SV WERDER BREMEN: VERJÜNGTES TEAM UND NEUE ANGRIFFSLUST



Nach Platz zehn in der abgelaufenen Saison haben sich die Verantwortlichen des SV Werder Bremen für den Umbruch entschieden. Mit drei neuen Spielern, darunter Vizeweltmeister Mattias Falck, starten die Hanseaten in die neue Saison in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) und wollen möglichst lange um die Play-off-Plätze mitkämpfen.

Cristian Tamas und Bastian Steger

Werder-Trainer Cristian Tamas mit Bastian Steger. (Foto: BeLa Sportfoto)

Es sei ja auch nicht alles schlecht gewesen in der vergangenen Saison, sagt Cristian Tamas und verweist auf die Teilnahme am Final Four. Ansonsten aber, und daraus macht der Trainer des SV Werder Bremen keinen Hehl, verlief die Runde enttäuschend für die Norddeutschen. Denn viel zu selten präsentierte sich sein Team so kämpferisch und konzentriert wie im Pokal, in dem es gar zum Finaleinzug gereicht hatte. Am Ende standen in der Liga nur fünf Siege zu Buche und damit Platz zehn. Nur der sieglose Aufsteiger TTC indeland Jülich war schlechter.

Entsprechend entschlossen sich die Bremer Verantwortlichen für den Umbruch, drei Viertel der Mannschaft sind neu. Während Bastian Steger, Gustavo Tsuboi und Florent Lambiet den Verein verlassen haben, spielen künftig Mattias Falck, Kirill Gerassimenko und Marcelo Aguirre für Werder. Aus dem Vorjahres-Quartett ist einzig Hunor Szöcs verblieben. „Wir wollten das Team verjüngen“, erklärt Tamas. Mit Erfolg: Das Durchschnittsalter wurde von 30,75 Jahren auf 25,5 Jahre gesenkt.

Tamas warnt vor zu hohen Erwartungen an Falck

Dieser Umbruch aber birgt, natürlich, auch ein Risiko. Insbesondere der Abgang Stegers hat eine Lücke hinterlassen. Mit einer Bilanz von 23:10 war der 38-Jährige in der vergangenen Saison die einzige Konstante im Team, zudem absolvierte er 19 von möglichen 20 Einsätzen. „Er war jahrelang eine wichtige Stütze für uns und hat immer seine Leistung gebracht“, bedauert Tamas den Abschied des deutschen Einzel-Meisters von 2011 und 2012. Nach fünf Jahren an der Weser entschied sich Steger im Winter zum Wechsel zum TSV Bad Königshofen, mit dem er am vierten Spieltag in Bremen gastiert.

Bei Werder also musste eine neue Nummer eins her, und die wurde in Mattias Falck gefunden. „Er hat die Fähigkeit, in unserer neuen Mannschaft ein Führungsspieler zu sein. Auch mit seiner Ruhe und Zurückhaltung bringt er ganz viel Qualität mit“, sagte Bremens Teamchef Sascha Greber im Frühjahr dem „Weser-Kurier“. Im Januar wurde die Verpflichtung des Schweden bekannt gegeben, im April wurde Falck in Budapest Vizeweltmeister und kletterte anschließend in die Top Ten der Weltrangliste – eine Entwicklung, die für Werder nicht besser hätte laufen können. „Toll für den Verein und toll für die gesamte Liga“ sei dieser Erfolg Falcks, findet Tamas, mahnt aber vor überzogenen Erwartungen an den 27-Jährigen: „Es gibt keine Garantien. Wir müssen realistisch bleiben.“

Mattias Falck

Ein Vizeweltmeister für Bremen: Cristian Tamas versucht, die Erwartungshaltung rund um Mattias Falck zu dämpfen. (Foto: ITTF)

„Möglichst lange im Kampf um Platz vier“

Entsprechend vorsichtig sind die Bremer bei der Formulierung ihrer Saisonziele. Klar ist eigentlich nur: Es soll besser laufen als in der vergangenen Runde. Auf den ersten drei Plätzen erwartet Tamas mit den TTF Liebherr Ochsenhausen, dem 1. FC Saarbrücken TT und Borussia Düsseldorf die üblich Genannten, dahinter sieht er zahlreiche Teams auf Augenhöhe. Teams, zu denen er auch den SV Werder zählt: „Es wäre toll, wenn wir möglichst lange im Kampf um Platz vier dabei wären“, sagt der 39-Jährige. Dafür müsse seine Mannschaft die engen Spiele künftig öfter in ihre Richtung drehen. Achtmal schließlich unterlag Bremen in der vergangenen Saison 2:3.

Das Auftaktprogramm könnte Werder in die Karten spielen und dem Team einen Schub verleihen. Mit Jülich, Grünwettersbach und Neu-Ulm haben die Hanseaten in den ersten Wochen machbare Aufgaben erwischt. Zwar könne man es einem Trainer grundsätzlich nie recht machen, flachst Tamas, gegen einen vergleichsweise leichten Einstieg für seine neu formierte Mannschaft scheint er sich dann aber doch nicht wehren zu wollen. „Im ersten Spiel werden alle Maßnahmen der vorangegangenen Wochen gleich auf die Probe gestellt“, sagt er und fügt vielsagend an: „Es gibt nichts Besseres als Siege.“

 

Beitragsfoto oben: BeLa Sportfoto