SPITZENSPIEL GEHT AN OCHSENHAUSEN



Die TTF Liebherr Ochsenhausen revanchieren sich am 8. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) erfolgreich für die Niederlage im TTBL-Finale und schlagen Rekordmeister Borussia Düsseldorf mit 3:1. Tabellenführer bleibt jedoch der Post SV Mühlhausen, der auch gegen den ASV Grünwettersbach weiter auf der Erfolgswelle reitet. Im Kampf um die Play-off-Plätze bleiben die Verfolger weiter dicht zusammen, auch der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ist nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge wieder zurück im Geschäft.

Kristian Karlsson

Düsseldorfs Nummer eins gegen Ochsenhausen: Kristian Karlsson (Foto: Fuhrmann)

Revanche geglückt: Rund fünf Monate nach der bitteren 1:3-Niederlage im Liebherr TTBL-Finale um die Deutsche Meisterschaft stürmten die TTF Liebherr Ochsenhausen am 8. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) zu einem 3:1-Erfolg gegen Rekordmeister Borussia Düsseldorf. TTF-Trainer Dmitrij Mazunov musste erst einmal tief durchatmen: „Ich bin sehr erleichtert. Es war ein schweres Spiel, obwohl Düsseldorf ohne Timo Boll und Omar Assar angereist ist. Aber Düsseldorf bleibt Düsseldorf.“ Und Simon Gauzy an diesem Sonntagabend Simon Gauzy. Mit zwei 3:1-Siegen gegen Anton Källberg und Kristian Karlsson führte der Weltranglisten-16. seine Mannschaft zum fünften Sieg im fünften Heimspiel, dieses Mal vor 1.200 Zuschauern. „Vor dieser tollen Kulisse hätten wir das heute besser kaum machen können“, fand der Franzose. Lediglich Hugo Calderano musste sich im zweiten Spiel dem zunächst starken Karlsson geschlagen geben, der jedoch nach dem 2:1 durch den ehemaligen Borussen Stefan Fegerl im Spitzeneinzel kein zweites Mal überzeugen konnte. „Schade, dass Kristian seine Leistung aus dem ersten Spiel nicht mitgenommen hat“, haderte Borussia-Trainer Heister nach der zweiten Niederlage in Folge. „Im Doppel hätten wir vielleicht eine kleine Chance gehabt. So aber verlieren wir hier recht klar mit 1:3.“

Klar verlor der ASV Grünwettersbach an diesem Nachmittag zwar nicht, trotzdem kehren die Karlsruher im mittlerweile siebten von acht Saisonspielen erneut ohne Punkte nach Hause – was im Duell gegen den alten und neuen Spitzenreiter Post SV Mühlhausen vor allem an einem Spieler lag. „Für Daniel fehlen mir langsam wirklich die Worte. Und das kennt man von mir eigentlich nicht“, lobte ein überglücklicher Post-Trainer Erik Schreyer seinen Schützling Daniel Habesohn. Zuvor hatte der österreichische Doppel-Europameister seine Mannschaft gegen Dang Qiu zunächst mit 1:0 in Führung gebracht, sich im Spitzeneinzel gegen Bojan Tokic auch von einem 0:2-Satzrückstand nicht aus dem Konzept bringen lassen und schließlich für die Entscheidung gesorgt. Sehr zum Leidwesen von ASV-Trainer Rade Markovic: „Bojan hatte im vierten Satz drei Matchbälle. Das 2:2 wäre also eigentlich verdient gewesen. So können wir Mühlhausen nur gratulieren.“ Zum einen zur Verteidigung der Tabellenführung und zum anderen zu einer erneut starken Vorstellung, die auch ein wie entfesselt aufspielender Tokic nicht verhindern konnte. „Bojan hatte heute einen absoluten Sahnetag und hat verdient gegen Ovi (Ionescu) gewonnen“, musste Schreyer zugeben. „Die 2:1-Führung von Steffen (Mengel) war deshalb unglaublich wichtig.“

Bergneustadt setzt Serie fort

Auch der TTC Schwalbe Bergneustadt sammelt weiter fleißig Punkte. Der dritte Sieg in Folge und damit der Sprung auf Platz drei gelang den Oberbergern gegen den ersatzgeschwächten TSV Bad Königshofen, der den Gastgebern ohne seine Stammkräfte Kilian Ort (Verletzung) und Mizuki Oikawa (Universitätsmeisterschaften) an diesem Nachmittag nur phasenweise etwas entgegenzusetzen hatte. „Wir wussten, dass es trotzdem ein schweres Spiel wird“, so Bergneustadts Paul Drinkhall. „Obwohl wir 3:0 gewonnen haben, hätte es auch knapper enden können. Aber die Mannschaft hat eine professionelle Leistung abgeliefert.“ So auch Drinkhall selbst, der gegen Bence Majoros einen 0:2-Rückstand nur knapp verhindern konnte, dann jedoch das Spiel an sich riss. Auch Benedikt Duda musste gegen den unkonventionell agierenden Abwehrspieler Koudai Hiraya zunächst einem 0:1 hinterherlaufen, bevor der letztlich sichere 3:0-Heimsieg feststand. „Ohne Mizuki wird es für uns gegen jede Mannschaft schwierig“, befand der zum Zuschauen verdammte Ort. „Deswegen ist dieser Sieg für Bergneustadt jetzt nicht überraschend, auch wenn Bence gegen Paul ein gutes Spiel gemacht hat und für ihn vielleicht etwas mehr drin war.“

Ruwen Filus

Sorgte für die Vorentscheidung: Ruwen Filus (Foto: Verein)

Ebenso wenig überraschend ist der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell nach zuvor zwei Niederlagen in Folge mit einem Pflichtsieg beim Aufsteiger TTC indeland Jülich in die Erfolgspur zurückgekehrt – und das im Eiltempo. Denn der 3:0-Auswärtserfolg der Osthessen war bereits nach 90 Minuten unter Dach und Fach. Überbewerten wollte Ruwen Filus den Erfolg allerdings nicht: „Wir wollten hierherkommen und gewinnen. Das haben wir getan und sind mit der Mannschaftsleistung sehr zufrieden.“ Zu Beginn der Partie sorgte Wang Xi im Duell mit Martin Allegro für die schnelle Gästeführung, ehe Filus selbst gegen Robin Devos den einzigen Satzverlust seiner Mannschaft hinnehmen musste und erst spät zu seinem Spiel fand. „Das war ein enges Ding. Robin hat stark gespielt. Glücklicherweise konnte ich den zweiten Satz knapp gewinnen und ihn so unter Druck setzen.“ Tomislav Pucar hatte anschließend gegen Dennis Klein nur wenig Mühe, das 3:0 perfekt zu machen, dank dem Jülich auch im siebten Saisonspiel ohne Sieg bleibt. „Wir wussten, dass es heute sehr schwer werden würde und wir vermutlich maximal die Chance auf einen Punkte haben“, so Devos, der eben diesen einen Punkt hätte holen können. „Leider habe ich gegen Filus im zweiten Satz zu viele einfache Fehler gemacht.“

Saarbrücken siegt erneut im Doppel

Das mit Abstand längste Duell des Abends lieferten sich der TTC Zugbrücke Grenzau und der 1. FC Saarbrücken TT. Erst nach rund dreieinhalb Stunden standen die Gäste aus dem Saarland als Sieger fest, hatten bis dahin allerdings Schwerstarbeit zu verrichten. Denn in Führung ging gleich zweimal das Team von Trainer Dirk Wagner. Erst durch Kirill Gerassimenko, der Darko Jorgic in fünf Sätzen niederrang, nach der Pause dann durch Mihai Bobocica, der FCS-Ersatzmann Tobias Rasmussen keine Chance ließ. Allerdings konnte Saarbrückens Nummer eins Patrick Franziska gleich zweimal ausgleichen und seine beeindruckende Bilanz auf 11:2 schrauben. Im umkämpften Entscheidungsdoppel siegten dann auch die zuvor noch unterlegenen Jorgic und Rasmussen – und verdienten sich so ein Lob ihres Leaders. „Die beiden Jungs haben sich im Doppel super reingehängt. Langsam entwickeln wir uns scheinbar zur Doppel-Macht“, freute sich Franziska nach dem bereits vierten 3:2-Erfolg der Saison, dank dem Saarbrücken nach Punkten mit Düsseldorf gleichzieht.

Alle Begegnungen des 8. Spieltags sowie zahlreiche On-demand-Formate finden Sie in Kürze im TTBL-TV.

Der 8. Spieltag in der Übersicht

TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 3:1
Simon Gauzy – Anton Källberg 3:1 (11:7, 11:5, 8:11, 11:9)
Hugo Calderano – Kristian Karlsson 1:3 (6:11, 12:10, 7:11, 3:11)
Stefan Fegerl – Kamal Achanta 3:0 (11:6, 11:4, 11:7)
Simon Gauzy – Kristian Karlsson 3:1 (8:11, 11:5, 11:1, 11:9)

Post SV Mühlhausen – ASV Grünwettersbach 3:1
Daniel Habesohn – Dang Qiu 3:0 (11:9, 11:5, 11:3)
Ovidiu Ionescu – Bojan Tokic 0:3 (7:11, 9:11, 7:11)
Steffen Mengel – Sathiyan Gnanasekaran 3:0 (11:7, 11:8, 11:9)
Daniel Habesohn – Bojan Tokic 3:2 (4:11, 5:11, 13:11, 12:10, 11:9)

TTC Schwalbe Bergneustadt – TSV Bad Königshofen 3:0
Alvaro Robles – Filip Zeljko 3:0 (11:6, 11:7, 11:7)
Paul Drinkhall – Bence Majoros 3:1 (9:11, 12:10, 11:8, 11:8)
Benedikt Duda – Koudai Hiraya 3:1 (10:12, 11:6, 11:6, 11:3)

TTC indeland Jülich – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 0:3
Martin Allegro – Wang Xi 0:3 (5:11, 10:12, 4:11)
Robin Devos – Ruwen Filus 1:3 (11:8, 11:13, 4:11, 6:11)
Dennis Klein – Tomislav Pucar 0:3 (6:11, 13:15, 8:11)

TTC Zugbrücke Grenzau – 1. FC Saarbrücken TT 2:3
Kirill Gerassimenko – Darko Jorgic 3:2 (11:9, 8:11, 8:11, 11:7, 11:8)
Anders Lind – Patrick Franziska 1:3 (8:11, 11:8, 9:11, 7:11)    
Mihai Bobocica – Tobias Rasmussen 3:0 (12:10, 11:3, 11:9)
Kirill Gerassimenko – Patrick Franziska 1:3 (11:13, 11:6, 12:14, 8:11)
Lind/Bobocica – Jorgic/Rasmussen 1:3 (11:7, 8:11, 9:11, 8:11)

Beitragsbild oben: Nicolai Schaal