TEAM-WM: WER STOPPT CHINA?



Zwar ist die deutsche Mannschaft um Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov bei den Team-Weltmeisterschaften im schwedischen Halmstad an Position eins gesetzt, Topfavorit auf den Titel ist jedoch ohne Zweifel China. Das Turnier, bei dem zahlreiche Stars der Tischtennis Bundesliga (TTBL) ihre Nationen vertreten, beginnt am kommenden Sonntag und endet eine Woche später.

Ab Sonntag blickt die Tischtenniswelt eine Woche lang gespannt nach Schweden. Nach der Einzel-WM in Düsseldorf vor einem Jahr beginnen in Halmstad am 29. April die Team-Weltmeisterschaften. Noch bis zum 6. Mai gehen insgesamt 72 Nationen ins Rennen, 24 davon spielen in der sogenannten Championship Division um den Titel – und werden dabei von Deutschland angeführt. Die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf ist in Schweden vor China und Japan an Position eins gesetzt, da für die Setzung die von Dimitrij Ovtcharov (Orenburg) angeführte Februar-Weltrangliste maßgeblich war.

Prause: „Setzung gewinnt keine Medaille“

Ein Fingerzeig für den Turnierverlauf? Richard Prause, Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) relativiert. „Wir wissen, dass eine Setzung alleine noch keine Medaille gewinnt. Aber es gab in der Vergangenheit einige Turniere, wo wir die Chinesen geärgert haben.“ Etwa den World Cup 2017, als Timo Boll im belgischen Lüttich sowohl Lin Gaoyuan als auch Ma Long bezwingen konnte und im Endspiel an Nationalmannschaftskollege Ovtcharov scheiterte. Zu einem Duell mit den Titelverteidigern kommt es in Halmstad jedoch frühestens im Finale.

Dimitrij Ovtcharov

Teil des deutschen Aufgebots in Halmstad: Dimitrij Ovtcharov (Foto: ITTF)

Zuvor trifft die deutsche Mannschaft, die neben Boll und Ovtcharov aus Patrick Franziska (Saarbrücken), Ruwen Filus (Fulda) und Bastian Steger (Bremen) besteht,  in ihrer Gruppe unter anderem auf Gastgeber Schweden um das Düsseldorfer Duo Kristian Karlsson und Anton Källberg. „Unsere Gruppe ist gefährlich, gerade auch Ägypten“, warnt Boll vor dem Duell mit seinem zukünftigen Teamkollegen Omar Assar. „Wir sollten von Spiel zu Spiel denken und gut ins Turnier kommen. Auch die Schweden sind gefährlich – das sind alles Heißläufer, die mit den Fans im Rücken über sich hinauswachsen können.“ Die weiteren Gruppengegner der Deutschen sind Hongkong sowie die Rumänen um Mühlhausens Ovidiu Ionescu und Bremens Hunor Szöcs und die Slowenen um den Noch-Saarbrücker Bojan Tokic und den Bald-Saarbrücker Darko Jorgic.

China gegen Portugal und Brasilien

Gruppenkopf in Gruppe B ist Serienweltmeister China, der vom Weltranglistenersten Fan Zhendong angeführt wird, und unter anderem auf Portugal um Tiago Apolonia (Saarbrücken) und Joao Geraldo (Ochsenhausen) sowie auf Brasilien um Hugo Calderano (Ochsenhausen) und den Bald-Bremer Gustavo Tsuboi trifft. Vize-Weltmeister Japan bekommt es in Gruppe C mit Gegnern wie dem Bronzemedaillen-Gewinner von 2016 England um den zukünftigen Bergneustädter Paul Drinkhall zu tun. Den vierten Gruppenkopf bilden in Gruppe D die Franzosen um Ochsenhausen Spitzenspieler Simon Gauzy und Europameister Emmanuel Lebesson, deren härtester Konkurrent um den direkten Einzug ins Viertelfinale Südkorea sein dürfte.

Die vier Gruppensieger der Championship Division qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, die Zweit- und Drittplatzieren kämpfen im zunächst im Achtelfinale um einen Platz unter den besten acht Teams. Gespielt wird in Halmstadt ohne Doppel mit mindestens drei und maximal fünf Einzeln.

Alle Ansetzungen und Ergebnisse sowie einen Livestream finden Sie auf der Website des Weltverbands ITTF (engl.).

Beitragsbil oben: ITTF