TEAM-WM: CHINA ZU STARK FÜR DEUTSCHLAND



Die deutsche Herren-Nationalmannschaft um Timo Boll unterliegt im Finale der Team-Weltmeisterschaften im schwedischen Halmstad Chinas Superstars deutlich und muss sich mit Silber begnügen. Einen Tag nach dem dramatischen Halbfinal-Erfolg gegen Südkorea sind Ma Long und Co. zu stark für die DTTB-Auswahl.

Gustavo Tsuboi

Blieb im WM-Finale ohne Chance: Timo Boll (Foto: ITTF)

Die deutsche Mannschaft hat die Team-Weltmeisterschaften in Halmstad (Schweden) mit dem Gewinn der Silbermedaille beendet. Die DTTB-Auswahl verlor am Sonntagnachmittag das Finale gegen den alten und neuen Weltmeister China klar mit 0:3. Chancen auf einen Einzelsieg hatte dabei lediglich Patrick Franziska (Saarbrücken), der im dritten Einzel gegen Xu Xin mit 1:0 in Führung gehen konnte und den zweiten Satz nur knapp verlor. Chinas Herren gewinnen damit bereits ihren 21. WM-Titel und setzen ihre seit 2002 andauernde Siegesserie fort.

Das Traumfinale zwischen der an Position eins gesetzten deutschen Mannschaft und den Serienweltmeistern aus dem Reich der Mitte begann mit dem Duell Ma Long gegen Timo Boll (Düsseldorf). Nachdem Boll den ehemaligen Weltranglisten-Ersten zuletzt beim World Cup im Herbst 2017 bezwingen konnte, blieb der 37-Jährige diesmal von Beginn an chancenlos – zu dominant trat Chinas Nummer eins diesmal auf. Das gleiche Bild ergab sich den Zuschauern in der Halmstad Arena im zweiten Einzel des Nachmittags, in dem sich Fuldas Abwehr-Ass Ruwen Filus dem Weltranglisten-Ersten Fan Zhendong gegenüber sah. Trotz zahlreicher mutiger Angriffe und spektakulären Abwehrbällen kam Filus in keinem der drei Durchgänge auch nur die die Nähe eines Satzgewinns.

Franziska stemmt sich gegen die Niederlage

Wer jedoch geglaubt hatte, dass mit Xu Xin auch der dritte Chinese problemlos gewinnen würde, sah sich in der Folge eines Besseren belehrt. Denn Franziska, der trotz seiner Oberschenkelverletzung eine überragende Weltmeisterschaft spielte, machte Chinas Nummer drei das Leben mit seinem aggressiven Spiel gehörig schwer. Nach der 1:0-Satzführung war der 25-Jährige bereits auf dem besten Weg zum 2:0 und führte schon mit 8:4. Doch der für seine spektakuläre Spielweise bekannte Linkshänder im Team der Chinesen kam zurück und gewann den Satz in der Verlängerung. Franziskas Widerstand war gebrochen.

Deutschland bleibt nach einem beeindruckenden Turnier, das mit zahlreichen Verletzungen für die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf alles andere als ein einfaches war, nach einem enttäuschenden 13. Platz 2016 damit in diesem Jahr die Silbermedaille.

Gastgeber gewinnen Bronze

Am Tag zuvor hatte sich die DTTB-Auswahl in einem spektakulären Halbfinale gegen Südkorea durchsetzen können. Gleich zweimal hatte Boll am Samstagabend eine Führung der Asiaten ausgleichen können, ehe Patrick Franziska gegen Südkoreas Spitzenspieler Jeong Youngsik für die Entscheidung sorgte. Im Parallelspiel ließ China den Gastgebern aus Schweden keine Chance (3:0). Den einzigen Satz für die Lokalmatadore konnte Düsseldorfs Kristian Karlsson im Duell mit Fan Zhendong gewinnen. Für Schweden ist die Bronzemedaille das erste WM-Edelmetall seit 2004.

Alle Spiele und Ergebnisse sowie zahlreiche Videos des Turniers finden Sie auf den Seiten des Weltverbands ITTF (engl.).

Das Finale in der Übersicht

China – Deutschland 3:0
Ma Long – Timo Boll 3:0 (11:4, 11:8, 11:3)
Fan Zhendong – Ruwen Filus 3:0 (11:4, 11:5, 11:4)
Xu Xin – Patrick Franziska 3:1 (9:11, 12:10, 11:7, 11:5)

Beitragsbild oben: ITTF