TISCHTENNIS BALD OHNE ADIDAS



Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas wird sich zum Jahresende aus dem Tischtennis-Sport zurückziehen. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung bekanntgab, wird die Zusammenarbeit mit dem Lizenzinhaber und Produzenten Greenmaster nicht verlängert.

Die Adidas AG, nach Nike der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt, stellt die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Greenmaster Industrial Corporation mit Sitz in Taiwan zum 31.12.2015 ein. Greenmaster produzierte und verkaufte im Auftrag von Adidas seit 2007 weltweit Tischtennisprodukte – von Schlägern und Belägen bis hin zu Bällen und spezieller Funktionskleidung. Den europäischen Vertrieb hatte die Firma Green Fitness GmbH mit Sitz in Limburg an der Lahn übernommen. In der Mitteilung heißt es, die Entscheidung sei Teil eines neuen Businessplans, der nun andere Schwerpunkte setze. Kunden könnten Adidas-Tischtennisprodukte ab sofort nur noch so lange erwerben, wie die der Vorrat reiche, so der Konzern weiter.

Bald nicht mehr im Adidas-Dress: Hagens Spieletrainer Andreas Fejer-Konnert (Foto: Orthen)

Bald nicht mehr im Adidas-Dress: Hagens Spielertrainer Andreas Fejer-Konnert (Foto: Orthen)

Unmittelbar betroffen vom Ausstieg des Großkonzerns aus Herzogenaurach ist neben dem Tischtennisverband Württemberg-Hohenzollern der TTBL-Verein TTC Hagen, dessen offizieller Materialausstatter Adidas ist. So finden sich die drei Streifen auf den Tischen, Netzen, Bällen und Trikots der Mannschaft von Spielertrainer Andreas Fejer-Konnert. „Wir wurden von dieser Meldung vollkommen überrascht“, sagt Horst Bartelmeß, Manager des Vereins. „Wir erwarten jetzt die Auflösungsverträge, werden aber selbstverständlich mit dem bestehenden Material in die Saison gehen, da wir zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass die Zusicherungen, die uns für die Saison gemacht wurden, eingehalten werden.“ Was danach kommt, müsse man sehen, so Bartelmeß.

Bekannte Adidas-Spieler sind der Däne Jonathan Groth vom TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell und die deutsche Nationalspielerin Sabine Winter. Mit ihnen hatte der Konzern zuletzt noch intensiv geworben. Auch der Tscheche Tomas Pavelka, Trainer des TTC Zugbrücke Grenzau, greift auf Adidas-Material zurück, sein Schützling Alberto Mino Puga ebenso. Insgesamt jedoch blieb die Marktpräsenz von Adidas im Tischtennis-Bereich in den letzten Jahren überschaubar. Das selbstgesteckte Ziel, zu den großen Tischtennis-Ausstattern aufzuschließen, konnte Adidas seit dem Einstieg in den Markt im Jahr 2007 nicht erreichen. Dennoch bedauert der ehemalige Tischtennisprofi und jetzige Produktmanager der Green Fitness GmbH Jörg Schlichter diesen Schritt: „Ich finde es äußerst schade, dass Adidas sich auf diese Weise aus dem Tischtennis-Sport verabschiedet. Ich bin nach meiner Karriere als Adidas-Spieler gewissermaßen übernommen worden und war jetzt vier Jahre lang für den Vertrieb von Adidas-Produkten zuständig. Natürlich hätte ich mir, auch für die Green Fitness GmbH, eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit gewünscht."

Die Mitteilung von adidas table tennis im Wortlaut:

„In support of the new strategic business plan, and to focus resources and investment on key priorities to accelerate growth, adidas has decided to discontinue its table tennis business at the end of 2015.

Subsequently, adidas will terminate its license and distribution agreement with Greenmaster Industrial Corp. of Taiwan. Greenmaster has been producing and selling table tennis hardware goods including bats, rubbers, balls and other accessories, while also distributing table tennis footwear and apparel for adidas AG since 2007.

Consumers may continue to purchase adidas table tennis products from authorized retailers as long as supplies last."