich, dass ich einen Punkt beisteuern konnte.“ Das konnte Assar auch sein, denn gegen Patrick Baum hätte statt eines 3:0-Siegs genauso gut eine 0:3-Niederlage stehen können. Doch Baum könne in allen drei Durchgängen seine Satzbälle nicht nutzen. Zuvor hatte Bastian Steger gegen seinen Freund und ehemaligen Doppelpartner Bojan Tokic für die Führung gesorgt, den dritten Punkt holte Hunor Szöcs gegen Tiago Apolonia. „Wir hatten etwas Pech mit Tiago, der sich bei Einspielen verletzt hat“, erklärte FCS-Coach Slobodan Grujic. „Aber wir haben auch insgesamt einfach nicht gut gespielt heute. Daher hat Bremen verdient gewonnen.“

Bereits am Freitagabend standen sich in den USA zum Auftakt in den 8. Spieltag der Post SV Mühlhausen und der ASV Grünwettersbach gegenüber. Die rundum gelungene Premiere eines Bundesliga-Spiel in Übersee entschied der ASV mit 3:1 für sich.

Alle Partien des 8. Spieltags in voller Länge sowie zahlreiche On-demand-Formate finden Sie in Kürze im TTBL-TV.

Der 8. Spieltag im Überblick

Freitag, 24. November, 19 Uhr
Post SV Mühlhausen – ASV Grünwettersbach 1:3
Daniel Habesohn – Masataka Morizono 2:3 (2:11, 11:7, 11:9, 8:11, 5:11)
Ovidiu Ionescu – Ricardo Walther 3:1 (11:5, 8:11, 11:7, 11:5)
Lubomir Jancarik – Samuel Walker 0:3 (9:11, 11:13, 5:11)
Daniel Habesohn – Ricardo Walther 1:3 (6:11, 11:7, 8:11, 3:11)

Sonntag, 26. November, 15 Uhr
Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen 2:3
Kristian Karlsson – Darko Jorgic 0:3 (9:11, 9:11, 6:11)
Stefan Fegerl – Mizuki Oikawa 1:3 (9:11, 8:11, 11:8, 8:11)
Anton Källberg – Filip Zeljko 3:2 (12:10, 11:4, 5:11, 4:11, 11:9)
Kristian Karlsson – Mizuki Oikawa 3:0 (11:3, 11:9, 11:5)
Stefan Fegerl – Darko Jorgic 1:3  (9:11, 12:10, 10:12, 5:11)

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Zugbrücke Grenzau 2:3
Jakub Dyjas – Kou Lei 2:3 (11:8, 8:11, 10:12, 13:11, 7:11) 
Simon Gauzy – Kirill Gerassimenko 3:2 (11:2, 8:11, 14:12, 10:12, 15:13)
Hugo Calderano – Constantin Cioti 3:1 (4:11, 11:8, 13:11, 11:6)
Jakub Dyjas – Kirill Gerassimenko 1:3 (9:11, 9:11, 11:5, 8:11)
Simon Gauzy – Kou Lei 2:3 (5:11, 9:11, 11:7, 12:10, 5:11)

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTC Schwalbe Bergneustadt 3:0
Wang Xi – Alvaro Robles 3:1 (11:9, 6:11, 11:7, 11:5)
Jonathan Groth – Benedikt Duda 3:2 (11:8, 7:11, 11:7, 7:11, 11:7)
Ruwen Filus – Steffen Mengel 3:2 (11:7, 8:11, 11:8, 2:11, 11:7)

Sonntag, 26. November, 17 Uhr
SV Werder Bremen – 1. FC Saarbrücken TT 3:0
Bastian Steger – Bojan Tokic 3:0 (11:6, 11:3, 11:8)
Omar Assar – Patrick Baum 3:0 (12:10, 14:12, 12:10)
Hunor Szöcs – Tiago Apolonia 3:2 (11:9, 8:11, 11:8, 8:11, 11:7)