STARS IM FOKUS: HUNOR SZÖCS



Für den SV Werder Bremen läuft es in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) derzeit blendend. Großen Anteil daran hat ein junger Rumäne, der lange Zeit auf seinen Durchbruch warten musste. Nun ist er ihm gelungen. Hunor Szöcs im Portrait.

Hunor Szöcs

Stand mit Bremen im Final Four: Hunor Szöcs (Foto: BeLa Sportfoto)

Kirill Gerassimenko kennt kein Erbarmen. Seine Topspin-Schläge fliegen Hunor Szöcs nur so um die Ohren. Doch der Rumäne hält dagegen. Er bleibt geduldig, wartet auf den richtigen Moment – und vollendet trocken in die nun völlig freie Tischhälfte seines Gegners. Schließlich gewinnt Szöcs das Duell gegen Grenzaus kasachischen Neuzugang im Entscheidungssatz und gleicht für seine Mannschaft zum wichtigen 1:1 aus. Am Ende gewinnt der SV Werder Bremen sein Heimspiel und bleibt auch im fünften Spiel in Folge ohne Niederlage.

Das war am 11. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) am vergangenen Sonntag. Vor einem Jahr, in einer Saison, die sie in Bremen nur allzu gerne vergessen würden, hätte Szöcs ein Spiel wie das gegen Gerassimenko vermutlich verloren. Mit einer Bilanz von 5:11 reihte sich der heute 25-Jährige ein in eine insgesamt enttäuschende Bremer Mannschaft, die das Jahr auf dem vorletzten Tabellenplatz beendete. 

Doch diesen Hunor Szöcs scheint es in dieser Saison nicht mehr zu geben. „Ich habe in den letzten drei Jahren viel gelernt“, sagte er jüngst in einem Beitrag von Radio Bremen. „Auch im Kopf bin ich besser geworden, seit ich mit einer Sportpsychologin arbeite.“ Mit Erfolg: Vor dem 12. Spieltag, an dem Bremen auf den TTC Schwalbe Bergneustadt trifft, findet sich der Wahl-Bremer mit einer Bilanz von 7:4 im ersten Drittel der Spielerrangliste wieder – in bester Gesellschaft von Top-Spielern wie Simon Gauzy (Ochsenhausen) und Tiago Apolonia (Saarbücken). „Er ist ein Junge, der gut zuhört“, lobt ihn sein Trainer und Landsmann Cristian Tamas. „Er hatte von Anfang an mein vollstes Vertrauen und ist meinem Weg gefolgt.“

Assar: „Hunor ist echt witzig“

Ein Weg, der in Deutschland für Szöcs zunächst in Ochsenhausen in der Regionalliga begann. Über Borsum und Jülich landete der passierte Tauchsportler im Sommer 2014 in Werders Bundesligamannschaft. In Bremen wohnt und trainiert Szöcs bereits seit sieben Jahren – zusammen mit seiner drei Jahren jüngeren Schwester Bernadette, die in Frankreich aktiv ist und 2017 mit der rumänischen Nationalmannschaft Europameister wurde. „Er ist immer ehrlich und freundlich“, beschreibt sie ihren Bruder und Mitbewohner. „Deshalb hat er viele Freunde.“ Etwa seinen neuen Teamkollegen Omar Assar, der sagt: „Ich wusste, dass er hier spielt und das hat es für mich interessant gemacht, hierher zukommen. Es ist spannend, jeden Tag mit ihm zu spielen. Außerdem ist er echt witzig.“

Sofern sein Vertrag verlängert wird, geht Szöcs im Sommer in seine fünfte Saison für Werder. Teammanager Sascha Greber macht sich da wenig Sorgen: „Ich bin mir ganz sicher, dass wir mit Hunor noch lange zusammenarbeiten werden.“

Zum Videobeitrag von Radio Bremen.

Beitragsbild oben: BeLa Sportfoto