SIDORENKO: WECHSEL WEGEN „DOPPEL-PARTNER“ MAZUNOV



Mit den TTF Liebherr Ochsenhausen möchte Vladimir Sidorenko zum Abschied die Meisterschaft in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) verteidigen. In der kommenden Saison schlägt der U21-Europameister schließlich für den TTC Neu-Ulm auf. Ehe aber wieder an Titel und Tischtennis zu denken ist, heißt das Stichwort erst einmal: Isolation.

Vladimir Sidorenko

In der laufenden Saison verbuchte Vladimir Sidorenko eine 4:3-Einzelbilanz. (Foto: Nicolai Schaal)

Die aktuelle Situation von Vladimir Sidorenko könnte einfacher sein: Das Corona-Virus hat, natürlich, auch das öffentliche Leben in Russland größtenteils stillgelegt, da macht St. Petersburg keine Ausnahme. Auf ein rauschendes Fest anlässlich seines 18. Geburtstags am vergangenen Dienstag musste Sidorenko daher verzichten. Zumindest der Sport aber ruht nicht gänzlich: „Die Schulen sind geschlossen, ich lerne daher mit meinen Lehrern über Skype. Im Sommer habe ich die letzten Prüfungen“, erzählt Sidorenko. „Aber die Trainingshalle ist noch zugänglich, daher kann ich an meiner Form arbeiten und bleibe im Rhythmus.“

Und die Form war zuletzt ausgezeichnet. Wenige Tage vor dem Shutdown hatte sich Sidorenko, obwohl erst 17 Jahre alt, den Titel bei der U21-Europameisterschaft im kroatischen Varaždin gesichert. Im Finale schlug er den Rumänen Rares Sipos mit 4:1, zuvor hatte er sich im Halbfinale gegen Andrei Putuntica durchgesetzt. Den Ruf, das größte Talent im europäischen Tischtennis zu sein, hat der junge Russe damit eindrucksvoll untermauert.

Mit Apolonia und Lebesson im Team

Zeigen möchte Sidorenko seine Fähigkeiten demnächst noch häufiger in der Tischtennis Bundesliga (TTBL). Der Wechsel von den TTF Liebherr Ochsenhausen zum TTC Neu-Ulm dürfte eine deutliche Erhöhung seiner Einsätze nach sich ziehen: War Sidorenko in der laufenden Saison beim Titelverteidiger hinter Hugo Calderano, Simon Gauzy, Jakub Dyjas und Stefan Fegerl nur die Nummer fünf im Kader, wird er künftig mit Tiago Apolonia und Emmanuel Lebesson voraussichtlich zum Leistungsträger beim TTC.

„Mit Vladimir Sidorenko und Kay Stumper haben wir jetzt das größte europäische und das größte deutsche Talent in unseren Reihen“, freute sich Teammanagerin Nadine Berti bei der Vorstellung des Neuen. Ausschlaggebend für den Wechsel von Ober- nach Westschwaben sei der Trainer gewesen. Dmitrij Mazunov sei „wie ein Doppel-Partner“ für ihn, verrät Sidorenko: „Ich hoffe, wir arbeiten so lange wie möglich zusammen.“

Die ersten Siege in der TTBL

In der laufenden Saison bestritt Sidorenko sieben Einzel für die TTF und wusste dabei angesichts einer 4:3-Bilanz durchaus zu gefallen. Die wohl größte Überraschung gelang ihm Mitte Januar mit einem 3:2-Sieg gegen Bastian Steger. Im Doppel feierte er zudem zwei Siege an der Seite Fegerls. „Fantastisch“ sei das Jahr mit Ochsenhausen gelaufen, sagt der 18-Jährige. „Ich habe meine ersten Spiele in der TTBL gewonnen und gegen Bastian Steger einen der größten Siege meiner bisherigen Karriere geholt.“

Und noch ist die aktuelle Saison ja nicht beendet – eine Titelentscheidung steht schließlich noch aus. Zwar sind die Play-offs der TTBL nach derzeitigem Stand bis mindestens 17. April ausgesetzt, sollte es die Situation rund um die Ausbreitung des Corona-Virus aber zulassen, werden diese sowie anschließend das Liebherr TTBL-Finale angesetzt. Mit dabei: die TTF Liebherr Ochsenhausen und Sidorenko, die im Halbfinale auf Borussia Düsseldorf treffen. Die Chancen auf das Weiterkommen schätzt der Jungstar als gut ein. „Ich kenne meine Mannschaft und weiß, was wir zu leisten imstande sind“, sagt Sidorenko. Selbstbewusstsein aus gutem Grund: Vier der vergangenen fünf Aufeinandertreffen mit Düsseldorf gingen an Ochsenhausen.

Ehe es aber so weit ist, ist erst einmal Isolation angesagt, auch in St. Petersburg. Damit der Sport bald wieder starten kann.

 

Beitragsbild oben: Vladimir Sidorenko (Foto: Nicolai Schaal)