SIMON GAUZY: „GEGEN SAARBRÜCKEN WOLLEN WIR UNSERE STÄRKE ZEIGEN“



Auf Simon Gauzy und die TTF Liebherr Ochsenhausen wartet gleich im ersten Saisonspiel der Tischtennis Bundesliga (TTBL) 2020/21 ein Kracher: Am 20. September geht es in der Wiederauflage des Finals der Vorsaison gegen den 1. FC Saarbrücken TT. Vorab haben wir uns mit dem Weltranglisten-19. über die Stärken der TTF, die neue Saison und den Wechsel von Emmanuel Lebesson unterhalten.

Simon Gauzy

Simon Gauzy hofft auf weitere Titel mit den TTF Liebherr Ochsenhausen – möglichst schon in der kommenden Saison. (Foto: BeLa Sportfoto)

Herr Gauzy, wenn ich ein Bild auf Ihrem Instagram-Profil richtig gedeutet habe, dürfen wir zur Verlobung gratulieren. Herzlichen Glückwunsch! Wie haben Sie den Antrag gemacht?

Wir hatten einen sehr schönen Tag in unserem Griechenland-Urlaub, und nach dem Abendessen in einem guten Restaurant bin ich auf die Knie gegangen und habe um ihre Hand angehalten – und sie hat Ja gesagt!

Lassen Sie uns zum Sportlichen kommen. Nach zwei Titeln in der Saison 2018/19 ist Ochsenhausen in der vergangenen Spielzeit leer ausgegangen, sowohl im Pokal als auch in der Liga gab es im Finale eine Niederlage. Was hat zur nächsten Trophäe gefehlt?

Die letzte Saison war sehr gut, aber nicht perfekt, schließlich haben wir keinen Titel gewonnen. Aber wir hatten alle Möglichkeiten dazu! Im Pokal lief es angesichts der Verletzung von Hugo ziemlich unglücklich, im Finale gegen Grünwettersbach hätten wir mit ihm deutlich bessere Siegchancen gehabt. In der TTBL haben wir hart gekämpft, um Düsseldorf im Halbfinale zu schlagen, und sind dann im Finale auf ein sehr starkes Saarbrücken getroffen. Sie waren das bessere Team an diesem Tag, auch wenn wir ein paar Chancen ausgelassen haben. Trotz dieser Niederlagen aber war es insgesamt eine starke Saison.

Ochsenhausen schwimmt auf einer Erfolgswelle, wettbewerbsübergreifend erreichten Sie zuletzt fünf Finals in Serie. Was macht den Verein so stark?

Seit zwei Jahren haben wir mit Hugo und mir zwei Spieler aus den Top 20 der Welt. Wir haben fast immer gute Leistungen gezeigt, wenn es darauf ankam, was für die Mannschaft sehr wichtig war. Zudem hat Jakub in der vergangenen Saison sehr stark gespielt, und Stefan war eine tolle Ergänzung. Der Verein und die Trainer machen hervorragende Arbeit, so dass wir unter idealen Bedingungen arbeiten. Zwei Titel aus fünf Finals sind nicht so schlecht – und wir hoffen, dass es in der Zukunft noch mehr werden!

Zur neuen Saison gibt es einige Veränderungen im Kader. Jakub Dyjas und Stefan Fegerl haben Ochsenhausen verlassen, neu dabei sind Kanak Jha, Samuel Kulczycki und Maciej Kubik. Wie stark ist das Team in der neuen Saison einzuschätzen?

Jakub und Stefan waren zwei tolle Teamkameraden und sind vor allem gute Freunde geworden. Ich vermisse sie sehr, bin aber zugleich sehr gespannt. Unsere Mannschaft ist jünger und unerfahrener als in der Vergangenenheit. Und wir mögen auf dem Papier schlechter aufgestellt sein. Aber ich glaube einerseits daran, dass Hugo und ich weiterhin unseren Job machen, und andererseits, dass sich die jungen Spieler schnell entwickeln und einige Siege holen werden. Natürlich haben sie einigen Druck, schließlich wissen sie um die jüngsten Erfolge unseres Vereins, doch ich bin mir sicher, dass sie sich wohlfühlen und ihr Bestes geben werden.

Insbesondere Kanak Jha dürfte eine Schlüsselrolle für Ochsenhausen in der neuen Saison zukommen. In der vergangenen Spielzeit haben Sie gegen ihn gespielt und 3:0 gewonnen. Wie weit sehen Sie die Entwicklung des 20-Jährigen vorangeschritten?

Kanak ist ein starker Spieler und noch sehr jung. Die erste Saison in der TTBL ist immer hart, insbesondere als junges Talent. Zudem war er Grenzaus Spitzenspieler, während er bei uns auf dem Papier die Nummer drei ist. Dadurch sollte er nicht mehr so viel Gewicht auf seinen Schultern haben und besser und besser werden, um schließlich mit uns etwas Großes zu erreichen!

Ihr Landsmann Emmanuel Lebesson wechselt in Ihre direkte Nachbarschaft zum TTC Neu-Ulm. Was haben Sie ihm über den TTC und die TTBL berichtet?

Emmanuel ist mein bester Freund, eine tolle Person und ein großer Spieler. Er wird eine wichtige Ergänzung für den TTC sein. Die Spieler Neu-Ulms kenne ich natürlich, aber der Verein ist noch sehr jung, sodass ich Emmanuel kaum Details über den TTC berichten konnte. Über die TTBL insgesamt habe ich Emmanuel gesagt, dass das Niveau sehr hoch ist und damit auch der Druck. Die deutsche Liga ist schwerer zu meistern als die französische. Aber ich bin mir sicher, dass er bereit ist für diese Herausforderung! Ich bin sehr glücklich, dass er nach Deutschland kommt – allerdings hoffe ich, im direkten Duell die Oberhand zu behalten.

Zum Auftakt der neuen Saison geht es gleich gegen den Titelverteidiger: Wie wichtig wird das Auftaktspiel gegen den 1. FC Saarbrücken TT für den weiteren Saisonverlauf?

Sie sind das beste Team der Liga. In der vergangenen Saison sind wir im ersten Spiel ebenfalls auf sie getroffen, haben sogar 0:3 verloren und standen am Ende trotzdem im Finale. Es ist also kein Schlüsselspiel, aber beide Mannschaften wollen natürlich gleich ihre Stärke zeigen. Wir wollen zudem unsere Final-Niederlage vergessen machen und zeigen, dass wir nach wie vor ein Gewinner-Team sind. Ich freue mich sehr auf den Start!

Beitragsbild oben: Simon Gauzy (Foto: BeLa Sportfoto)