SIDORENKO UND CO.: RUSSLAND DOMINIERT JUGEND-EM



Die besten Nachwuchsspieler des Kontinents sind in den vergangenen anderthalb Wochen bei der Jugend-Europameisterschaft im tschechischen Ostrava gekürt worden. Dominant war dabei das Team Russland, für das Vladimir Sidorenko gleich drei Medaillen holte. Der 17-Jährige spielt in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) in der kommenden Saison für die TTF Liebherr Ochsenhausen. Auch die deutsche Mannschaft schnitt sehr erfolgreich ab.

Kay Stumper

Platz drei holten Kay Stumper und die deutschen Jungen. (Foto: ITTF)

Zahlreiche namhafte Spieler gingen in Ostrava auf die Medaillenjagd, entsprechend hoch war das Niveau bei der 62. Jugend-Europameisterschaft. Zu den letztlich erfolgreichsten Spielern darf sich Vladimir Sidorenko zählen. Das 17 Jahre alte Talent aus Russland, das in der vergangenen Saison für den TTC Schwalbe Bergneustadt spielte und zur neuen Runde nach Ochsenhausen wechselt, hatte vorab zu den vielversprechendsten Medaillenanwärtern bei den Jungen gezählt und wurde dieser Erwartungshaltung gerecht.

Im Einzel holte Sidorenko die Bronze-Medaille, im Halbfinale wurde er mit 3:4 von Khinhang Yu aus Aserbaidschan gestoppt. Eine weitere Medaille gab es im Doppel, an der Seite des Schweden Truls Moregard holte er Silber. Nachdem das Duo unter anderen die Franzosen Vincent Picard/Lilian Bardet ausgeschaltet hatte, unterlag es 1:3 im Finale gegen Lev Katsman/Maksim Grebnev aus Russland. Katsman übrigens wird in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga beim TTC OE Bad Homburg spielen. Lediglich im Mixed blieb Sidorenko ohne Edelmetall: Gegen die späteren Bronzemedaillen-Gewinner Truls Moregard/Rebecca Muskantor aus Schweden schied er an der Seite von Mariia Tailakova im Achtelfinale mit 2:3 aus.

Im zuvor ausgetragenen Teamwettbewerb hatte sich Sidorenko mit dem russischen Team die Krone aufgesetzt. 3:2 hieß es im Finale gegen Aserbaidschan. Überhaupt war Russland im Team ungemein erfolgreich: Alle vier Mannschaften – Schüler, Schülerinnen, Jungen und Mädchen – schafften es in ihr jeweiliges Finale. Am Ende gab es zweimal Gold und zweimal Silber.

Medaillen für alle deutschen Teams

Ebenfalls überaus erfolgreich schnitt die deutsche Delegation ab. Mit vier Medaillen bei den Teamwettbewerben hatten die Spieler des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) einen hervorragenden Start in die Europameisterschaft erwischt – zuvor hatte es 2010 in Istanbul für alle deutschen Mannschaften bei einer Jugend-EM eine Medaille gegeben. Am besten schnitten dabei die Mädchen ab, die sensationell Gold holten: In einem dreistündigen Finale wurden die favorisierten Russinnen mit 3:2 niedergerungen. Die Schülerinnen holten zudem eine Bronze-Medaille.

Doch auch die Jungen durften sich freuen: Einerseits holten sie Bronze, andererseits sicherten sie sich mit dem 3:0-Erfolg gegen Belgien im Spiel um Platz drei die Qualifikation für die WM. Mit dabei: Kay Stumper vom TTC Neu-Ulm. Im Einzel dagegen lief es weniger gut für den 16-Jährigen, bereits in Runde zwei ereilte ihn beim 0:4 gegen Darius Toma (Rumänien) das Aus. Zweimal knapp verpasst hat Stumper zudem eine weitere Medaille in Mixed und Doppel, wo es jeweils das Aus im Viertelfinale gegen russische Duos gab: im Mixed an der Seite von Anastasia Bondareva beim 1:3 gegen Artem Tikhonov/Kristina Kazantseva, im Doppel mit Kirill Fadeev von Zweitligist Borussia Dortmund mit 0:3 gegen Lev Katsman/Maksim Grebnev.

Mike Hollo

Mike Hollo sammelte je einmal Silber und Bronze. (Foto: ITTF)

Silber im Doppel für Hollo/Kaufmann

Und noch ein viertes DTTB-Jugendteam holte eine Medaille: die Schüler, die erst im Halbfinale mit 1:3 vom späteren Titelträger Russland gestoppt wurden. In diesem Match war Mike Hollo, der jüngst zum 1. FC Saarbrücken TT gewechselt ist und in der zweiten Mannschaft in der 2. Bundesliga sukzessive aufgebaut werden soll, der einzige deutsche Spieler, dem ein Punktgewinn glückte. Silber gab es für den 15-Jährigen im Mixed an der Seite von Annett Kaufmann. Lediglich drei Sätze hatten sie bis zum Finale abgegeben, in diesem gab es dann allerdings ein 1:3 gegen Thibault Poret/Prithika Pavade aus Frankreich. Bronze holte in diesem Wettbewerb das weitere deutsche Doppel Felix Kohler/Naomi Pranjkovic. Im Einzel dagegen verpasste Hollo knapp eine Medaille, im Viertelfinale unterlag er dem Rumänen Iulian Chirita 2:4. Im Doppel gab es mit dem Tschechen Simon Belik das Aus im Achtelfinale beim 2:3 gegen die Israeli Uri Almor/Eitay Shushan.

Ebenfalls in Ostrava am Start war Csaba Andras vom TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Der 16 Jahre alte Ungar, der zunächst für die zweite Mannschaft vorgesehen ist, kam im Einzel bis ins Viertelfinale, in dem er gegen den Franzosen Vincent Picard ausschied. Im Teamwettbewerb landete er mit Ungarn auf dem zehnten Platz, nachdem die Mannschaft früh im Wettbewerb auf Russland getroffen war, sich dann aber lange durch die Platzierungsrunde kämpfte, in der sie lediglich von der Slowakei geschlagen wurde. Im Mixed mit Fanni Harasztovich gab es für Andras das Aus im Achtelfinale mit 0:3 gegen Bilal Selim Tok/Ozge Yilmaz (Türkei), im Doppel mit Oliver Both in Runde zwei mit 1:3 gegen Borgar Haug (Norwegen)/Owen Cathcart (Irland).

 

Die Medaillengewinner in der Übersicht:

Jungen

Einzel: Gold: Truls Moregard (Schweden). Silber: Khinhang Yu (Aserbaidschan). Bronze: Vladimir Sidorenko (Russland) und Vincent Picard (Frankreich).

Doppel: Gold: Lev Katsman/Maksim Grebnev (Russland). Silber: Truls Moregard (Schweden)/Vladimir Sidorenko (Russland). Bronze: Vincent Picard/Lilian Bardet (Frankreich) und Vladislav Ursu (Moldau)/Maciej Kolodziejczyk (Österreich).

Team: Gold: Russland. Silber: Aserbaidschan. Bronze: Deutschland und Belgien.

 

Mädchen

Einzel: Gold: Anna Wegrzyn (Polen). Silber: Jamila Laurenti (Italien). Bronze: Darya Kisel (Weißrussland) und Mariia Tailakova (Russland).

Doppel: Gold: Kristina Kazantseva/Mariia Tailakova (Russland). Silber: Ece Harac/Ozge Yilmaz (Türkei). Bronze: Isa Cok/Camille Lutz (Frankreich) und Elizabet Abraamian/Anastasia Kolish (Russland).

Team: Gold: Deutschland. Silber: Russland. Bronze: Tschechien und Frankreich.

 

Schüler

Einzel: Gold: Darius Movileanu (Rumänien). Silber: Iulian Chirita (Rumänien). Bronze: Alexis Kouraichi (Frankreich) und Milosz Redzimski (Polen).

Doppel: Gold: Iulian Chirita/Eduard Ionescu (Rumänien). Silber: Hugo Deschamps/Alexis Kouraichi (Frankreich). Bronze: Vincent Senkbeil/Tom Schweiger (Deutschland) und Felix Lebrun/Thibault Poret (Frankreich).

Team: Gold: Russland. Silber: Rumänien. Bronze: Deutschland und Frankreich.

 

Schülerinnen

Einzel: Gold: Elena Zaharia (Rumänien). Silber: Vlada Voronina (Russland). Bronze: Prithika Pavade (Frankreich) und Svetlana Dmitrienko (Russland).

Doppel: Gold: Prithika Pavade (Frankreich)/Elena Zaharia (Rumänien). Silber: Svetlana Dmitrienko/Anastasiia Beresneva (Russland). Bronze: Ilona Sztwiertnia/Wiktoria Wrobel (Polen) und Vlada Voronina/Alina Zavarykina (Russland).

Team: Gold: Frankreich. Silber: Russland. Bronze: Deutschland und Rumänien.

 

Mixed

Jugend: Gold: Samuel Kulczycki/Katarzyna Wegrzyn (Polen). Silber: Lev Katsman/Elizabet Abraamian (Russland). Bronze: Truls Moregard/Rebecca Muskantor (Schweden) und Artem Tikhonov/Kristina Kazantseva (Russland).

Schüler: Gold: Thibault Poret/Prithika Pavade (Frankreich). Silber: Mike Hollo/Annett Kaufmann (Deutschland). Bronze: Felix Kohler/Naomi Pranjkovic (Deutschland) und Darius Movileanu/Iona Singeorzan (Rumänien).

 

Beitragsfoto oben: ITTF